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31.05.06

Das Drachenbootfest

Heute war es drückend heiß draußen, in der Sonne war es kaum auszuhalten. Wir machten uns trotzdem am Morgen auf den Weg, um noch ein paar Eindrücke in Form von Bildern einzufangen. Inzwischen übertrifft der starke Geruch der Blüten an den Bäumen nahezu alle anderen Gerüche, die man auf der Straße wahrnehmen kann.
Aus Anlass des heutigen Drachenbootfestes lud uns Miss Li zu sich nach Hause zum Mittagessen ein, da sie und ihre Tochter Crops heute Nachmittag frei hatten. Pünktlich um 12.10 Uhr holte sie uns drei vor unserem Haus ab, damit wir den Weg zu ihrer Wohnung auch nicht verfehlen konnten. Ihre Haushälterin hatte viele (viel zu viele) leckere Sachen gekocht. Unter anderem gab es Zongzi und Enteneier, die traditionell am 5.Mai nach dem chinesischen Kalender, dem Duān wǔ jié, gegessen werden.
Am Nachmittag stand ich im Mittelpunkt eines Videofilms. Der Kameramann der Schule zeichnete die gesamte Unterrichtsstunde auf. Vielleicht bekomme ich diesen Film noch zu sehen, bis ich Shuangliu verlasse. Damit soll für den Deutschunterricht an der Senior Middle School Reklame gemacht werden. Nicht jede Schule bietet Deutsch als Unterrichtsfach an, und bisher gab es noch keine Middle School in der Sichuan Province, die mit einem Muttersprachler werben konnte. So wird die Schule bestrebt sein, wieder einen Lehrer aus Deutschland für sich zu gewinnen. Nach meiner Abreise wird ein chinesischer Deutschlehrer aus Chengdu den Unterricht fortführen.
Leider hat sich keiner gefunden, der Zeit hatte, uns heute mit nach Chengdu zu nehmen, wo viele sehenswerte Aktionen zum Drachenbootfest stattfanden. Es ist ein aufregendes Ereignis in ganz China. Das Fest ehrt den berühmten chinesischen Dichter und Patrioten Qu Yuan, der im 4. Jahrhundert v.Chr. lebte. Aus Protest gegen die politische Korruption der Herrscher stürzte er sich in den Mi Lo River und nahm sich das Leben. Die Legende sagt, dass Dorfbewohner versucht haben, ihn zu retten. Sie schlugen Trommeln, um die Fische zu verscheuchen und warfen Brötchen ins Meer, um die Fische davon abzuhalten, den Körper des beliebten Poeten anzunagen. Neben Drachenboot-Regatten allerorts, wo es einen Fluss gibt, werden heute Reisbällchen in den Fluss geworfen und springen Leute wettbewerbsmäßig in das Wasser, um mit bloßer Hand Fische zu fangen. Hier in Shuangliu gab es leider keine Möglichkeit, diese Wettbewerbe zu beobachten. Zum Abendbrot verzerrten wir die Zongzi und Enteneier aus der Geschenkpackung, die ich in der letzten Woche von meinen Schülern geschenkt bekommen hatte. Diese Speisen waren jedoch sehr gewöhnungsbedürftig.
Der Abend gestaltete sich ganz anders als geplant. Maria erschien heute nicht wie abgesprochen zu einer weiteren Tai Chi Lehrstunde. Danach wollten wir Mahjongg spielen. So machten wir uns zu fortgeschrittener Stunde noch auf den Weg zum Park, um ihn mit all seinen Lichtern bei Nacht bewundern zu können. Wir hatten sogar Glück, noch eine große Gruppe von zu meist älteren Leuten bei ihren Aerobicübungen auf dem großen Platz vor dem Park beobachten zu können. Es waren kurz vor 21 Uhr noch unglaubliche Menschenmengen unterwegs, darunter viele Kinder. Die laue Sommernacht machte einen Abendspaziergang zu einem erholsamen Erlebnis.
Kaum zu Hause angekommen, wollte Camille bereits heute Abend Jonathans 23.Geburtstag feiern, da sie schon die bestellte Geburtstagstorte abgeholt hatte. Jonathan hat zwar erst am Sonntag Geburtstag, da Karen und ich aber in aller Frühe Shuangliu verlassen, hatten wir die Feier eh für morgen geplant. Jonathan war sichtlich gerührt von der Zeremonie und den kleinen Geschenken, die wir ihm machten. Er hat seit 12 Jahren keinen Geburtstag mehr gefeiert, er hat auch keine Grüße von seiner Familie aus Florida zu erwarten. Nur gut, dass er sich überhaupt an das Datum seiner Geburt erinnert hat, und wir es rechtzeitig erfuhren. So hatten wir noch einen netten Abend zusammen bei uns oben.

Posted by carola um 23:48 | Kommentare (2)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

30.05.06

Die ersten Verabschiedungen

Heute gab es wieder viel Wärme. Obwohl sich die Sonne nicht recht durchsetzen konnte, blendete sie und erwärmte die feuchte Luft, so dass sie einer Sauna glich. Trotzdem waren wir wieder unterwegs, um die verbleibende Zeit zu nutzen, noch andere Straßen und Ecken hier kennen zu lernen. Mittag aßen wir in unserem Restaurant um die Ecke. Camille war glücklich, noch einmal in Gesellschaft speisen zu dürfen. Sie bat uns, in ihrer Unterrichtsstunde ein paar Fotos von der Klasse (mit Terry) und den Aktivitäten zu machen. So bekam ich kurz vor Ende meines hiesigen Aufenthaltes doch noch die Gelegenheit, den Unterricht in einer Klasse mit 80 Schülern zumindest kurzzeitig zu verfolgen. Es ist einfach Wahnsinn, die Stimme des Lehrers wird mächtig strapaziert.
In meiner Stunde hieß es heute Abschied zu nehmen von den Schülern der Dienstagsklasse. Sie waren alle noch einmal besonders aktiv und gaben bei der Wiederholung des Gelernten ihr Bestes.
Am Abend bekamen wir von Maria eine neue Lehrstunde in Tai Chi. Danach ging es zum letzten Mal in das Bamboo Stone Teahouse. Es hatten sich wieder neben zahlreichen Gästen von der Straße viele Freunde eingefunden, unter anderem auch Sharon, das nette Mädchen, das ich im Fitnesscenter kennen gelernt hatte. Dank dieses glücklichen Zufalls konnten wir noch ein paar Bilder zur Erinnerung machen und uns voneinander verabschieden. Christina gab sich besonders viel Mühe bei der Teezubereitung. Es war so herrlich, ihr bei ihren eleganten Bewegungen zuzuschauen. Auch Richard war gekommen, um noch ein paar Erinnerungsfotos zu schießen. Camille wurde es schließlich zu heiß, sie bekam Kreislaufprobleme und musste den Shop vorzeitig verlassen. Der Abschied von den zahlreichen netten Leuten fiel schon recht schwer. Ich werde diese einmalige Gesellschaft stets in guter Erinnerung behalten.
Kaum zu Hause angekommen, wartete Sirley mit ihrem Freund, dem Elektriker, bereits auf uns, der heute in Handarbeit einen Adapter für mich gebastelt hatte, damit ich meinen chinesischen Elektropot zu Hause in Deutschland benutzen kann. Und der passt sogar!! Nach wochenlanger vergeblicher Suche nach einem Adapter übergab er mir heute das gute Stück, und er wollte nicht einmal etwas dafür haben, er war stolz auf sich, dass seine Handarbeit erfolgreich war.
Schließlich meldete sich Camille noch zum Nachttee bei uns an. Obwohl es ihr nicht besonders gut geht und ihr Schlaf fehlt, möchte sie die verbleibenden wenigen Abende noch gemeinsam mit uns verbringen, bis sie dann, wieder allein, den nötigen Schlaf nachholen kann. Wie sie den heißen Sommer überstehen soll, weiß sie auch noch nicht. Sie macht jetzt bei Temperaturen um 28 Grad Celsius bereits schlapp. Bei dem vielen Stromausfall ist auch kein Verlass auf die Klimaanlagen.
Und heute geht ein beonderer Gruß an Roy-Ingo aus der Klasse 5/2. Heute ist dein Geburtstag, zu dem ich dir hiermit ganz herzlich gratulieren möchte. Ich wünsche dir für dein neues Lebensjahr alles erdenklich Gute, vor allem beste Gesundheit und viel Erfolg in der Schule.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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29.05.06

Besuch meiner Lieblingsstätten

Heute gab es wieder angenehmes Wetter, keinen Regen und warme Temperaturen bei wenig Sonnenschein. Das nutzten wir am Morgen, um meinem geliebten Tanfupark noch einmal einen Besuch abzustatten. Es war himmlisch ruhig, lediglich ein paar Vögel unterhielten uns auf unserem Spaziergang durch die herrliche Pflanzenlandschaft. Diesen Park werde ich ganz sicher sehr vermissen.
Am Nachmittag hatte ich meine letzte Montagsstunde. Da durfte ich in einem Raum unterrichten, in dem der Fußboden mit Wasserpfützen versehen war; die Decke war nass, und die Bänke und Stühle waren unglaublich dreckig. Offensichtlich hatte diesen Raum seit Wochen keiner betreten. Nach den staubigen Klassenräumen werde ich mich garantiert nicht zurücksehnen, während ich die lernwilligen netten Schüler schon vermissen werde.
Am Abend trafen wir uns wieder im Bamboo Stone Teahouse, das inzwischen zu einer Art Englishcorner mutiert ist. Mancher, der das Haus betritt, kommt inzwischen, um seine Englischkenntnisse aufzufrischen und bei einer Tasse Tee einen Smalltalk zu führen. Richard, Christinas Englischlehrer und weit gereister Beschäftigter des Flughafens hier in Chengdu-Shuangliu, gab wieder so viele tolle Tipps für interessante Reisen in die fernere Umgebung von Chengdu. Für uns kommen sie leider zu spät, wir haben keine Gelegenheit mehr, noch großartig hier umherzureisen. Aber Camille hörte sich alles genauestens an, sie hat noch viel Zeit zum Reisen bis Januar. Sie brachte ihr Paket mit, was sie heute von ihrer Freundin aus Amerika geschickt bekam und kurz vorher von der Post abgeholt hatte. Sie öffnete es im Teahouse: drinnen war ausschließlich massenweise Tee und etwas Kaffee…
Zum Tagesausklang trafen wir uns wieder bei uns oben zum Cappuccino nach so viel Tee im Teahouse und der Auswertung des Tages. Karen macht hier jeden Tag mit ihrer neuen Kamera herrliche Bilder, die wir uns gemeinsam ansahen. Leider ist das Internet nicht beständig genug, so dass es mir nicht gelingt, aktuelle Fotos in das Fotoalbum zu bringen.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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28.05.06

Dujiangyan Irrigation System

Heute war wieder ein herrlicher Tag. Es regnete nicht mehr, zeitweise schien die Sonne, es war aber immer angenehm warm, nicht heiß.
Pünktlich um 8.30 Uhr stand Mr Hu, der Vice Principle, mit seinem Auto vor der Tür, um uns zum Ausflug abzuholen. Uns begleitete Miss Liao, eine weitere Englischlehrerin der Senior School. Sie war heute als Sprachrohr zwischen uns und Mr Hu tätig, da er kein Englisch spricht. Unser Ausflug führte uns nach Dujiangyan. Auf dem Highway dorthin waren wir fast die einzigen, da die meisten Fahrer die Landstraße benutzen, um den Wegezoll nicht zahlen zu müssen. So gelangten wir zügig an unser Ziel. Die Kulisse bei der Einfahrt in die Stadt ist wunderschön, am Horizont erhebt sich das Qingcheng-Gebirge. Wir besichtigten die berühmte Bewässerungsanlage, die seit über 2000 Jahren in Betrieb ist. Die beiden Hängebrücken, sowie das Museum und der Tempel, die Li Bing, dem Mitbegründer der Anlage, gewidmet sind, waren dabei die Höhepunkte. Die Parkanlage war herrlich angelegt. Auf den Wanderwegen ertönte dezent erholsame traditionelle chinesische Musik aus Lautsprechern, die als Stein wunderbar ins Bild der Grünanlagen passten. Nach drei Stunden bergauf bergab kehrten wir in einem Restaurant zum Mittagessen ein. Es wurde wieder viel zu viel aufgetischt, aber für Gäste ist das eben selbstverständlich, wie uns erklärt wurde. Gegen 15.00 Uhr waren wir wieder zu Hause. Kaum vom Einkauf zurück in der Wohnung, klingelte das Telefon. Tina wollte wissen, ob wir zu Hause sind und sie vorbei kommen kann. Sie brachte zwei Becher mit Obststücken, Eiswürfeln und Graupen versehen als Kostprobe mit. Diese Erfrischung ist hier im Sommer sehr beliebt und schmeckte auch uns sehr gut. Nachdem Linda mir gestern drei weitere Geschenke mit auf den Weg gab, brachte Tina heute ihr Geschenk vorbei. Ich möchte nicht wissen, wie viel ich im Endeffekt am Sonntag für Übergepäck bezahlen muss.
Den Abend verbrachten wir in der Stadt, wo wir den zahlreichen Tänzern auf den öffentlichen Tanzflächen bei ihren täglichen Übungen zusahen. Es ist einfach zu schön, die Leute hier so unbeschwert und harmonisch tanzen zu sehen. Nach unserer Rückkehr gab es die nächtliche Tasse Tee und das Schwätzchen mit Camille.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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27.05.06

