« Ein heißer Montag | Startseite | Ein ganz gewöhnlicher Mittwoch »

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

04.04.06

Vertretung in der Primary School

Da es den ganzen Morgen zur Abwechslung mal wieder geregnet hatte, nutzte ich die Gelegenheit für ein ausgiebiges Studium aller wissenswerten Fakten zu Tibet. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an dich, lieber Kurt-Ulrich dafür, dass du mir so prompt wunderbar informatives Material zugeschickt hast. Nun bin ich doch ein ganzes Stück schlauer, bin mir aber nicht sicher, ob ich das Angebot annehmen soll, falls eins kommt. Für das Hochland bin ich dann wohl doch nicht entsprechend ausgerüstet. Und Abenteuer habe ich hier in Shuangliu und Umgebung genug.
Zur Mittagsstunde schaffte ich dann bei angenehmen Temperaturen und frischer Luft meinen täglichen Rundgang, bis ich dann wieder in der Schule sein musste. Dort empfing mich Bryan mit der Nachricht, dass Wesley heute eine Art Zusammenbruch erlitten hat. Der fehlende Schlaf, den seine Lady tagtäglich zu verantworten hat, (und wohl auch sein zu großer Zigarettenkonsum) führten zu einem Kollaps. Er wird vorübergehend zu einem Lehrer ziehen, um dort seinen fehlenden Schlaf nachzuholen. So wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, seine 13 Unterrichtsstunden in der Primary School zu übernehmen. Die anderen 12 Stunden an der Senior School werden die hiesigen Englischlehrer übernehmen. Natürlich bin ich bereit zu helfen. So werde ich demnächst auch noch die Primary School kennen lernen. Dann habe ich wirklich alles durch. Aber dafür bin ich ja hierher gekommen, um so viel wie möglich zu erleben, warum dann nicht auch Englischunterricht bei 6-10jährigen.
Ich konnte es mir nicht verkneifen, die Schüler des Dienstagkurses zu fragen, ob und wieviel sie für den Deutschkurs bezahlen mussten. Jeder hat 100 Yuan (etwa 10 Euro) Teilnahmegebühr bezahlt.
Nach dem offiziellen Teil blieben alle sitzen und wollten ganz viel über Magdeburg, meine Schule und das alltägliche Leben in Deutschland wissen. Es stellte sich heraus, dass ein Junge zu den Schülern gehörte, die im letzten Jahr unsere Schule besuchten. Ihm gefiel insgesamt alles ganz toll, aber eine Sache fand er völlig abartig. Er erzählte, dass er von seiner Gastgeberin und deren Freunden eines Nachmittags mit an einen See (ich nehme an der Barleber See) gelotst wurde. Dort gab es eine für ihn sehr eigenartige Fete, wo nur geraucht, Bier in Unmengen getrunken und irre laute merkwürdige Musik gehört wurde. So etwas hatte er vorher in seinem Leben noch nie erlebt und gesehen, dass sich 15- und 16jährige, ob Jungen oder Mädchen, so benommen haben. Es muss wohl sagenhaft verwüstet danach ausgesehen haben. Wie er so seinen Mitschülern davon erzählte, musste ich mich doch richtig schämen für meine Schüler. Es war echt unangenehm. Als hätten wir nichts Besseres zu bieten.
Dieser Junge und ein Mädchen fragten mich, ob sie mir mehr von ihrer Heimat zeigen dürften. Hier gäbe es so viel zu sehen. Da versuchte ich ihnen klar zu machen, dass ich für alles Interesse und Zeit habe, die Schüler aber Tag und Nacht in der Schule verbringen müssen, auch am Wochenende. So luden sie mich ein, gemeinsam in der freien Woche vom 1. -7. Mai etwas zu unternehmen. Das Angebot war sehr verlockend, so dass ich gern darauf zurückkommen würde, wenn es dann so weit ist.
Nach der Stunde ging ich wie immer ins Office, um Vollzug zu melden und mich zu verabschieden, da wurde fleißig am Computer Majiang gespielt, weil Glen und Bryan nur zu zweit waren. Es kann nur mit vier Personen gespielt werden. Mit einer Hingabe versuchten sie, mir das Spiel mit den 108 bzw. 144 Steinen zu erklären. Es scheint ja wirklich süchtig zu machen, wie man hier auf den Straßen auch tagtäglich live erleben kann, wenn man es dann kann. Ich finde es sehr kompliziert, aber vielleicht schaffe ich es ja noch, dahinter zu kommen. Auf alle Fälle hatten die Herren Feierabend, aber keine Muße, nach Hause zu gehen. Sie spielten eifrig Majiang. Nach einer Stunde bin ich gegangen, ich weiß nicht, wie lange sie noch gespielt haben.
Da inzwischen auch alle Kurse gelaufen waren, blieb für mich heute nur das Laufband im Fitnesscenter.

Posted by carola um 04.04.06 23:50

Mit Carpe Diem Sprachreisen auf nach China:
Sprachreisen mit carpe diem

Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar




Eingeloggt bleiben?