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03.05.06
The English Talent Competition
Heute begleiteten wir Vivien und ihre Eltern nach Dujiangyan, wo sich Vivien in einer wunderschönen Hotelanlage dem „Annual Sichuan Province Star Of Outlook English Talent Competition“ stellte. Sie hatte ganz hart an sich und ihren Englischkenntnissen gearbeitet und sich auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Schließlich hatte sie uns gebeten, sie moralisch zu unterstützen. Und Camille konnte ihr auch viele gute Tipps und Argumente für ihren Auftritt geben. Um 11.00 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht. Vivien musste eine Startnummer ziehen. Sie hatte Glück, sie zog die Nummer 16. Plötzlich kamen Vivien Zweifel, dass sie dieser Sache überhaupt gewachsen ist, als sie ihre beste Freundin, die an der Fremdsprachenschule lernt, dort wieder sah. Diese war viel besser als sie, hatte viel bessere Möglichkeiten an ihrer Schule, ihr Englisch zu verbessern und sich auf diesen Wettbewerb vorzubereiten. Sie hatte die Startnummer 200 gezogen. Es kostete viel Einfühlungsvermögen und Worte, Vivien davon zu überzeugen, dass sie etwas kann und darauf vertrauen soll, dass sie alles erreichen kann, wenn sie ihre Ziele nur weiterhin so ehrgeizig verfolgt wie bisher. Dem Sieger dieses Wettbewerbs winkt ein Auftritt im Fernsehen auf CCTV 10.
Sirley und ihr Mann arbeiten sehr hart, um ihrer Tochter einen guten Start in die Zukunft zu ermöglichen. Viviens größter Traum ist es, ein Jahr in den USA zu verbringen, um ihre Englischkenntnisse zu erweitern. Sie möchte Journalistin werden.
Um 15.00 Uhr ging der Wettbewerb los. Der Reihe nach mussten drei Teilnehmer gleichzeitig auf die Bühne treten. Sie durften eine von 100 Zahlen selbst wählen, hinter denen sich jeweils ein Diskussionsthema verbarg. Es gab keine Bedenkzeit. Zunächst musste sich jeder in 30 Sekunden zu diesem Thema äußern, dann gab es drei Minuten Zeit, um zu dritt darüber zu diskutieren. Viviens Gruppe musste sich zum Thema „Do you think students shouldn’t be given failing grades?“ äußern. Es war schon bemerkenswert, was die 15jährigen an Argumenten zusammentrugen. Im Vorfeld wussten sie nicht, was für Fragen sie erwarten würde. Dann gab es eine neue Tafel, auf der sich hinter den selbst gewählten Nummern jeweils eine Frage verbarg, die es zu beantworten galt. Wer die Antwort wusste, konnte sich melden, und die Jury entschied, wer antworten soll. Die meisten Fragen kamen aus dem Bereich Geografie. Vivien war die einzige in ihrer Gruppe, die die Frage „When is Women’s Day?“ beantworten konnte. Es dauerte eine Weile, bis der Vorsitzende der Jury, ein Kanadier, sein „It’s correct.“ herausbrachte. “I didn’t know it.“ war seine Begründung für seine verzögerte Antwort. Das muss zusätzlich noch Punkte gebracht haben, denn nach zwei weiteren Gruppen wurde das Punktergebnis für Vivien und ihre Gruppenmitglieder bekannt gegeben. Und Vivien setzte sich mit 34,5 Punkten an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Diese gab sie auch nicht ab bis zu unserer Heimreise um 17.30 Uhr, nach 60 Teilnehmern. Somit hat sie sich für die nächste Runde qualifiziert, die am Freitag an gleicher Stelle stattfindet. Dann muss sie sich zu einem von 14 Themen in 90 Sekunden äußern. Auch diese Themen haben es ganz schön in sich. Aber die schüchterne Vivien bewies auf der Rückfahrt im Auto, dass sie allen Themen bereits jetzt ohne Vorbereitung gewachsen war. Dieser Erfolg heute hat sie noch einmal beflügelt. Kurz vor unserer Ankunft in Shuangliu machten wir Halt in einem Restaurant und aßen noch gemeinsam Abendbrot. Um 20.30 Uhr waren wir wieder zu Hause. Vivien sitzt jetzt zu Hause, hat ihre vielen Hausaufgaben über die freien Tage unterbrochen und arbeitet alle 14 Themen aus. Es ist schon unglaublich, wie ehrgeizig manche Schüler hier sind. Aber viele haben schon in dem Alter begriffen, dass sie ohne Englisch nichts in ihrem Leben erreichen werden.
Da der Wettbewerb am Freitag voraussichtlich sehr früh beginnt, werden wir wahrscheinlich bereits morgen Abend dort wieder anreisen und eine Nacht in dem tollen Hotel verbringen. Vivien war sichtlich glücklich, dass sie uns vier Personen um sich hatte, die sie alle auf ihre Art aufbauten. So wird es mir ein Vergnügen sein, sie auch das nächste Mal zu begleiten.
Posted by Florian um 03.05.06 22:41