Ein verregneter Samstag

Heute regnete es fast den ganzen Tag, mal mehr, mal weniger. Dadurch war das Thermometer nicht besonders hoch geklettert.
Am Morgen gab ich Vivien zwei Stunden lang Deutschunterricht. Sie wollte gern testen, wie schwer es ihr fällt, diese Sprache zu erlernen. Sie spielt mit dem Gedanken, ein Jahr lang in Amerika oder Deutschland zur Schule zu gehen. Sie war sehr gut, begriff sofort, und hatte bis auf das „R“ keine Schwierigkeiten mit der Aussprache.
Um 12.20 Uhr standen Linda und Tina vor der Tür und holten uns zu unserem Trip nach Chengdu ab. Zunächst aßen wir noch gemeinsam mit Camille Mittag in „unserem“ Restaurant um die Ecke, und dann fuhren wir mit dem Bus in die Innenstadt von Chengdu. Die Stadt war wieder unglaublich voll, sooo viele Menschen und Fahrzeuge! Wir haben viel gesehen, sind durch viele Geschäfte gebummelt, es war aber richtig anstrengend und ermüdend. Um 18.35 Uhr waren wir wieder zu Hause, drei Minuten später rief Mrs Lee an und lud uns zum Hotpotessen mit ihrer Familie ein. Sie hatten ein sehr beliebtes Hotpotrestaurant ausgewählt, wo wir wegen Überfüllung noch einige Zeit warten mussten, bis wir unsere Plätze einnehmen konnten. Bis auf den Rindermagen war alles genießbar und sehr schmackhaft. Nach dem reichlichen Essen musste der geplante Spaziergang leider wegen starken Regens ausfallen. So luden sie uns noch zu sich nach Hause ein, wo wir die Bilder vom Schüleraustausch von 2003 präsentiert bekamen. Sie erzählten unter anderem von dem Unterricht, den Julia und Florian an der Primary School gaben, die Mrs Lees Mann führt. Crops erinnert sich gern an die Zeit mit den deutschen Schülern zurück. Nun ist sie Schülerin der Senior 3 und bereitet sich intensiv auf die Abschlussprüfung vor.
Bei unserer Ankunft zu Hause erwartete uns Camille bereits zu unserer traditionellen Tasse Abendtee und der Auswertung des Tages.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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26.05.06

Zahlreiche Einladungen

Heute wehte ein laues Lüftchen, und die Sonne tat sich sehr schwer, so dass es draußen gut auszuhalten war. Am Morgen liefen wir wieder einige Straßen ab. Dabei wurden wir wieder Augenzeuge von so vielen unglaublichen Dingen, die für deutsche Verhältnisse unvorstellbar sind.
Am Nachmittag hatte ich eine weitere Unterrichtsstunde mit meinen Spezis. Karen hatte ich dieses Mal mit Sirley vorgeschickt zum Fitnesscenter, damit sie in den Genuss kommt, einen Kurs (der Freitagskurs ist mein Favorit) von Anfang an zu erleben. Ich wurde unterdessen nach dem Unterricht aufgehalten, so dass ich hoffnungslos zu spät kam zur Aerobicstunde. Tina und Linda nehmen uns morgen mit nach Chengdu zum Einkaufsbummel. Vorher, direkt nach Schulschluss, wollen sie mit uns gemeinsam Mittag essen. In der Stunde schlich sich Mrs Lee in meinen Unterricht. Danach musste sie feststellen, dass Deutsch sehr schwer zu erlernen scheint. Sie bot mir an, morgen mit ihr und ihrem Mann mit dem Auto nach Chengdu zu fahren, da es doch viel schneller und bequemer ist als mit dem Bus. Da aber nicht für alle Platz im Auto ist, und ich den Mädchen schon lange versprochen hatte, mit ihnen zu fahren, lehnte ich ihr Angebot dankend ab. Mrs Lee bemerkte: „Oh, I see, you love your students.“ Und ich konnte ihr nicht widersprechen, was die Mädchen sehr freute. So blieb ihr nichts anderes übrig, als uns nach unserer Rückkehr morgen Abend zum Dinner einzuladen. Diese Einladung nahm ich dankend an. Inzwischen hat uns Lindas Mutter zum Dinner morgen Abend eingeladen, ich musste ablehnen. So werden wir voraussichtlich unseren letzten Abend hier in Shuangliu nächsten Samstag gemeinsam mit Lindas Familie verbringen. Für Sonntag hat sich Mr Hu, der Vice Principal, einen Ausflug mit uns vorgenommen, der dritte Anlauf. Ich lasse mich überraschen, ob er zustande kommt, und wohin es geht. Und nächsten Samstag will Jane mit uns einen Ausflug machen. Wir wollen uns den Staudamm in Dujiangyan anschauen und auf dem Weg dorthin halt auf der Seidenstraße machen. Für Donnerstagvormittag wurden wir zu einer besonderen Show mit tollen Kostümen im Kindergarten eingeladen. So gibt es noch einen Endspurt mit einigen Höhepunkten, bis wir Chengdu wieder verlassen müssen.
Auf dem Weg zum Fitnesscenter lief mir Claire über den Weg. Sie zeigte mir einen Ort, wo es Mahjonggspiele zu kaufen gibt. Jeder spielt hier Mahjongg, die Steine dazu gibt es aber nur an ganz wenigen Stellen zu kaufen. Der Verkäufer war freudig überrascht, einen Ausländer bedienen zu können. So kostete es Claire auch keine großen Verhandlungskünste, um ordentlich Rabatt herauszuschlagen. Nebenbei erklärte mir Claire, dass das Drachenbootfest nicht am Freitag, sondern am Mittwoch nächster Woche stattfindet, da morgen der erste Mai nach dem chinesischen Kalender ist. Und das Dragonboatfestival (duān wǔ jié) findet am 5.Tag im Mai statt.
Voll bepackt mit Schulsachen, Sporttasche und Mahjonggspiel erreichte ich das Fitnesscenter gerade noch rechtzeitig zum Cool down mit meiner Lieblingsmusik, "Endless love" von Hee-seon Kim und Jackie Chan aus dem Film "The Myth", einfach wunderschön. Karen war total begeistert von dieser Stunde, es stimmte einfach alles. Nach einer ausgiebigen Dusche ging es weiter zum Bamboo Stone Teahouse, wo uns Camille und die Belegschaft bereits erwarteten. Es dauerte nicht lange, bis wir wieder einmal im Dunkeln saßen. So reichte auch das heiße Wasser nicht mehr allzu lange für frisch aufgebrühten Tee. Da uns der Englischlehrer von Celia so nett unterhielt und sich gemüßigt fühlte, uns chinesische Grundbegriffe beizubringen, verweilten wir dort jedoch recht lange und erlebten sogar noch die Wiederkehr des Stroms. Richard arbeitet auf dem Flughafen in Chengdu und gibt einigen interessierten Leuten Englischunterricht. Er hat Celia einen neuen englischen Namen verpasst, Christina, da dieser zu den Top 20 gehört. Und offensichtlich hatte Celia nicht erzählt, dass sie sich bereits für einen anderen entschieden hatte. So läuft das also mit den englischen Namen. Er kann durchaus auch gewechselt werden. Richard gab tolle Empfehlungen für lohnenswerte mehrtägige Fahrten, die leider für mich zu spät kommen. Camille nahm aber alles mit großem Interesse zur Kenntnis. Zu vorgerückter Stunde verließen wir schließlich das Teehaus und beendeten den Tag bei einer Tasse Cappuccino und der Tagesauswertung in unserem Appartement.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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25.05.06

Mahjongg

Heute war es wieder heiß. Die Sonne knallte so richtig kräftig herunter, so dass es ohne Sonnenschirm nicht auszuhalten war. Am Morgen waren wir wieder unterwegs, um noch ein paar neue Straßen zu erkunden. Es gibt immer wieder Dinge zu sehen, die wir zu Hause nicht geboten bekommen.
Am Nachmittag begaben wir uns zum vorletzten Mal zur Junior School. Es herrschte heute gähnende Leere im Klassenzimmer. Immer weniger Schüler haben Zeit, diese zusätzliche Stunde zu besuchen. Wahrscheinlich bleiben sie auch dem Unterricht fern, weil sie keine Zeit haben, sich mit den Vokabeln zu beschäftigen. Aber am Ende der Stunde wollten alle verbliebenen Schüler meine E-Mail Adresse haben, um bei Bedarf ihre Fragen los zu werden, die sie dann gern von mir beantwortet haben wollen. Es gibt also tatsächlich ernsthaft interessierte Schüler, die keine Mühen scheuen und bei all dem Stress nicht aufgeben.
Danach lud uns Claire wieder zum Dinner ein. Gemeinsam mit Jenny ging es heute in ein Spezialrestaurant für Kaninchenspeisen. Wir angelten uns Teile des Tieres aus dem Hotpot, was neben den Kartoffeln, verschiedenen Gemüsesorten und einer speziellen Nudelart sehr schmackhaft war. Das Fleisch wird hier wirklich immer frisch auf den Tisch gebracht. Wir mussten eine ganze Weile warten, bis sie das Tier im Nebenraum geschlachtet und entsprechend zum Verzerr vorbereitet hatten.
Während Jenny ins Schülerwohnheim der Schule gehen musste, um dort ihren Aufsichtsdienst zu erfüllen, gingen wir drei in ein Teehaus, wo wir in der letzten Woche schon versprochen hatten, zum Mahjongglernen vorbeizuschauen. An professionellen Mahjonggtischen (die Würfel rollen auf Knopfdruck automatisch, die Steine werden nach jedem Spiel versenkt und automatisch gemischt, danach erscheinen sie wohlgeordnet und gestapelt auf dem Tisch) wurden wir in das Spiel eingeweiht. Es fing nach der dritten Runde an, richtig Spaß zu machen. Learning by doing. Die Regeln hören sich komplizierter an, als sie beim Spielen im Endeffekt waren. Es kostet nur viel Konzentration, und man benötigt auch etwas Glück. Gegen 21.15 Uhr begaben wir uns auf den Heimweg. Wie es der Zufall wollte, hatten wir gerade die Senior School erreicht, als die Schüler nach dem Klingelzeichen um 21.35 Uhr aus dem Schulhaus strömten. Bei der Gelegenheit konnten wir Claires Tochter kennen lernen, die ihre Mutter entdeckt hatte und angelaufen kam. Sie besucht die 15. der 29 Klassen des Jahrgangs Senior 1.
Zu Hause angekommen, wartete Camille bereits auf uns, um gemeinsam mit uns ihre allabendliche Tasse Tee zu genießen und den Tag auszuwerten.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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24.05.06

Ein Gruß zum Drachenbootfest

Gestern Nacht saßen wir wieder „pünktlich um 23.45 Uhr“ im Dunkeln. Es scheint bald so, als würde der Strom hier absichtlich nachts abgestellt werden, um zu sparen. Heute Morgen war wieder alles in Ordnung. Auch das Wetter war wieder sehr angenehm, schön warm, aber nicht heiß und keine brennende Sonne.
Da ich mich so langsam auf meinen Abschied hier vorbereiten muss, hatte ich heute Terry zum Mittagessen eingeladen. Er war erstaunt und erfreut, dass wir in ein chinesisches Restaurant gingen und „heimatliches“ Essen bestellten. Er hatte befürchtet, western food zu sich nehmen zu müssen. So nahm ich die Gelegenheit wahr, mich noch einmal herzlich für seine Gastfreundschaft in Mt. Emei zu bedanken. Camille schloss sich natürlich an. Es waren wirklich drei erlebnisreiche Tage, in denen wir regelrecht verwöhnt wurden. Ich werde mich stets gern daran erinnern. Ich zeigte ihm noch alle Bilder, die ich dort im Gebirge gemacht hatte. Er suchte sich noch eins aus, was ihm am besten gefiel und er gern haben wollte. Einige hatte ich bereits per E-Mail an seine Familie verschickt.
Nach meiner Unterrichtsstunde bekam ich heute von meinen Schülern einen Karton geschenkt, den ich hier in den letzten Tagen überall zu kaufen gesehen habe. Sie erklärten mir, dass am nächsten Freitag (02.Juni) hier in China das Drachenbootfest (duān wǔ jié) gefeiert wird, wie jedes Jahr am 5. Tag des 5. Monats nach dem chinesischen Mondkalender. Es werden überall Drachenbootregatten abgehalten. Dazu gibt es traditionelles Essen: zwei verschiedene Sorten Enteneier und Zongzi. Diese Klebreisklößchen werden in Schilf- oder Bambusblätter, Lotos- oder Bananenblätter eingewickelt und es gibt sie entweder mit süßlicher Geschmacksrichtung, gefüllt mit roten oder grünen Bohnen, Datteln oder Erdnüssen oder mit salziger Geschmacksrichtung, gefüllt mit Schinken, Eigelb, Hühner-, Enten-, Schweine-, Rind- oder Lammfleisch. Der Geschenkkarton enthält 2x6 Eier und eine Reihe von Zongzi. Wir lassen uns überraschen, welche Geschmacksrichtung da auf uns zukommt, wenn wir sie uns nächsten Freitag schmecken lassen.
Kaum zu Hause angekommen, wartete bereits das Taxi 20 Minuten früher als geplant auf die Abfahrt nach Chengdu, wo wir den Abend verbrachten. Während Louis und Camille an einem Business-Seminar im Sheraton Hotel teilnahmen, wanderten Karen und ich durch die Innenstadt und erfreuten uns an der zahlreichen Lichtreklame. Die Panda Mall mit ihren vielen Geschäften und tollem Ambiente beeindruckte uns dabei am meisten. Pünktlich um 21.00 Uhr war das Seminar beendet und Wey, der Besitzer des Western Style Cafés („Impression Coffee“), stand mit einem geborgten Auto vor dem Hotel und holte uns wieder ab. Nach unserer Rückkehr kam Camille noch zur Auswertung des Tages auf einen Cappuccino vorbei.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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23.05.06

