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Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

15.04.06

Wieder viel los auf der Straße

Heute war wieder alles unterwegs, was Beine hat, wenn auch nicht gerade angenehme Temperaturen herrschten. Es war ziemlich kalt, trotz meines Rollkragenpullovers und meiner dicken Jacke fror ich. Man merkt auf der Straße schon den Unterschied zwischen Arbeitstag und Wochenende. Jedes Geschäft wollte das andere mit seiner lautstarken Musik übertönen, an vielen Stellen wurde die Werbetrommel gerührt auf provisorischen Bühnen, die auf dem Bürgersteig postiert waren. So blieb ich vor einem Kosmetikladen stehen und wollte den Sänger fotografieren. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie ich in das Geschäft gezerrt wurde und mich schon auf der Liege mit einer Gesichtsmaske versehen liegen sah. Ich konnte es in allerletzter Sekunde abwenden. So einladend sah die schmuddelige Couch nun wirklich nicht aus. Außerdem hatte ich gerade mein gereinigtes Gesicht mit meiner Creme versehen, die so schön duftete. Das wollte ich nicht aufs Spiel setzen. Ich fing an zu reden, wehrte mich energisch gegen ihr Vorhaben und gab zu verstehen, dass mir jetzt nicht nach einer Kosmetik ist. Nach langer Diskussion –ich verstand eh nichts- mussten sie einsehen, dass sie mit mir die falsche Person als Opfer auserwählt hatten. Sie schenkten mir noch eine Unmenge an Proben, gaben sich ganz viel Mühe, mir jede einzelne zu erklären und ließen mich dann wieder laufen. Natürlich weiß ich nicht mehr, welche die Augen-, welche die Tages- und welche die Nachtcreme ist, steht ja alles nur auf Chinesisch drauf.
Pünktlich um 12 Uhr wartete Camille vor unserem Haus auf mich. Sie wollte mir ihre Lieblingskaffeestube präsentieren. Das war wahrlich ein ansprechendes und gemütliches Café mit westlichem Standard. Nur die Toiletten waren auch dort Löcher wie überall, was Camille doch sehr enttäuschte. Sie hatte sie bis dato noch nicht gecheckt. So musste ich mir genau überlegen, wie viel ich trinken kann. Es gibt hier in China nichts Schlimmeres, als ein öffentliches Örtchen aufsuchen zu müssen. Das versuche ich mit aller Macht zu vermeiden. Deshalb trinke ich auch tagsüber nichts, wenn ich weiß, dass ich längere Zeit unterwegs bin. Von den zahlreichen Tee- und Kaffeesorten probierten wir zwei verschiedene Teekreationen, die sehr ansprechend in Kannen auf Stövchen serviert wurden. Das hatte ich bisher hier noch nie gesehen. Nach zweieinhalb Stunden, die bei angeregtem Plaudern wie im Flug vergingen, und einer abschließenden Tasse leckerstem Cappuccino mussten wir uns auf den Heimweg begeben, da Camille wie jeden Samstag um 15.30 Uhr ihre Privatschülerin erwartete. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Teeladen vorbei, indem an einem traditionellen Tisch die Teezubereitung professionell zelebriert wurde. Da Camille noch Tee kaufen wollte, kehrten wir dort ein, wurden gleich an den Tisch zu den anderen Gästen gebeten und eingeladen, dieser Zeremonie beizuwohnen. Leider hatten wir keine Zeit. Das sah aber sehr interessant aus. Nach einer Kostprobe versprachen wir, demnächst wieder vorbei zu schauen.
Den Abend verbrachte ich damit, meine dürftigen Chinesischkenntnisse etwas zu aktivieren und die Aussprache mit Hilfe einer CD zu üben, die ich bei meinem Chinesischkurs in Deutschland bekommen hatte.

Posted by carola um 15.04.06 23:32

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