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25.05.06
Mahjongg
Heute war es wieder heiß. Die Sonne knallte so richtig kräftig herunter, so dass es ohne Sonnenschirm nicht auszuhalten war. Am Morgen waren wir wieder unterwegs, um noch ein paar neue Straßen zu erkunden. Es gibt immer wieder Dinge zu sehen, die wir zu Hause nicht geboten bekommen.
Am Nachmittag begaben wir uns zum vorletzten Mal zur Junior School. Es herrschte heute gähnende Leere im Klassenzimmer. Immer weniger Schüler haben Zeit, diese zusätzliche Stunde zu besuchen. Wahrscheinlich bleiben sie auch dem Unterricht fern, weil sie keine Zeit haben, sich mit den Vokabeln zu beschäftigen. Aber am Ende der Stunde wollten alle verbliebenen Schüler meine E-Mail Adresse haben, um bei Bedarf ihre Fragen los zu werden, die sie dann gern von mir beantwortet haben wollen. Es gibt also tatsächlich ernsthaft interessierte Schüler, die keine Mühen scheuen und bei all dem Stress nicht aufgeben.
Danach lud uns Claire wieder zum Dinner ein. Gemeinsam mit Jenny ging es heute in ein Spezialrestaurant für Kaninchenspeisen. Wir angelten uns Teile des Tieres aus dem Hotpot, was neben den Kartoffeln, verschiedenen Gemüsesorten und einer speziellen Nudelart sehr schmackhaft war. Das Fleisch wird hier wirklich immer frisch auf den Tisch gebracht. Wir mussten eine ganze Weile warten, bis sie das Tier im Nebenraum geschlachtet und entsprechend zum Verzerr vorbereitet hatten.
Während Jenny ins Schülerwohnheim der Schule gehen musste, um dort ihren Aufsichtsdienst zu erfüllen, gingen wir drei in ein Teehaus, wo wir in der letzten Woche schon versprochen hatten, zum Mahjongglernen vorbeizuschauen. An professionellen Mahjonggtischen (die Würfel rollen auf Knopfdruck automatisch, die Steine werden nach jedem Spiel versenkt und automatisch gemischt, danach erscheinen sie wohlgeordnet und gestapelt auf dem Tisch) wurden wir in das Spiel eingeweiht. Es fing nach der dritten Runde an, richtig Spaß zu machen. Learning by doing. Die Regeln hören sich komplizierter an, als sie beim Spielen im Endeffekt waren. Es kostet nur viel Konzentration, und man benötigt auch etwas Glück. Gegen 21.15 Uhr begaben wir uns auf den Heimweg. Wie es der Zufall wollte, hatten wir gerade die Senior School erreicht, als die Schüler nach dem Klingelzeichen um 21.35 Uhr aus dem Schulhaus strömten. Bei der Gelegenheit konnten wir Claires Tochter kennen lernen, die ihre Mutter entdeckt hatte und angelaufen kam. Sie besucht die 15. der 29 Klassen des Jahrgangs Senior 1.
Zu Hause angekommen, wartete Camille bereits auf uns, um gemeinsam mit uns ihre allabendliche Tasse Tee zu genießen und den Tag auszuwerten.
Posted by carola um 25.05.06 23:58