Wieder ein netter Abend im Teehaus

Ich hatte meinen Bericht kaum fertig gestellt, da ging der Strom gestern Nacht wieder weg und kam erst heute Morgen um 7.10 Uhr wieder, gerade noch rechtzeitig für die Leute, die früh zur Arbeit mussten. Dafür gab es nur tropfenweise Wasser. Im Verlaufe des Vormittags ist es mir dann tatsächlich gelungen, meine E-Mails zu checken, trotz der unregelmäßigen Internetverbindung. Danach wanderten wir durch die Stadt, genossen die himmlische Ruhe im Park bei herrlichstem Wetter –es schien keine Sonne, war aber richtig schön warm- und erledigten noch einige Einkäufe. Am Nachmittag hatte ich meine vorletzte Stunde in der Dienstagsklasse zu bestreiten, ganze acht Schüler waren heute anwesend. Sie waren aber eifrig dabei, als sie deutsche Fragen an Karen stellen durften. Zum Schluss der Stunde kam ein Schüler in den Klassenraum, der richtig fleißig im Lernen der deutschen Sprache war, an den letzten Stunden aber leider nicht teilnehmen konnte, weil er wichtigeren Unterricht besuchen musste. Er übergab mir eine Tüte mit Geschenken mit der Bitte, sie seiner Gastgeberin in Magdeburg zu überreichen, die er beim letzten Schüleraustausch kennen lernen durfte.
Ich war schon auf dem Heimweg, als Bryan mich noch einmal in sein Büro bat und mir mitteilte, dass die Entscheidung gefallen ist, welche Lehrerin der Senior School im September an unserer Schule als Gastlehrerin arbeiten wird. Leider ist es nicht Mary. Der Name Mrs Lee sagte mir gar nichts, so rief Bryan sie postwendend an und erwartete sie in seinem Büro. Derweilen sollte ich die Entscheidung meinem Schulleiter in Magdeburg mitteilen. So schnell konnte ich gar nicht gucken und meine Gedanken sammeln, wie Bryan durchgewählt hatte. Während des Gespräches traf dann auch Mrs Lee ein. Ich staunte nicht schlecht, als ich in der Frau Julias Gastmutter von vor 3 Jahren wieder sah. Sie hatte mit ihrer Abschlussklasse in den letzten Wochen so viel zu tun, so dass wir auch noch keine Zeit hatten, uns zu treffen, wie wir es bei unserem Kennen lernen vereinbart hatten. Vielleicht schaffen wir es noch vor meiner Abreise.
Unterdessen wartete Camille bereits auf uns. Im strömenden Regen gingen wir in „unser“ Restaurant um die Ecke zum Dinner und danach ins Teehaus, wo wir wieder einen witzigen Abend mit immer gut gelaunten und lustigen Leuten bei angeregter Unterhaltung und wohltuendem Tee verbrachten.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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22.05.06

Besuch im Kindergarten

Heute war es wieder sehr warm, der leichte Wind verhinderte aber ein ständiges Schwitzen. Am Morgen nahm uns Camille mit in ihren Golden Apple Kindergarten. Louis begrüßte uns und freute sich, dass es einen weiteren Gast gab, der sich für das Haus interessiert. Ich stellte fest, dass sich seit meinem letzten Besuch im März doch vieles, vor allem der Anblick der Außenanlagen, verändert hat. Wir durften an den drei Stunden teilnehmen, die Camille in drei verschiedenen Gruppen zu geben hatte. Die Kinder waren wieder sehr lebhaft. Am Ende bedankte sich Camille bei Karen, dass sie mit ihrem Fotoapparat eine größere Disziplin und Aufmerksamkeit bewirkte, als sie es in der letzten Zeit erlebt hatte. Es war aber immer noch anstrengend genug.
Zum Mittagessen gingen wir in das Restaurant, was sich gleich um die Ecke unseres Hauses befindet. Es war alles sehr schmackhaft, so dass auch Karen mit ihrem empfindlichen Magen bereits den 5.Tag hier in China problemlos überstanden hat. Am Nachmittag machten wir noch einen kleinen Stadtrundgang, bevor ich in meinen Unterricht musste, den Karen auch noch verfolgte. So viel Unterricht in ihrem Urlaub! Danach begaben wir uns gemeinsam mit Sirley in das Fitnesscenter. Leider kamen wir nicht rechtzeitig zu Beginn des Kurses. Karen war erstaunt darüber, dass man hier auch 20 Minuten später noch problemlos einsteigen konnte. Sirley begab sich unter die Bauchtänzer, wir unter die Aerobic Teilnehmer. Es ging richtig zur Sache, und der Rest der Stunde reichte aus, um danach richtig geschafft zu sein. Karen war begeistert von der Art und den Übungen, die doch anders waren, als wir sie von Magdeburg kennen, sehr intensiv und effektiv. So reichten im Anschluss 40 Minuten Laufband, um reif für die erfrischende Dusche zu sein.
Den Abend verbrachten wir gemeinsam mit Camille bei einer Tasse Tee oben bei uns. Sie ließ uns an ihrem Leben in der Vergangenheit teilhaben, indem sie uns viele Bilder von ihrer Familie und ihrem ehemaligen Zuhause in den USA zeigte. Nebenbei verfolgten wir die Berichterstattung über den Besuch der deutschen Delegation unter Leitung von Frau Angela Merkel hier in Beijing auf dem englischsprachigen Sender CCTV 9.

Posted by carola um 23:33 | Kommentare (1)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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21.05.06

Die Pandaaufzuchtsstation

Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, gab es heute Morgen das richtige Wetter für einen Ausflug. Bryan empfing uns wie verabredet pünktlich um 8.00 Uhr an der Schule, setzte uns ins Empfangsbüro am Eingangstor und ging erst mal frühstücken. Eine halbe Stunde später erschien er tatsächlich wieder und hatte seine Frau mitgebracht, die ich bei der Gelegenheit kennen lernen durfte. Dann stand auch das Schulauto zur Abfahrt bereit, von Mr. Hu war allerdings weit und breit keine Spur. Bryan meinte, dass der Vice Principal keine Zeit hat, uns zu begleiten. So begaben wir uns zu fünft auf den Weg (einschließlich dem Fahrer). Bereits nach 45 Minuten hatten wir unser Ziel erreicht: die Pandaaufzuchtsstation in Da Xiong Mao Ji Di. Neben einem Pandamuseum und einem ausführlichen Dokumentationsfilm über die Aufzucht und Entwicklung der Pandas bekamen wir auch die lebenden Tiere beim Klettern, Spielen und Fressen zu sehen. Es war ein tolles Vergnügen, die Pandas bei ihren Aktivitäten zu beobachten. Auch das Wetter war sehr angenehm, bis die Sonne heraus kam und wieder ihre ganze Kraft entfaltete. Kurz vor 12 Uhr verließen wir das Gehege, um weiter zu fahren und Shanxindui, die Ancient Relict Scenic Area, zu besuchen. Auf dem Weg dorthin machten wir Halt in Guanghan Town, um Mittag zu essen. Heute gab es Entensuppe, wirklich lecker. Die Ente befand sich mit Kopf, Haut, aber ohne Haar im Topf. Nebenher schwammen Würstchen und weiße Karotten und warteten auf ihren Verzehr. Später kamen noch Kartoffelscheiben und Chinakohlblätter dazu. Zum Schluss gab es, wie immer hier, Reis, daran anschließend noch ein Dessert, was hier eigentlich überhaupt nicht üblich ist. Es wurde warmes gefülltes Fladenbrot gereicht. Gut gestärkt erreichten wir gegen 13.30 Uhr unser nächstes Ziel. Das großzügig angelegte Gebiet beherbergte neben herrlich gepflegten Grünanlagen auch zwei Museen, in denen verschiedene Ausgrabungen und Funde ausgestellt waren, die auf eine Zeit vor 5.000 Jahren zurückgehen. Um 15.30 Uhr traten wir schließlich die Heimreise an. Kaum eine Stunde später zu Hause angekommen, rief Camille an und wollte mit uns ins Café gehen, wo sie bei einer schönen Tasse Cappuccino bzw. Espresso unsere Erlebnisse des heutigen Tages erfahren wollte. So verbrachten wir den ganzen Abend dort. Nebenbei plante Camille alles für meine Abschiedsparty, die wir am 02.06.06 dort „feiern“ wollen. Wenn ich diese besorgte zweite Mama nicht hätte!!!

Posted by carola um 23:07 | Kommentare (0)

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20.05.06

Ein ungewöhnlich ruhiger Samstag

Heute gab es angenehme Temperaturen. Die Sonne ließ sich nur am Morgen für kurze Zeit sehen, danach war es draußen gut auszuhalten. Eine frische Brise verhinderte Schweißausbrüche.
Am Morgen rief Sirley an und wollte uns zeigen, wie man Beancurd (eine Art Tofu) zubereitet. Für die Zutaten wollte sie mit uns auf den Markt gehen. Als sie mitbekam, dass Camille keinerlei Interesse dafür hat, entschied sie sich, heute nicht vorbei zu kommen. Dieser Vorschlag war aber für uns die Idee, den großen Markt hier in Shuangliu zu besuchen. So machten wir uns nach dem Frühstück auf, um uns die vielen verschiedenen Angebote anzuschauen. Es gab fast nichts, was es nicht gab. Alle Innereien von Tieren, die die Chinesen hier in ihrem Hotpot so lieben, fanden wir dort wieder. Auch lebende Frösche, Fische und Schlangen waren im Angebot. Wir hielten uns dort recht lange auf, weil es viele ungewöhnliche Dinge zu sehen gab, die man auf unseren Märkten nicht zu Gesicht bekommt.
Zum Mittagessen gingen wir gemeinsam mit Camille in ein nettes Restaurant eines hiesigen Hotels, wo wir uns an süß-saurem Schweinefleisch, gebratenen Auberginen, Hühnchenfleisch mit Erdnüssen, gedämpftem Gemüse und Reis satt aßen. Es war alles sehr schmackhaft. Danach mussten wir natürlich eine neue Runde drehen, um alles gut zu verdauen. In der Stadt war es heute ungewöhnlich ruhig, keine Märsche, keine laute Musik von irgendwelchen Bühnen, im wahrsten Sinne des Wortes die Ruhe vor dem Sturm. Auch der Park war ungewöhnlich leer und ruhig für einen Samstag. Im späten Nachmittag wurde es auch immer windiger und frischer draußen. Als wir gerade im Trust Mart waren, fiel dort plötzlich der Strom aus. Ein erschrockener Aufschrei ging durch die Kunden, für Sekunden verweilte jeder an seinem Ort, wo er sich gerade befand, bis er die Situation gecheckt hatte. Als wir die Einkaufsstätte verließen, stellten wir fest, dass auf der Straße und in anderen Geschäften der Strom da war. So war es auch bei uns zu Hause.
Am Abend kam Camille auf eine Tasse Tee vorbei und gab gute Ratschläge, wie ich all meine Sachen nach Hause bekomme, die sich in den drei Monaten meines Aufenthaltes hier angesammelt haben. Dann folgte noch eine Bildershow. Wir sahen uns alle Bilder an, die ich bisher hier in China gemacht habe. Inzwischen sind auch schon tolle Aufnahmen dazugekommen, die Karen mit ihrer neuen Kamera gemacht hat.
Inzwischen gab es ein Gewitter, und es gießt in Strömen. Hoffentlich regnet es sich über Nacht ab, damit wir für unseren morgigen Ausflug wieder schönes Wetter haben. Wir brauchen keine 32 Grad, aber regnen sollte es auch nicht gerade.

Posted by carola um 23:24 | Kommentare (0)

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19.05.06

Ein abwechslungsreicher Tag

Heute war es wieder richtig heiß, 32 Grad Celsius. Trotzdem machte ich mich wie gewohnt am Morgen auf den Weg, um die Gegend zu erkunden. Heute musste ich nicht allein wandern. Es war richtig toll, auch Karen an meinen Beobachtungen teilhaben zu lassen. Sie war trotz des anstrengenden Vortages heute Morgen um 8.00 Uhr topfit und bereit, den Tag so früh angehen zu lassen. Natürlich führte uns der erste Weg nach dem Frühstück in den herrlichen Park. Diese Attraktion lag mir am meisten am Herzen. Karen interessierte sich besonders für die vielen verschiedenen Baum-, Pflanzen- und Vogelarten, die es dort zu sehen gab. Rechtzeitig zu Beginn der Mittagspause, um 12.10 Uhr, standen wir am Haupteingang der Senior School, wo wir uns mit meinen neun Schülern aus dem „Spezikurs“ verabredet hatten. Alle waren zu meiner Freude meiner Einladung gefolgt. Mit dem Taxi gelangten wir zu dem netten Restaurant am Stadtrand von Shuangliu, das sie für diese Zusammenkunft ausgesucht hatten. Wir saßen in einem separaten Raum zwei Stunden lang um den Hotpot herum und bekamen wieder sehr merkwürdige Dinge zu Gesicht und zu essen. Die Schüler hatten ausschließlich ihre Favorits ausgewählt. Der Rinderrachen, die Därme usw. waren nicht zarter als Schuhsohle. Und die Schüler verzerrten alles mit einer Hingabe… Wir beide sind allerdings auch nicht verhungert, wenn sich unsere Auswahl auch in Grenzen hielt. Es war sehr interessant, die Schüler zusammen auch einmal in einer anderen Umgebung außerhalb des Unterrichts kennen zu lernen. Sie waren auch Karen gegenüber sehr aufgeschlossen und freundlich. Wir spielten noch ein Spiel, was viel Unterhaltung und Spaß mit sich brachte. Es war eine richtig schöne Mittagspause.
Zu 15.10 Uhr hatte Sirley Karen in ihr Büro gebeten. Gemeinsam gingen wir zum Police Department, um Karen offiziell anzumelden. Das sollte möglichst innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft erfolgen. So lagen wir gut in der Zeit, und wir fanden sogar noch jemanden, der die Angelegenheit am Nachmittag bearbeitete.
Um 16.40 Uhr traf ich die Schüler wieder in der Schule, dieses Mal zum Unterricht. Sie waren enttäuscht, dass ich Karen nicht mitgebracht hatte. So wird sie ab nächster Woche mit im Unterricht sitzen. Was tut man nicht alles in seinem Urlaub! Nach dem Unterricht erschienen alle Schüler im Foreign Affairs Office, um zu erfahren, wie das in diesem Sommer mit der Reise nach Deutschland und dem Beginn eines High School Jahres an meiner Schule in Magdeburg abläuft. Erst heute nahm Bryan den Schülern die letzte Hoffnung, dass es bereits in diesem Jahr klappt. Die Schüler waren bitter enttäuscht. Auf mein Nachfragen erfuhr ich, dass Bryan allen Interessenten das Versprechen gegeben hatte, dass es klappen würde. Er wusste aber genau, dass das von deutscher Seite noch Zeit braucht, bis für das Projekt grünes Licht gegeben werden kann. Nun hat er ein Problem, und die Schüler taten mir unendlich leid.
Nach dem Unterricht wanderten Karen und ich zum Fitnesscenter. Schließlich hatten wir uns vor Jahren im Fitnessstudio im Herrenkrug in Magdeburg kennen gelernt. So war sie auch daran interessiert, die Einrichtung hier in Shuangliu zu sehen. Ab Montag werden wir uns dort sportlich betätigen. Nach der Besichtigung des Hauses war unser nächstes Ziel das Bamboo-Stone-Teehaus. Auch dort wurden wir herzlich empfangen. Camille hatte uns bereits erwartet, und das Personal freute sich riesig, einen neuen Ausländer in ihrem Haus begrüßen zu dürfen. Wir hatten viel Spaß, es war so lustig. Während wir wieder den besten Tee serviert bekamen, übten die netten Mädchen unermüdlich, den Namen Karen auszusprechen. Camille und Calola liegen inzwischen im Rahmen des Möglichen, aber Karen war zu schwierig. So beschloss Karen prompt, sich das nächste Mal mit Anna vorzustellen, damit keiner wieder in solche Schwierigkeiten gerät. Die letzte Stunde des Tages verbrachten wir zu dritt im Western Style Café bei einer Tasse Kaffee, Musik von Norah Jones und angeregter Unterhaltung. Auf unserem nächtlichen Heimweg wurden wir immer noch mit hochsommerlichen Temperaturen verwöhnt.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

18.05.06

Karen ist angekommen

Da ich gestern mal wieder unüberwindbar lange vom Rest der Welt abgeschnitten war, weil nichts ging in punkto Internet, war es mir nicht möglich, einen aktuellen Bericht zu liefern. Nachdem ich heute Morgen im Büro meine E-Mails checken konnte, läuft jetzt alles wieder zufrieden stellend.
Heute war es wieder richtig heiß. Am Nachmittag wurde ich vom Schulauto der Junior School abgeholt. Claire begleitete mich freundlicherweise zum Flughafen, wo ich meine Sportsfreundin Karen in Empfang nehmen wollte. Mit einer dreiviertel Stunde Verspätung, um 16.30 Uhr, hatte sie dann auch tatsächlich die Mammutreise von Magdeburg nach Frankfurt, dann nach Shanghai und schließlich nach Chengdu überstanden. In Shanghai herrschte wegen starken Windes Chaos, viele Flüge waren gestrichen worden. Sie hatte Glück, dass sie mit so wenig Verzögerung ihr Endziel erreicht hat. So sehr ich mich auch über Karens Ankunft hier freue, so schmerzlich ist mir bewusst geworden, dass meine Tage hier gezählt und bald abgelaufen sind.
Hier angekommen, musste sie gleich mit in die Schule, da ich meine Stunde in der Junior School noch zu halten hatte. Es war schon etwas enttäuschend, wie wenig die Schüler in der Lage bzw. mutig waren, ein paar Fragen an den Muttersprachler zu richten. Es kommen mit zunehmendem Schwierigkeitsgrad auch immer weniger Schüler. Sie haben zu viele andere, wichtigere Aufgaben zu erledigen, als diese zusätzliche Stunde auf sich zu nehmen. Karen schaute sich schließlich die Stunde an, bis wir gemeinsam mit Claire zum Dinner ausschwärmten. Es wurde wieder viel zu viel aufgetischt. Es gab den leckeren gedämpften Fisch, die gebratenen Pilze mit Schinken, gedämpften Kürbis, Gemüsesuppe und Eistich mit Gehacktesstippe. Zur Begrüßung eines neuen Gastes ist es üblich, etwas mehr als gewöhnlich zu bieten, um die Gastfreundschaft zu zeigen, erklärte Claire. Und was soll ich sagen, trotz ihrer Skepsis, das chinesische Essen zu vertragen, kam Karen ohne Magenschmerzen aus diesem Restaurant, und sie hat auch bis jetzt noch keine. Um das reichliche Essen zu verdauen, legten wir nach unserem Fußmarsch nach Hause noch eine halbe Stunde Stadtrundgang nach. Um 21.00 Uhr kam Camille, um Karen zu begrüßen, eine halbe Stunde später Jonathan. Wir verspeisten gemeinsam die Hälfte der Begrüßungstorte, die für Karen bei ihrer Ankunft hier parat stand. Bei Tee und angeregter Unterhaltung verging der Abend wie im Flug, und trotz der langen Reise wollen bei Karen keine Ermüdungserscheinungen aufkommen. Nun brauche ich den Rest meines hiesigen Aufenthaltes nicht mehr auf Gesellschaft zu verzichten.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

16.05.06

So anziehend wie ein Magnet

Heute war es wieder heiß. Solche Temperaturen wünsche ich mir für meine Sommerferien. Am Morgen war es völlig versmogt, aber mit zunehmender Tageszeit wurde der Durchblick besser.
Auf meinem morgendlichen Rundgang beobachtete ich zunächst Hunde, die in einer Tierklinik am Tropf lagen. Der Raum war von der Straße aus gut sichtbar, weil die Tür offen stand und keine Vorhänge vor den großen Schaufenstern waren. Dasselbe konnte ich ein paar Straßen weiter beim Zahnarzt beobachten. Förmlich auf der Straße wurde ein Patient behandelt, während nebenan geschweißt und Dreck aufgewirbelt wurde. Der Zahnarzt trug allerdings einen Mundschutz. Ich kann nur hoffen, dass ich auch in den letzten Wochen meines Aufenthalts hier von Krankheiten verschont bleibe und keinen Arzt aufsuchen muss. Ein Arztbesuch kommt einer Horrorvorstellung gleich. Aber es gibt ja mehr als genug Chinesen, die sich bester Gesundheit erfreuen. Wie auch immer, für mich ist das unglaublich.
Nach meinem Unterricht hatte ich mich ursprünglich mit Camille zum Abendessen verabredet, aber Bryan lud uns kurzfristig zu einem umfangreichen Dinner in ein mir bis dahin unbekanntes Hotel ein. Ein weiterer Englischlehrer der Schule, Sirley und Glen waren mit von der Partie. Sie hatten heute den ganzen Tag an einer wichtigen Übersetzung für den Schulleiter vom Chinesischen ins Englische gearbeitet und hatten sich diese Auszeit gegönnt. Wenn für nichts anderes Zeit bleibt, aber Zeit zum Essen muss sein. Camille war am Morgen gebeten worden, heute Abend eine Korrektur der Übersetzung zu lesen. Deshalb hatte sie im Teehaus unseren angekündigten Besuch abgesagt. Umso überraschter waren die drei hübsch gekleideten Damen, als wir doch erschienen. Bryan war nicht fertig geworden und hatte Camille für morgen bestellt. Er ging wieder in sein Büro, um weiter zu arbeiten. So geht das hier in China laufend. Man kann sich nichts vornehmen, ständig werden die Pläne kurzfristig über den Haufen geworfen. Wenn man die Schüler oder Lehrer fragt, wann der letzte Schultag ist, kann keiner diese Frage beantworten. Es gibt keinen letzten Schultag hier. Keiner macht irgendwelche Urlaubspläne, weil keiner weiß, wann er frei hat. Unvorstellbar.
So verbrachten wir den Abend wieder in unserem geliebten Teehaus in netter Gesellschaft. Zunächst verpassten wir den drei Damen auf ihren eigenen Wunsch hin einen englischen Namen. Dazu hatte Camille drei Seiten mit Namen und deren Herkunft mitgebracht. Wir riefen dann die Namen, und derjenige, der den Damen am besten gefiel, bei dem sie sich angesprochen fühlten, wurde ausgewählt. Ab heute heißen sie Celia, Roseanne und Vanessa. Und das Geschäft lief auch heute Abend wieder auf Hochtouren. Wir scheinen wirklich wie Magneten zu wirken. Fast jeder Passant hat das Bedürfnis, gemeinsam mit einem Ausländer eine Tasse Tee zu trinken. Natürlich kaufte dann jeder noch etwas, bevor er den Shop verließ.
Der Besitzer des Western Style Cafés kam auch vorbei und fragte, ob wir noch in seinem Café vorbeischauen würden. So ließen wir den Abend dort bei Musik von Frank Sinatra und Elvis Presley sowie einem Eiskaffee ausklingen, auf den wir noch acht Yuan Rabatt bekamen.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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15.05.06

Ein warmer Montag

Heute war wieder ein sehr warmer Tag. Nachdem sich der dicke Dunst aufgelöst hatte, ließ sich die Sonne recht lange sehen, und selbst heute Abend, als es bereits dunkel war, kühlte die Luft nicht ab.
Am Morgen hatte ich das Vergnügen, Mary kennen zu lernen. Meine Kollegen in Deutschland sprachen immer von Mary. So wurde das heutige Treffen arrangiert. Mary arbeitete vor Sirley in dem Foreign Affairs Office. Sie war im letzten Jahr für die Betreuung der deutschen Delegation verantwortlich. Dieser Job und der des Lehrers sind kaum unter einen Hut zu bekommen. Deshalb konzentriert sich Mary jetzt auf ihren Job als Englischlehrerin in der Jahrgangsstufe Senior 1. Sie war mir bis heute tatsächlich nicht über den Weg gelaufen. Aber sie könnte diejenige Kollegin sein, die im Austausch für eine Zeit an unserer Schule arbeiten wird. Zumindest ist sie grundsätzlich bereit dazu und würde die Herausforderung gern annehmen. Es wurde aber in der Schulleitung noch keine Entscheidung getroffen.
Es war sehr schön, hier in China nicht auf Muttertagsgrüße von meinen beiden Söhnen aus Holland und den USA verzichten zu müssen, trotz der weiten Entfernungen und Zeitunterschiede. Habt beide herzlichen Dank dafür! Durch das Internet rückt die Welt näher zusammen. Und auch dir, lieber Kurt-Ulrich, herzlichen Dank, dass du mich jeden Sonntag telefonisch auf dem aktuellsten Stand der Ereignisse zu Hause hältst.
Nach meinem Unterricht, heute wurden Werbefotos gemacht, ging ich wieder mit Sirley ins Fitnesscenter. Ich hatte wieder Glück, nach der Aerobicstunde, die ja wegen der verspäteten Ankunft keine Stunde mehr ist, ein Laufband zu ergattern. Die wenigen Bänder, die noch in Betrieb sind, sind einer Dauerbelastung ausgesetzt und haben schon sehr gelitten. Mein zweiter Monat der Mitgliedschaft läuft bereits am Mittwoch ab. Dann werde ich keine neue Dauerkarte kaufen. Es ist viel zu heiß und gibt keine Abwechslung.
Nach dem Fitnesscenter zeigte mir Sirley im „Trust Mart“, dem einzigen großen Einkaufsmarkt hier, verschiedene typische Gewürzmischungen, die ich mit nach Hause nehmen kann, um die ersten Tage nach meiner Rückkehr nicht auf die chinesische Küche verzichten zu müssen. Und selbst eine Gewürzmischung für Hotpot habe ich hier gefunden. Also, liebe Bärbel, vielleicht klappt es ja tatsächlich, deinem Wunsch entsprechend, auch noch mit einem Hotpotessen in Biederitz. Ansonsten fahren wir nach Berlin, um gemeinsam mit meiner Schwester das neu eröffnete Hotpotrestaurant zu besuchen.
Den Abend verbrachte ich wieder mit Camille hier oben bei einer Tasse neuen Tees, den sie heute geschenkt bekommen hat.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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14.05.06

Muttertag mit Pipa und Tee

Heute durfte ich wieder einen wunderschönen Tag erleben. Nicht nur die warmen Sonnenstrahlen weckten mich heute Morgen, sondern auch ein Anruf. Sirley wollte um 7.30 Uhr wissen, ob ich heute schon etwas für den Tag geplant hatte. Sie lud Camille und mich im Namen ihres Mannes zu einem Ausflug aus Anlass des Muttertages ein. Seit heute gibt Camille in der Senior School jeden Sonntag Bibelunterricht. Danach starteten wir zu einem Ausflug in das Gebiet, wo Pipa wächst. Pipa ist eine Frucht, die zurzeit an jeder Ecke angeboten wird, da sie Saison hat. Die ersten Pipa bekam ich bei Linda angeboten, die mir auch beibrachte, wie man sie isst. Seit dem habe ich ständig welche bei mir zu Hause. Sie schmecken ganz prima. Diese Frucht ist in entferntem Sinne mit unserer Aprikose vergleichbar, wächst aber nur im sonnigen und warmen Süden Chinas. Dafür gibt es auch keine englische oder deutsche Bezeichnung, eben Pipa. Eine Autostunde von hier entfernt gibt es ein großes Anbaugebiet, wo die Früchte an Bäumen wachsen und mit unzähligen Fähnchenketten die Besucher einladen, dort zu verweilen. Es wurde extra eine neue Straße dorthin gebaut. Rundum sieht alles noch nach Baustelle aus, weil sich das spezielle Gebiet noch im Anfangsstadium als Besuchermagnet befindet, aber es gab schon viele Farmershäuser, bei denen man Pipa selber pflücken und verkosten konnte. Wir besuchten eine große Plantage, der Kuckuck unterhielt uns beim Naschen. Wir bekamen beim Verlassen noch einen riesigen Beutel mit den süßesten Früchten geschenkt, denen, die den sonnigsten Platz abbekommen hatten. So brauche ich die nächste Woche keine zu kaufen. Zum Mittag hatte Sirleys Familie ein nettes Lokal in Xing Long ausgewählt. Dort gibt es alles, was mit Pilzen zu tun hat. Bereits im Eingangsbereich wurden alle Pilzsorten in Schälchen mit Erklärungen vorgestellt. Wir aßen Hotpot mit 10! verschiedenen Pilzsorten und diversen Gemüsearten. Das war echt lecker. Uns wurde auch die Zwiebel im Pot gezeigt, die ihre weiße Farbe nicht in blaue Farbe gewechselt hatte. Das bedeutete, dass kein giftiger Pilz im Feuertopf gelandet war. Wie beruhigend! Nach dem Essen verweilten wir noch eine Weile an dem herrlichen Ort und wanderten am Fluss entlang. Es war so himmlisch ruhig und erholsam dort. Das herrliche Wetter tat sein Übriges. Um 16.00 Uhr mussten wir die Heimreise antreten, da Vivien am frühen Abend wieder zum Unterricht musste.
Camille und ich besuchten am Abend „unser“ Teehaus. Wir wurden wieder so nett empfangen… Heute durfte ich die Teezeremonie üben. Es war gar nicht so einfach, das alles so elegant hinzubekommen. Wir unterhielten uns gerade über den Besitzer des Hauses und brachten unsere Verwunderung zum Ausdruck, dass wir ihn bei unseren zahlreichen Besuchen noch nie zu sehen bekommen hatten, da trat ein Herr ein und wurde uns von Yan Hui als Chef vorgestellt. Als hätte er unsere Unterhaltung mitbekommen. Aber er sprach kein Englisch. Er übernahm dann die Zeremonie und zeigte uns, was ein Könner so drauf hat. Das war so interessant, ihm zuzuschauen. Wir mussten auch das laute Schlürfen und Verkosten üben. Es gesellten sich so viele Leute von der Straße zu uns, das Geschäft lief hervorragend, es wurden so viele Dinge gekauft. Um 22.00 Uhr verließen wir das Teehaus und hatten wieder so viel Tee geschenkt bekommen, dazu jeder eine Tasse. Ich brauche die nächsten Jahre keinen Tee zu kaufen. Ich hoffe nur, dass ich alles mit nach Hause geschleppt bekomme. Unglaublich, was sich in den Wochen an Geschenken angesammelt hat.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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13.05.06

Abschiedslunch

Heute gab es zunächst regelrecht kalte Temperaturen draußen. So frisch war es schon lange nicht mehr. Der Wind wehte ganz ordentlich.
Zum allerersten Mal meines Aufenthaltes hier hatte Sirley heute eine Hose an, die sie in den vergangenen zwei Monaten bereits einmal getragen hat. Bislang trug sie wirklich jeden Tag etwas anderes, kein einziges Kleidungsstück an ihr hatte sich bis heute wiederholt. Ich weiß nicht, wo sie all die Röcke, Kleider, Hosen und Oberteile deponiert, aber sie erzählte mir, dass für ihren Mann und ihre Tochter in der Tat kein Platz für Kleidung in ihrer Wohnung ist. Sie hat aber bereits eine größere Wohnung hier in Shuangliu gekauft, die noch nicht ganz fertig ist. Im Dezember hofft sie, dort mit ihrer Familie einziehen zu können.
Am Vormittag war ich mit ihr unterwegs, um jemanden zu finden, bei dem ich für das nächste Wochenende eine Reise in das Pandareservoir buchen konnte. Jedoch hatte kein Reisebüro, kein Hotel irgendetwas in der Richtung im Angebot. Der Weg dorthin durch die Berge muss sehr schwer passierbar sein. Offensichtlich ist nicht jeder Autofahrer in der Lage, dort gefahrlos anzureisen. Ein Hotel winkte nicht gleich ab, die wollen versuchen, ein Auto mit Fahrer zu organisieren. Als ich das heute in der Schule noch einmal ansprach, meinte Bryan, er wird schon noch eine Möglichkeit finden, dass ich dorthin komme. Bevor ich hier wieder abreise, muss ich dort gewesen sein.
Nebenbei zeigte mir Sirley eine Karte mit einem Guthaben von 30 Yuan. Jede Lehrerin und Mitarbeiterin der Schule, die auch Mutter ist, hat zum Muttertag so eine Karte geschenkt bekommen. Damit wird sie gemeinsam mit ihrer Familie schön essen gehen.
Mr. Wang hatte mich zum heutigen großen Lunch eingeladen. Es wurde zum Abschied von zwei Kollegen gegeben, die die Schule, beziehungsweise das Administrativbüro verlassen, um ab Montag einen besser bezahlten Job im Regierungsministerium anzutreten. Ich war die einzige, die nicht zu den Bürobeschäftigten gehörte und trotzdem eingeladen war. Dazu wurden wir mit dem Schulauto in ein angenehmes Lokal im Grünen am Rande der Stadt gefahren. Dort ließ sich dann auch die Sonne blicken, so dass es ein netter Aufenthalt wurde. Mr. Wang konnte in seinem Toast nicht oft genug erwähnen, wie erfreut er darüber ist, mich als guten persönlichen Freund an seiner Schule als Gastlehrer zu haben. Er hat inzwischen begonnen, Englisch zu lernen, damit er beim nächsten Besuch in Deutschland mitreden kann. So viel wie ich wieder auf mein Wohlergehen trinken musste, wird es mir den Rest meines Lebens nicht mehr schlecht gehen. So viele nette Leute, die mich als guten Freund bezeichnen…
Da ich mich mit meiner Schülerin Tina am frühen Nachmittag verabredet hatte, verließ ich mit einigen anderen gegen 14.00 Uhr die Anlage. Sie wollte mich mit nach Chengdu zum Stadtbummel nehmen. Leider war von Tina weit und breit keine Spur zu sehen. Später rief sie mich an, um mir mitzuteilen, dass sie nicht so lange warten konnte. Ich war einfach zu spät zurückgekehrt. Da sie in Chengdu wohnt, hätte sie mich am Abend nicht zurück nach Shuangliu begleitet. So war ich im Endeffekt nicht so traurig über die nächste verpasste Möglichkeit, weitere Teile von Chengdu mit Führung kennen zu lernen. Stattdessen nutzte ich das schöne Wetter, um meinem geliebten Park wieder einen Besuch abzustatten. Heute sah ich hier zum ersten Mal Jugendliche mit Bierflaschen in der Hand. Noch nirgendwo anders habe ich zuvor jemanden mit Alkohol in der Hand oder alkoholisiert gesehen. Dann besuchte ich noch meine Freundin Yan Hui in dem Teehaus, die mir gleich um den Hals fiel und sich riesig freute, mich wieder zu sehen. Sie hatten gerade Ware bekommen, womit sie zu dritt alle Hände voll zu tun hatten. Ich musste ihr versprechen, morgen Abend wieder auf einen Tee vorbei zu schauen.
Den Abend verbrachte ich wieder mit Camille bei Tee und der Auswertung des heutigen Tages.
Meine speziellen Glückwünsche gehen heute an meine liebe Schwester. Liebe Conny, ich gratuliere dir ganz herzlich zu deinem Geburtstag und wünsche dir für dein neues Lebensjahr alles erdenklich Gute, beste Gesundheit, sowie viel Schaffenskraft und Energie für die Verwirklichung deiner Pläne. Habe vielen herzlichen Dank für deine Treue, die du mir auch hier zukommen lässt. Du nimmst regen Anteil an meinem Aufenthalt hier und kommentierst fleißig. Das kostet alles Zeit, die du oft eigentlich gar nicht hast. Also, vielen Dank!

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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12.05.06

Schon wieder Wochenende

Heute schaffte es die Sonne wieder nicht, sich durch Stärke zu behaupten. Das war mir nur recht, ich bevorzuge in der Tat die Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad Celsius. Inzwischen gießt es wieder in Strömen.
Am Nachmittag nahm ich Kontakt auf zu meiner Schule in Magdeburg, um noch wichtige Dinge in Vorbereitung auf den bevorstehenden Besuch einer chinesischen Delegation zu klären. Es ist tatsächlich nicht einfach, die beschäftigten Schüler hier zu einer Europatour zu bewegen. Die meisten haben keine Zeit, meine Deutschschüler z.B. haben sich für einen Intensivkurs Deutsch an der Universität in Chengdu angemeldet. Anderen fehlt das Geld für so eine Reise. Wiederum schwindet das Interesse, wenn nicht in sieben Tagen sieben verschiedene Länder zur Besichtigung auf dem Programm stehen. Und dabei geben sich meine Kollegen so viel Mühe, einen interessanten Aufenthalt und eine abwechslungsreiche Europatour zusammen zu stellen.
Im Unterricht ging es wieder um den deutschen Essenstisch. Die Schüler fanden das zu lustig, dass ich mein ganzes Inventar an Besteck und Geschirr, sowie diverses Verpackungsmaterial mitgebracht hatte. Ich denke, heute konnte sich auch der Letzte die Wörter merken. Im Endeffekt der Favorites kam heraus, dass alle am liebsten Hot Pot essen. So sind wir verblieben, dass wir vor meiner Abreise alle gemeinsam noch einmal Hot Pot essen gehen. Dabei wurde mir bewusst, dass meine Tage hier in China inzwischen gezählt sind. Ich bin gespannt, ob wir das bei der Rund-um-die-Uhr-Beschäftigung der Schüler auf die Reihe bekommen. Am Montag wird ein Termin festgemacht.
Im Fitnesscenter war deutlich zu spüren, dass schon wieder ein Wochenende vor der Tür steht. Es herrschte wenig Betrieb, so dass wir beide, Sirley und ich, gleich nach unserer Ankunft zwei der vier gängigen Laufbänder für uns erobern konnten. Während meines Laufes wurde ich von einer Englischlehrerin der anderen Junior School hier in Shuangliu angesprochen, ob ich nicht Interesse hätte, einen English Summer Course im Juli/August zu leiten. Sie suchen händeringend Englischlehrer. Um so größer war die Enttäuschung, als sie erfahren musste, dass ich aus Deutschland und nicht aus einem englischsprachigen Land komme. Die wollen hier natürlich Muttersprachler haben. Das hatte sie noch nie gehört, dass jetzt nach China auch schon Lehrer aus Deutschland kommen, um hier Deutsch zu unterrichten. So erklärte ich mich auf ihre Bitte hin bereit, Wesley ihre Telefonnummer weiterzureichen. Sie kannte ihn. Wes lehnte jedoch dieses Angebot ab. Er ist nicht bereit, für diese Schule zu arbeiten. Er hat schon seine Erfahrungen mit dieser Schule gemacht, die ihn vor einiger Zeit gefeuert hat.
Den Abend verbrachte ich wieder mit Camille bei einer Tasse Tee und der ausgiebigen Auswertung des Tages.
Heute möchte ich dir, lieber Florian Hirschmann, meine herzlichsten Glückwünsche zu deinem heutigen Geburtstag übermitteln. Ich wünsche dir für dein neues Lebensjahr beste Gesundheit, sowie viel Schaffenskraft und Erfolg in der Schule.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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11.05.06

Ein neuer Bewohner

Heute herrschten wieder angenehme Temperaturen, so dass mein allmorgendlicher Rundgang nicht zur Strapaze wurde, wie schon so oft. Als ich gegen 11.45 Uhr wieder nach Hause kam, herrschte eine unglaubliche Menschenansammlung direkt auf der Kreuzung vor unserem Haus. Ein schwarzer PKW wurde umzingelt, die Insassen laut beschimpft, das Auto bespuckt und immer drauf gehauen. Ich weiß nicht, was da im Vorfeld passiert war, aber es war unglaublich, was sich die nächsten Stunden!! dort abspielte. Auch die Polizei war anwesend, parkte ihr Auto mitten auf der Kreuzung, stand aber tatenlos daneben. Als dann die Schule um 12.10 Uhr ihre 5000 Schüler zur Mittagspause entließ, kamen noch etliche Schaulustige dazu. Es war kein Durchkommen mehr. Die Fahrzeuge, die vorbei wollten, mussten sich mit ständigem Gehupe Durchfahrt verschaffen. Es gab Ansagen über die Flüstertüte, die ich leider nicht verstand, dann gab es irgendwann tosenden Beifall und Jubelschreie. Nach zwei Stunden kam ein Fernsehteam angerückt mit Kameras und Mikrofon und filmte die ganze Angelegenheit. Als ich um 16.30 Uhr das Haus verließ, um zu meinem Unterricht zu gehen, war noch keine Entspannung der Lage in Sicht. Erst als ich heute Abend nach Hause kam, hatte sich die Massenansammlung aufgelöst, auch der schwarze PKW war weg.
In der Schule beglückwünschte ich zwei meiner Schülerinnen zu ihrer tollen Leistung, die sie an zwei Tagen bei dem Englischwettbewerb in Dujiangyan gebracht hatten, für das Finale hatten sie sich nicht qualifiziert. Nach einem Zögern, ich dachte schon, ich hatte mich geirrt, freuten sie sich, dass ich sie wieder erkannt hatte. Sie konnten es gar nicht fassen. Ich war selber stolz auf mich, wo die doch in meinen Augen fast alle gleich aussehen, und bei so vielen Schülern… Aber ich hatte es gewagt, sie anzusprechen.
Auf dem Schulhof begegneten wir einem farbigen Lehrer. Claire erzählte mir, dass das seit Montag der neue Bewohner der 6.Etage sei, ein US-Amerikaner, Mitte 50. Er wohnt seit 6 Jahren in Chengdu und hat bis zum Schuljahresende die Stunden von Nick übernommen. Bryan, dieser neue Lehrer an der Junior School, verbringt allerdings nur die Mittagspause zum Erholen in der Wohnung. Nach Schulschluss fährt er nach Chengdu zu seiner Familie. Deshalb ist er mir hier im Haus auch noch nicht begegnet.
Nach der Stunde ging es wieder mit Jane und Claire zum Dinner. Heute gab es neben vielen neuen Gerichten, die ich bisher nicht serviert bekam, Frosch. Ich dachte, mich verhört zu haben, aber auf mein ungläubiges Dreinschauen wurde mir versichert, dass das nicht die Frösche aus dem Tümpel sind, sondern speziell zum Essen gezüchtete. So angelten wir uns aus dem Topf zwischen den vielen großen Steinen, Bohnen, Chilischoten und diversen anderen Zutaten die Froschteile heraus. Und das schmeckte hervorragend! Nur die vielen Knochen und Knorpel waren nervig, kaum Fleisch dran.
Nun wartet Camille auf meinen Anruf, dass ich zum Tee und zum Auswerten des Tages bereit bin.
Meine Geburtstagsglückwünsche gehen heute an dich, liebe Marie. Ich wünsche dir alles Gute im neuen Lebensjahr, viel Gesundheit, Glück und Erfolg bei der Bewältigung deiner Aufgaben. Mein Glas Tee trinke ich speziell auf dein Wohl!

Posted by carola um 21:43 | Kommentare (0)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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10.05.06

Essen in Deutschland

Heute gab es mal wieder angenehme Temperaturen. Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte und auch heute Morgen nicht aufhören wollte, ließ sich die Sonne um die Mittagszeit sehen. Ein kräftiger Wind verhinderte jedoch, dass es gleich wieder so heiß wurde. So machte der Spaziergang wieder richtig Spaß. Ich kaufte für Linda einen USB-Stick, der hier nicht so teuer ist wie bei uns, und brachte alle Bilder drauf, die ich in der letzten Woche mit ihrer Familie gemacht hatte. Sie freute sich riesig über das Geschenk, denn ihre Mutter hatte bereits vor einigen Tagen Interesse angemeldet.
In unserer Deutschstunde ging es heute um den deutschen Essenstisch: Zubehör, Speisen und Getränke. Die Schüler waren schon verwundert, keine Stäbchen, Dumplings oder Nudeln auf dem Frühstückstisch zu finden. Stattdessen aß der Jugendliche im Lehrbuch ein Brötchen mit Butter und Marmelade, zum Mittag einen Hamburger mit Cola, zum Kaffee Pommes mit Ketschup und Eis und zum Abendbrot eine riesige Pizza mit Cola, während der Herr bereits zum Mittagessen ein Glas Bier trank und zum Abendbrot ein weiteres. Damit sollte nun der deutsche Durchschnittsbürger dargestellt werden. Das konnten die Schüler gar nicht verstehen, wie man so viel ungesunde Speisen zu sich nehmen und so viel Alkohol am Tag trinken kann. Bloß gut, dass ich da war, und das ein wenig relativieren konnte. Das Essen ist tatsächlich völlig anders als hier. Das gab den Schülern zu denken, die ernsthaft vorhaben, eines Tages nach Deutschland zu kommen, um dort zu studieren. Linda, die schon dort war, meinte nur, dass sie immer Hunger hatte und nicht wusste, was sie essen sollte, weil es einfach keine Auswahl gab und gar nicht würzig bzw. scharf war. Süße Speisen und Käse sind so gar nicht nach dem Geschmack der Chinesen.
Die angenehmen Temperaturen nutzte ich heute, um endlich mal wieder 60 Minuten auf dem Laufband im Fitnesscenter auszuhalten. Da die Kurse bereits im Gange waren als ich dort ankam, hatte ich sogar das große Glück, nicht lange warten zu müssen, um ein Laufband zu erhaschen. Nach einer Weile erschien Louis, der vom Kindergarten, begrüßte mich ganz freundlich und schloss seinen MP3- Player an meinem Laufband –einem der neuen- an. Dann erklang in ohrenbetäubender Lautstärke aus den Lautsprechern klassische Musik. Er hatte niemanden gefragt, ob es recht ist, wenn er das Fitnesscenter mit seiner Musik beschallt, es nahm aber auch niemand Anstoß daran. Ich war wohl die einzige, die etwas verwundert drein schaute. So lief ich heute bei klassischer Musik meine Zeit ab.
Zu vorgerückter Stunde saß ich, wie inzwischen jeden Abend, mit Camille bei einer Tasse Tee zusammen. Heute brachte sie eine neue Sorte Tee mit. Bei einer netten Talkrunde ließen wir den Tag ausklingen.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

09.05.06

Post aus Deutschland

Heute Morgen besuchte mich Claire, um sich die Bilder vom Englischwettbewerb in Dujiangyan von meinem Laptop herunter zu laden. Es soll in der Schule öffentlich bekannt gemacht werden, dass zwei Schülerinnen der Junior School an diesem Contest teilgenommen und sich bis ins Finale durchgekämpft haben. Leider habe ich mit vielen Bildern, die ich gemacht habe, Probleme, sie in mein Album zu stellen, u.a. auch diese.
Als ich am Nachmittag vor meiner Stunde ins Büro kam, lag eine Ansichtskarte mit lieben Grüßen an mich auf dem Tisch, die erste Post, die mir nicht per Computer gesandt wurde. Lieber Günter Mösenthin, ich bedanke mich ganz herzlich für die lieben Grüße vom Rhein, die tatsächlich nach 12 Tagen hier eingetroffen sind. Meine Bücher dagegen, die ich am 10. März in Bejing zur Post gebracht habe, sind heute, nach zwei Monaten, noch nicht zu Hause angekommen. Ich hoffe, dass die zahlreichen Karten, die ich versandt habe, ihren Empfänger erreicht haben. Einige Bestätigungen habe ich erhalten.
Heute Abend begaben wir uns in das Lieblingscafé der Amerikaner, um noch einmal gemeinsam Tee zu trinken, bevor Jason morgen wieder nach Hause fliegt. In dem Straßenabschnitt herrschte reine Dunkelheit, der Strom hatte mal wieder versagt. So saßen wir bei Kerzenschein, bekamen aber heißen Tee serviert. Es war sehr gemütlich. Gegen 21.30 Uhr, nachdem der Strom gerade wieder da war, machten wir uns auf den Heimweg. Ungewöhnlich viele Geschäfte hatten um diese Zeit ihre Rollläden bereits heruntergelassen. Um so lauter schallte die Musik aus vereinzelten anderen Geschäften. Es zog ein kräftiger Wind auf, der frische Luft mit sich brachte, richtig angenehm. Zu Hause angekommen, wurde es regelrecht stürmisch. Inzwischen gießt es in Strömen, begleitet von einem kräftigen Gewitter. So ist die Hoffnung auf etwas Abkühlung morgen groß, zumindest in den frühen Morgenstunden.
Letzte Woche bemerkte Wes, dass sein Arbeitsvisum nur noch bis zum 1.Juni 2006 gültig ist. Heute erfuhr er, dass sein Arbeitsvertrag mit der Schule nicht verlängert wird. Da keine Zeit mehr bleibt, alles auf die Reihe zu bekommen, irgendwo einen neuen Arbeitsvertrag zu bekommen, weil viele Schritte, Behördenbesuche, ärztliche Untersuchungen usw. im Vorfeld nötig sind, muss auch er zurück nach Kanada, nach fünf Arbeitsjahren und Gründung einer Familie. Er ist völlig verzweifelt, weil er nicht weiß, wie es weitergehen soll. Darauf nimmt hier aber keiner Rücksicht. Schließlich ist es seine Nachlässigkeit, und die Bedingungen, hier als Lehrer arbeiten zu können, sind auch härter geworden. Er kann keinen Nachweis über eine abgeschlossene Ausbildung bringen, das erschwert die ganze Sache zusätzlich zu dem Zeitproblem. Das wurde in der Vergangenheit hier großzügiger gehandhabt. So wird das Haus immer leerer. Wenn auch noch Jonathan am 31. Juli das Land verlässt, ist Camille die einzige, die hier wohnt. Ihr Vertrag dauert bis zum 31. Januar 2007.

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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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08.05.06

Der Alltag ist zurück

Gestern Abend um 22.00 Uhr bekam Camille von einer Schülerin noch eine Geburtstagstorte überreicht. Es wurde sich kurzerhand in der Wohnung von Jonathan und Jason getroffen, wo wir gemeinsam diese Kalorienbombe verputzten. Camille bestand darauf, sie noch an ihrem Geburtstag zu verspeisen. Dabei zeigte uns Jason seine Bilder auf dem Laptop, die er auf seinen Reisen in den letzten Tagen gemacht hatte. Der Tibet war dabei die interessanteste Fahrt. Morgen Abend wird in Camilles Lieblingscafé Abschied von Jason gefeiert, der China am Mittwoch nach vier Monaten wieder verlassen wird. Sein Freund Jonathan hat hier an der Junior School noch einen Arbeitsvertrag bis zum 31. Juli. Um 24.00 Uhr wurde die gemütliche Runde wieder aufgehoben, da Camilles Geburtstag um diese Zeit endete.
Nach einer Woche Schulpause ging es heute wieder los mit dem regulären Unterricht. Da die Senior School, und auch die Junior School, viele Heimschüler hat, die über die Ferienwoche nicht nach Hause gefahren sind, gab es auch in den Ferien für alle Schüler Unterricht und viele Hausaufgaben, damit sich keiner langweilt.
Heute startete ein neues Zeitraster. Die Mittagspause ist eine halbe Stunde länger. So beginnt der Nachmittagsunterricht erst um 15.00 Uhr und entsprechend später auch der Abendunterricht. Meine Stunde ist demzufolge jetzt immer von 16.40 Uhr bis 17.20 Uhr. An der Junior School sind die Stunden jeweils um zwei Minuten verkürzt, d.h. sie dauern nur noch 38 Minuten. Außerdem beginnt der Schultag später. Meine Stunde am Donnerstag ist jetzt immer von 17.13 – 17.51 Uhr.
Alle Deutschschüler waren am Nachmittag wieder an Bord, hatten aber doch nach zwei Wochen Deutschpause vieles vergessen. So wurde heute in erster Linie wiederholt.
Da auch Sirley durch die verlängerte Mittagspause länger arbeiten muss, gingen wir wieder im Anschluss an unsere Arbeit gemeinsam zum Fitnesscenter. Nun schaffen wir den Beginn unserer Kurse leider nicht mehr, da diese keine Rücksicht auf unsere spätere Arbeitszeit nehmen. Und die Laufbänder sind auch nach der Ferienwoche nicht repariert. Stattdessen ist eines der neuen Geräte bereits defekt, und das Laufband völlig durchgetreten und gerissen. Letzte Woche gab es keine Kurse, das Center hatte lediglich drei Stunden am Nachmittag geöffnet. Es gab auch kein Wasser zum Duschen. Trotzdem muss es genug Leute gegeben haben, die das Laufband so verbraucht haben. Es blieb uns nichts anderes übrig, als auf ein Laufband zu warten. Wir konnten schließlich auch eins nutzen, mussten aber feststellen, dass es bei dieser Hitze unmöglich ist, länger als 30 Minuten zu laufen, ohne einen Kreislaufkollaps zu erleiden. Der Aerobickurs war heute auch gestrichen, lediglich der Bauchtanzkurs fand statt. Keine Klimaanlage, kein Lüftchen, das von draußen herein wehte. Aber auf unserem Nachhauseweg wurden wir doch noch von ein paar luftigen Winden angenehm überrascht.

Posted by carola um 22:27 | Kommentare (0)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

07.05.06

Das Finale

Gestern Abend, nachdem wir von Vivien noch ein Konzert auf ihrem Gǔ zhēng, einem traditionellen chinesischen Musikinstrument, präsentiert bekommen hatten, ging es ein drittes Mal nach Dujiangyan. Wir suchten uns in der Stadt ein Hotel, wo wir die Nacht verbrachten. Wir wanderten noch durch die bunt erstrahlte Stadt, am Fluss entlang, bis wir uns zum Dinner in einem netten Restaurant unter Sonnenschirmen niederließen. Wir saßen noch nicht richtig, es standen gerade die ersten Gerichte auf dem Tisch, als urplötzlich ein riesiger Sturm mit monsunartigen Regenfällen auf uns hernieder prasselte. So schnell konnten wir gar nicht in das Restaurant flüchten, wie wir durchnässt waren. Es herrschte bis dahin aber auch eine unerträgliche Hitze, wie in der Sauna. Wir ließen uns aber davon die Laune nicht verderben und hatten einen schönen Abend. Um 23.00 Uhr mussten wir dann aber aufbrechen, um am nächsten Tag fit zu sein.
Heute hieß es wieder früh aufstehen, da der Wettbewerb um 8.00 Uhr in seine letzte Runde gehen sollte. Vorher wurde noch ein Geburtstagsständchen für Camille gesungen. Sie war überwältigt von den Geschenken, die sie von uns überreicht bekam, da sie nicht damit gerechnet hatte. Ihr liefen nur so die Freudentränen die Wange hinunter.
Mit 40 Finalisten hatte das Komitee gerechnet, 38 waren erschienen. Da Viviens Schule, die Shuangliu Middle Junior School, am Freitag einen Anruf bekam, bei dem mitgeteilt wurde, dass sich zwei Schüler für das Finale am Sonntag in diesem Wettbewerb qualifiziert hatten, erschienen auch prompt meine mir bekannten Kolleginnen Jane und Jenny, gemeinsam mit einer dritten Kollegin und der anderen qualifizierten Schülerin, um sich die ganze Angelegenheit persönlich anzuschauen. Es gab ein herzliches Wiedersehen. So hatte auch der Fahrer des Schulautos wieder eine Sonntagsbeschäftigung. Das ist hier selbstverständlich, dass er zu jeder Tages- und Nachtzeit für schulische Angelegenheiten zur Verfügung steht.
Heute mussten sich die Finalisten zunächst in 30 Sekunden selbst vorstellen, dann bekamen sie vier Bilder präsentiert, zu denen sie nach kurzer Bedenkzeit eine Bildergeschichte erzählen sollten. Danach wurde dem Schüler, bzw. allen Anwesenden, ein 30-Sekunden-Ausschnitt aus einem Film (zum Erlernen der englischen Sprache) zweimal vorgespielt. Dazu mussten zwei Fragen beantwortet werden, womit das verstehende Hören getestet wurde. Nachdem alle Finalisten durch waren, gab es den letzten Teil, eine Debatte. Jeweils 4 Teilnehmer mussten gemeinsam zu einem Thema debattieren, wobei jeweils zwei dafür und zwei dagegen sein und ihren Standpunkt klar vertreten mussten. Viviens Gruppe musste zum Thema „Sex education should start at school“ dieses Streitgespräch führen. Das Thema wurde den Schülern 10 Minuten vor Beginn der Debatte bekannt gegeben. Diese Zeit blieb ihnen, sich darauf vorzubereiten. Die ersten drei Plätze haben andere Schüler belegt, Vivien war sehr enttäuscht, aber nachdem wir ihr klar gemacht hatten, was sie alles an Erfahrungen für ihr weiteres Leben in dieser Woche gewonnen und dazu gelernt hat und sie erfahren hatte, dass sie mehr Punkte erreicht hat als ihre beste Freundin, die an der Sprachschule lernt, war die Welt wieder einigermaßen in Ordnung.
Nach Beendigung des Wettbewerbs hatte Jane im Namen der Schule die gesamte Mannschaft zum Lunch eingeladen, in Anerkennung der erbrachten Leistungen der beiden Finalistinnen und dem Engagement der anderen Anwesenden. Es wurde wieder aufgetischt… Früher als erwartet konnten wir um 15.30 Uhr wieder in Richtung Shuangliu aufbrechen. So waren wir erfreulicher Weise bereits kurz nach 17.00 Uhr wieder zu Hause.
Heute Abend wird noch ein wenig Camilles Geburtstag gefeiert.

Posted by Florian um 23:53 | Kommentare (0)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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06.05.06

Leshan Giant Buddha

Heute nahmen mich Linda und ihre Familie mit zu einem Ausflug nach Leshan. Ihr Vater war nach zwei Monaten Arbeit für vier Tage nach Hause gekommen, da beschloss der Rest der Familie, mit mir am Samstag diese Attraktion in der Sichuan Province zu besichtigten. Pünktlich um 9.00 Uhr holten sie mich mit ihrem großen Mitsubishi-Jeep ab. Die drei Kinder saßen ganz hinten, Linda, ihre Mutter und ich hinten und Lindas Onkel neben Lindas Vater, dem Fahrer. In knapp zwei Stunden hatten wir nach 125 Kilometern unser Ziel erreicht. Es war so gigantisch, den 72 m hohen, in Stein geschlagenen Buddha in Natura sehen zu können. Bis dahin hatten wir jedoch ein Stück zu wandern und viele Treppen zu steigen. Aber der Aufwand bei glühender Hitze –das Thermometer im Auto zeigte wieder 34 Grad Celsius Außentemperatur- hat sich gelohnt. Und wider Erwarten war es dort nicht mit Menschen überfüllt. Die Sicht war so gut, dass wir sogar die Berge der Emei Mountains sehen konnten, die sich nicht weit von hier befinden. Es war aber einfach zu heiß, um noch längere Zeit dort zu verbringen, so dass wir uns nach der Besichtigung verschiedener Grabmale und anderer Ausgrabungen um 14.30 Uhr wieder auf den Heimweg machten. Die Familie ist so nett, hatte mich auch noch zum Dinner eingeladen, aber ich hoffe, sie haben mein Anliegen verstanden. Wenn wir nun schon so früh zurück sind, würde ich schon gern Vivien und ihre Familie zum Finale des Englischwettbewerbs nach Dujiangyan begleiten. Das war Viviens Wunsch, und sie hat sich riesig gefreut, als ich sie gerade anrief. Da die Endrunde aber bereits um 7.15 Uhr morgen früh beginnt, fahren wir gleich, um 17.30Uhr, los und verbringen die Nacht in dem Hotel, wo der Wettbewerb stattfindet. Auch Camille kommt wieder mit und wird ihren 60. Geburtstag nicht wie geplant in der Kirche, sondern beim English Contest in Dujiangyan begehen.
Im Halbfinale hat Vivien übrigens den 8.Platz belegt. Die besten 44 Wettkämpfer gehen morgen noch einmal an den Start und bestreiten das Finale. Da jetzt keine Zeit bleibt und wir morgen auch nicht vor Mitternacht zu Hause sein werden, gibt es die Bilder von dem Ausflug erst am Montag.

Posted by carola um 17:59 | Kommentare (0)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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05.05.06

Das Halbfinale

Zunächst möchte ich mich bei allen Interessenten für meine lückenhafte Berichterstattung in den letzten Tagen entschuldigen. Es gab hier keine Möglichkeit, eine Internetverbindung zu bekommen. Die letzten Eintragungen habe ich Florian über Skype zukommen lassen, so dass er sie auf die Seite bringen konnte. Gestern bekam ich eine neue IP-Nummer, dafür ging dann gar nichts mehr, nicht einmal die Skype-Verbindung. Heute Abend komme ich nach Hause und –ich kann es noch gar nicht glauben- funktioniert die Verbindung wieder. So hoffe ich, in den nächsten Tagen wieder regelmäßiger berichten zu können.
Gestern durfte ich einen wunderbaren Tag bei Linda, einer Schülerin von mir, und ihrer Familie verbringen. Pünktlich um 13.00 Uhr holte sie mich ab. Durch den Regen und die Pfützen stapfend erreichten wir nach einer halben Stunde ihr herrliches Zuhause. Dort wurde ich überaus herzlich von ihrer Mutter, ihrer Schwester, ihrem Onkel und dessen 4- und 5-jährigen Söhnen begrüßt. Ich war wirklich überrascht, was für eine tolle Wohnung ich da präsentiert bekam, alles da und wunderschön eingerichtet. Neben vielen Bildern, die ich mir anschauen durfte, brachte mir Lindas Mutter das Zubereiten von Dumplings bei. Es machte richtig Spaß, in so einer tollen und sauberen Küche zu kochen. Diese süßen Dumplings, die es hier in China eigentlich nur zu großen Festlichkeiten gibt, wurden zum Nachmittagssnack gereicht. Auch für eine extra Stunde Deutsch blieb Zeit. Und Julia, Lindas 11-jährige Schwester, bekam auf ihren Wunsch eine Englischstunde.
Zum Dinner wurden viele verschiedene Speisen auf den Tisch gebracht, die durchweg echt köstlich waren. Lindas Mutter und deren Bruder hatten sich beim Kochen unglaublich ins Zeug gelegt. Dann wurden mir noch so viele Geschenke mit auf den Weg gegeben… Ich weiß wirklich nicht, warum die Chinesen ausländische Gäste so verehren und auf eine Weise verwöhnen, die ich bislang in meinem Leben noch nicht erlebt habe.
Heute Morgen hieß es früh aufstehen. Um 6.00 Uhr ging es wieder mit Vivien und ihren Eltern nach Dujiangyan zum Halbfinale des Englisch-Talente-Wettbewerbs für Schüler der Junior School, für das sich Vivien am Mittwoch qualifiziert hatte. Da es gestern ordentlich gewittert und geregnet hatte, gab es heute Morgen angenehme Temperaturen für die Reise, allerdings war es gegen 10.00 Uhr schon wieder richtig heiß.
Heute hieß es für Vivien, 90 Sekunden zu einem Thema eine Rede zu halten. Die 14 Themen, von denen eins gezogen werden musste, wurden am Mittwoch bekannt gegeben. Nach dem Aufruf zog der Schüler ein Thema, auf das er sich 10 Minuten hinter der Bühne vorbereiten konnte. Natürlich durften keine Aufzeichnungen benutzt oder angefertigt werden, freies fließendes Sprechen war angesagt. 90 Sekunden können ja so lang sein, manchem Schüler kamen sie wie eine Ewigkeit vor. Vivien musste sich zum Thema „If I was a school principal“ äußern. Sie meisterte auch dieses Mal ihre Sache wieder hervorragend. Nach dem 70. Teilnehmer sind wir gegangen, Vivien war zu diesem Zeitpunkt die Drittbeste. Die besten 44 Teilnehmer des heutigen Wettbewerbs (100 Schüler waren am Start) haben sich für das Finale am Sonntag qualifiziert.
Zum Lunch fanden wir uns in einem herrlichen Ausflugslokal am Irrigation System, der größten und ältesten noch in Betrieb befindlichen Bewässerungsanlage Chinas, zum Lachsessen ein. Es gab Lachs in allen Varianten, sehr scharf, weniger scharf, als Suppe, in Senfsoße getaucht… Nach dem Essen wurde Vivien vom Fahrer der Schule abgeholt, in der Viviens Vater Schulleiter ist. Sie musste zum Nachmittagsunterricht wieder pünktlich in ihrer Schule sein. Um nicht allein reisen zu müssen, leistete ich ihr Gesellschaft. Wir schafften es nicht, pünktlich in Shuangliu zu sein. So beschränkt sich Viviens Schultag auf die drei Stunden, die sie heute Abend hat, während das chinesische Volk, das nicht gerade die älteste Klasse in der Junior oder Senior School belegt, immer noch die May Day Holidays feiert. Viviens Eltern und Camille blieben noch dort, um heute Abend an Ort und Stelle zu sein, wenn die Namen der qualifizierten Schüler bekannt gegeben werden. Diese haben dann gleich eine neue Startnummer für Sonntag zu ziehen. Davon ist auch abhängig, ob es bereits Samstag Abend oder Sonntag Morgen wieder nach Dujiangyan geht. Viviens größter Wunsch ist es, alle vier Personen wieder um sich zu haben, wenn sie ihren großen Auftritt hat und vor Lampenfieber droht umzufallen. Sonntag begeht Camille ihren 60.Geburtstag, den sie in der Kirche feiern wollte. Ich gehe morgen mit Lindas Familie auf Reisen und werde erst spät abends wieder zurück sein. So ist noch offen, ob wir mitfahren und Händchen halten können. Ich hoffe, sie entscheiden sich für die Hinfahrt Sonntag früh.

Posted by carola um 20:38 | Kommentare (0)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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03.05.06

The English Talent Competition

Heute begleiteten wir Vivien und ihre Eltern nach Dujiangyan, wo sich Vivien in einer wunderschönen Hotelanlage dem „Annual Sichuan Province Star Of Outlook English Talent Competition“ stellte. Sie hatte ganz hart an sich und ihren Englischkenntnissen gearbeitet und sich auf diesen Wettbewerb vorbereitet. Schließlich hatte sie uns gebeten, sie moralisch zu unterstützen. Und Camille konnte ihr auch viele gute Tipps und Argumente für ihren Auftritt geben. Um 11.00 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht. Vivien musste eine Startnummer ziehen. Sie hatte Glück, sie zog die Nummer 16. Plötzlich kamen Vivien Zweifel, dass sie dieser Sache überhaupt gewachsen ist, als sie ihre beste Freundin, die an der Fremdsprachenschule lernt, dort wieder sah. Diese war viel besser als sie, hatte viel bessere Möglichkeiten an ihrer Schule, ihr Englisch zu verbessern und sich auf diesen Wettbewerb vorzubereiten. Sie hatte die Startnummer 200 gezogen. Es kostete viel Einfühlungsvermögen und Worte, Vivien davon zu überzeugen, dass sie etwas kann und darauf vertrauen soll, dass sie alles erreichen kann, wenn sie ihre Ziele nur weiterhin so ehrgeizig verfolgt wie bisher. Dem Sieger dieses Wettbewerbs winkt ein Auftritt im Fernsehen auf CCTV 10.
Sirley und ihr Mann arbeiten sehr hart, um ihrer Tochter einen guten Start in die Zukunft zu ermöglichen. Viviens größter Traum ist es, ein Jahr in den USA zu verbringen, um ihre Englischkenntnisse zu erweitern. Sie möchte Journalistin werden.
Um 15.00 Uhr ging der Wettbewerb los. Der Reihe nach mussten drei Teilnehmer gleichzeitig auf die Bühne treten. Sie durften eine von 100 Zahlen selbst wählen, hinter denen sich jeweils ein Diskussionsthema verbarg. Es gab keine Bedenkzeit. Zunächst musste sich jeder in 30 Sekunden zu diesem Thema äußern, dann gab es drei Minuten Zeit, um zu dritt darüber zu diskutieren. Viviens Gruppe musste sich zum Thema „Do you think students shouldn’t be given failing grades?“ äußern. Es war schon bemerkenswert, was die 15jährigen an Argumenten zusammentrugen. Im Vorfeld wussten sie nicht, was für Fragen sie erwarten würde. Dann gab es eine neue Tafel, auf der sich hinter den selbst gewählten Nummern jeweils eine Frage verbarg, die es zu beantworten galt. Wer die Antwort wusste, konnte sich melden, und die Jury entschied, wer antworten soll. Die meisten Fragen kamen aus dem Bereich Geografie. Vivien war die einzige in ihrer Gruppe, die die Frage „When is Women’s Day?“ beantworten konnte. Es dauerte eine Weile, bis der Vorsitzende der Jury, ein Kanadier, sein „It’s correct.“ herausbrachte. “I didn’t know it.“ war seine Begründung für seine verzögerte Antwort. Das muss zusätzlich noch Punkte gebracht haben, denn nach zwei weiteren Gruppen wurde das Punktergebnis für Vivien und ihre Gruppenmitglieder bekannt gegeben. Und Vivien setzte sich mit 34,5 Punkten an die Spitze des Teilnehmerfeldes. Diese gab sie auch nicht ab bis zu unserer Heimreise um 17.30 Uhr, nach 60 Teilnehmern. Somit hat sie sich für die nächste Runde qualifiziert, die am Freitag an gleicher Stelle stattfindet. Dann muss sie sich zu einem von 14 Themen in 90 Sekunden äußern. Auch diese Themen haben es ganz schön in sich. Aber die schüchterne Vivien bewies auf der Rückfahrt im Auto, dass sie allen Themen bereits jetzt ohne Vorbereitung gewachsen war. Dieser Erfolg heute hat sie noch einmal beflügelt. Kurz vor unserer Ankunft in Shuangliu machten wir Halt in einem Restaurant und aßen noch gemeinsam Abendbrot. Um 20.30 Uhr waren wir wieder zu Hause. Vivien sitzt jetzt zu Hause, hat ihre vielen Hausaufgaben über die freien Tage unterbrochen und arbeitet alle 14 Themen aus. Es ist schon unglaublich, wie ehrgeizig manche Schüler hier sind. Aber viele haben schon in dem Alter begriffen, dass sie ohne Englisch nichts in ihrem Leben erreichen werden.
Da der Wettbewerb am Freitag voraussichtlich sehr früh beginnt, werden wir wahrscheinlich bereits morgen Abend dort wieder anreisen und eine Nacht in dem tollen Hotel verbringen. Vivien war sichtlich glücklich, dass sie uns vier Personen um sich hatte, die sie alle auf ihre Art aufbauten. So wird es mir ein Vergnügen sein, sie auch das nächste Mal zu begleiten.

Posted by Florian um 22:41 | Kommentare (0)

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
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Meine Reise nach Emei-Mountain

Während die Schüler von Mittwoch bis Sonntag ihre Prüfungen hatten, lief es bei mir recht ruhig ab, da auch die beiden Stunden am Mittwoch und Freitag wegen der Prüfungen ausfallen mussten. Camille besuchte mich jeden Abend auf ein Schwätzchen und eine Tasse Tee, da auch sie nichts am Computer machen konnte wegen der fehlenden Internetverbindung. Am Sonntag Mittag, nachdem die letzte Prüfung erledigt war, fuhren Camille und ich in Begleitung von Lena und einem netten Schüler, Terry, dessen Vater das Hotel gehört, nach Mt. Emei City, wo wir drei unserer freien Tage verbringen wollten. Hier in Shuangliu herrschten zu dieser Zeit 32 Grad Celsius. Wir sollten warme Kleidung anziehen, da es in den Bergen entschieden kälter sein sollte, was sich allerdings als Irrtum herausstellte. Ich habe drei Tage nur geschwitzt, weil ich viel zu warm angezogen war.
Zunächst fuhren wir mit dem Bus nach Chengdu, dann ging es weiter nach Mt. Emei City. Wir benötigten insgesamt für die etwa 180 Kilometer gute 4 Stunden. Es war auf allen Busbahnhöfen zu spüren, dass Feiertage anstanden. Alles war überfüllt, überall wartende Menschenschlangen.
Im Teddy Bear Hotel angekommen, wurden wir ganz herzlich von Terrys Eltern begrüßt. Außerdem saßen drei Paare aus Holland und Belgien bei einer kühlen Flasche Bier und waren ganz stolz auf sich, die höchste Stelle des Gebirges zu Fuß erklommen zu haben. Wir diskutierten ausgiebig unsere Route für den nächsten Tag. Andy, der Hotelbesitzer und Terrys Vater, gab uns dabei hilfreiche Tipps. Danach ging es noch in die Stadt, Terry ließ es sich nicht nehmen, uns die schönsten Straßen und Plätze im Zentrum seiner Heimatstadt bei Nacht zu zeigen. Mt. Emei City ist wahrhaftig eine wunderschöne Stadt, eben ein richtiger Urlaubsort. So viele Europäer habe ich bisher an keinem anderen Ort hier in China gesehen.
Am nächsten Tag ging es früh raus. Camille, die am lautesten geschnarcht und uns um unsere Nachtruhe gebracht hatte, beschwerte sich über das harte Bett, das der Grund dafür war, dass sie so schlecht geschlafen hatte. Nichts desto Trotz fuhr um 8.00 Uhr unser Bus los, der uns zum höchsten Punkt der Emei Mountains bringen sollte, den man auf der Straße erreichen kann. Die Aussichten von allen erdenklichen Punkten waren grandios, einfach toll. Das einzige, was fehlte, waren kühlere Temperaturen. Weiter bergauf ging es dann mit der Seilbahn. Den letzten Teil mussten wir dann zu Fuß erklimmen. Da Camille nicht so gut zu Fuß war, lief diese Wanderung eher gemütlich ab. Wanderstäbe hatten wir von Andy ausgeliehen bekommen. Es waren in erster Linie Treppenstufen zu steigen. Unterwegs liefen uns die wilden Affen über den Weg, die es im Emei-Gebirge an vielen Stellen zu sehen gibt. Das war nicht ganz ungefährlich, aber alle Mal sehr interessant. Um die Mittagsstunde hatten wir dann den zweithöchsten Punkt, Jinding Peak (3077m), erreicht. Alle Punkte boten einen grandiosen Blick auf eine wunderschöne Landschaft. Um zum höchsten Punkt des Gebirges zu gelangen, mussten wir wieder zurücklaufen. In der Nähe der Seilbahn gab es eine Monorailbahn, die uns in 10 Minuten auf die andere Seite des Berges brachte. Der Wanfo Peak, oder auch Ten Thousand Buddhas Peak genannt, erhebt sich 3099m über dem Meeresspiegel. Überall gab es mächtige Tempel und große Buddhastatuen zu sehen. Den berühmtesten Tempel im Emei-Gebirge mussten wir uns zu vorgerückter Stunde auch noch ansehen. Während Camille streikte, weil ihr die unendlich vielen Treppenstufen überall zu viel wurden, scheuten Lena und ich bei der Hitze keine Mühe, um auch noch den Wannian Tempel zu besuchen. Zuvor waren wir noch mit einer anderen Seilbahn einen anderen Hang hinaufgefahren. Bei dieser Gondelfahrt kam ich mir zeitweise vor wie in unserem Dschungelurlaub vor zwei Jahren in Costa Rica. Es herrschte eine unglaubliche Geräuschkulisse von Zikaden und Vogelgezwitscher. Zurück mussten wir uns beeilen, um den letzten Bus um 18.00 Uhr nach Mt. Emei City zu erreichen. Nach 10 Stunden auf den Beinen durchs Gebirge brannten die Füße schon ganz schön, und erst meine Unterarme... Dort, wo mein Shirt die Haut nicht bedeckt hat, habe ich mir einen kräftigen Sonnenbrand geholt.
Heute Morgen führte uns Terry in die andere Richtung seiner Heimatstadt. Es gab einen herrlichen Park, verschiedene Wasserfälle, Tempel und ein sehr interessantes Museum mit allen Tieren und Pflanzen, die man im Emei-Gebirge findet, zu sehen. Nach dem Mittagessen ging es dann schon wieder zurück nach Shuangliu. Die Leute im Hotel waren so unglaublich nett zu uns, so dass der Abschied richtig schwer fiel.
In Shuangliu angekommen, mussten wir feststellen, dass es hier tatsächlich noch heißer war. Am Sonntag bei unserer Abreise zeigte das Thermometer im Bus 32 Grad Celsius an, heute waren es schon 34 Grad, und es wird nicht mehr kälter bis zum Herbst, ganz im Gegenteil. Ich bin nur froh, dass ich wieder zu Hause bin, wenn die „richtige“ Hitze hier losgeht. Also mir reichen diese Temperaturen jetzt schon aus. Ich habe selten solche Hitze im Hochsommer bei uns erlebt.
Zum Dinner waren wir heute Abend bei Wes eingeladen. Er bestand darauf zu erwähnen, dass alles von ihm „self cooked“ war. Er interessierte sich für unsere Erlebnisse der letzten drei Tage.
Leider kann ich zurzeit die Bilder von der Reise nicht in mein Fotoalbum bringen. Spätestens nächste Woche, wenn der Schulbetrieb wieder läuft, werde ich in Erfahrung bringen, wie ich wieder zu einer Internetverbindung komme.
Ich möchte es nicht versäumen, allen Geburtstagskindern auf diesem Wege nachträglich ganz herzlich zu gratulieren, die in den letzten Tagen ihren Ehrentag hatten, an denen ich keine Grüße versenden konnte.

Posted by Florian um 01:32 | Kommentare (0)

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