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29.04.06
Neues
Folgende E-Mail erreichte gestern Deutschland:
[...]
Ich sitze hier gerade in einem Internetcafe, um wenigstens meine
E-Mails mal zu checken, bevor ich morgen fuer drei Tage verreise und auch keinen Computer oder Internet zur Verfuegung habe.
[...]
Ich kann nichts von mir hoeren lassen, weil ich seit Dienstag
keinen Internetanschluss habe. Strom ist schon weitestgehend
vorhanden. [...] Ansonsten ist es hier unheimlich heiss, ich bin froh, dass ich drei Tage in die Berge fahre, wo es nicht ganz so heiss ist.
Dienstag Abend komme ich wieder, dann hoffe ich, ein intaktes Internet vor zu finden und werde wieder berichten.
Aber die letzten Tage waren eh nicht so aufregend. So, das nur in aller Kuerze.
Alles Liebe
Carola
Posted by Florian um 21:54 | Kommentare (0)
28.04.06
Zurzeit keine Berichterstattung
Zurzeit können hier leider keine Berichte verfasst werden, da in Carolas Wohnung der Strom abgestellt wurde. Die genauen Gründe werden hier demnächst veröffentlicht.
Ansonsten geht es ihr gut.
Posted by Florian um 16:39 | Kommentare (0)
24.04.06
Ein Missverständnis
Gestern Abend hatte ich mich gerade von Florian via Skype verabschiedet, der Computer war noch nicht ganz heruntergefahren, als mal wieder der Strom ausfiel. Heute Morgen um 6.30 Uhr rief mich Camille an, um zu erfahren, ob ich inzwischen wieder Strom hätte. Natürlich hatte ich keinen, genau wie sie zwei Etagen unter mir. Es war duster, draußen regnete es in Strömen, es bestand keine Aussicht auf eine Tasse heißen Tee am Morgen... In diesem Augenblick war ich so glücklich, nicht aufstehen und mich unter diesen Umständen für die Arbeit rüsten zu müssen. Da ging es Camille ganz anders, sie klagte mir ihr Leid. Gegen 8.00 Uhr kam der Strom dann doch tatsächlich wieder. Meine Wohnung erstrahlte in einem Lichtermeer, da es mir gestern Nacht abgenommen wurde, alle Lichter zu löschen.
Am Samstag hatten wir auf unserer Wanderung eine Wäscherei entdeckt. Wir holten wichtige Informationen über den Ablauf ein, und ich war auch sicher, der Angestellte und wir hätten uns verstanden. Diese suchte ich heute Morgen auf, um nach sechs Wochen nun endlich meine Bettwäsche waschen zu lassen. Ich habe hier keine Gelegenheit, solche großen Teile aufzuhängen. Außerdem würde ich sie nicht an einem Tag trocken bekommen. Auf meine Frage, wann ich sie wieder abholen könnte, wurden mir drei Finger gezeigt. Pünktlich um 15.00 Uhr war ich auch wieder dort, um sie frisch gewaschen und getrocknet in Empfang zu nehmen. Ich wurde nur verständnislos angeguckt, was ich schon wieder wollte, bis man mir zu verstehen gab, dass ich die Wäsche in drei Tagen abholen könnte. Als ich so fassungslos da stand, wurde kurzerhand die Wäsche von hinten hervorgeholt, und er wollte sie mir so unbehandelt wieder mitgeben. Das war nicht Sinn und Zweck der Sache. Dafür hatte ich nicht schon 23 Yuan bezahlt. So blieb mir nichts anderes übrig, als in das nächste Geschäft zu gehen und ein neues Set Bettwäsche zu kaufen, um über die Runden zu kommen. Das zeigte mal wieder, dass drei Finger mehrere Bedeutungen haben können. Und es bleibt die Erkenntnis, dass sie hier nicht so schnell sind, wie erhofft.
In meiner Unterrichtsstunde erfuhr ich von den Schülern, dass sie am Mittwoch und Freitag nicht zum Deutschunterricht kommen können, weil sie u.a. auch in dieser Zeit ihre allmonatlichen Prüfungsarbeiten in allen Fächern schreiben müssen. Sie bedauerten sehr, dass wir uns dann erst in 14 Tagen wieder sehen, es sei denn, wir können uns noch zu anderen Treffen in der Ferienwoche verabreden. Da ich die Pläne der Schulleitung nicht kenne, gab ich den Schüler meine Telefonnummer, damit wir nach ihren Prüfungen weiter verhandeln können. Bereits heute Abend bekam ich den ersten Anruf von Linda, die mich im Namen ihrer Mutter in der Ferienwoche zum Dinner zu sich nach Hause eingeladen hat. Ihre Mutter kann hervorragend kochen, und sie würden sich freuen, wenn ich ihr Gast wäre. Ist das nicht nett?
Es war heute nicht angenehm, die Straßen entlang zu wandern. Vor nahezu jedem Geschäft machten Notstromaggregate einen höllischen Lärm.
Im Fitnesscenter war es heute ein wenig erträglicher, weil es draußen nicht mehr ganz so heiß war, es war aber immer noch stickig und feuchtwarm genug, um ordentlich zu triefen. Die neuen Geräte waren auch heute noch nicht funktionstüchtig, es wurde aber schon geradelt und gesteppt, was das Zeug hält. Es stehen bereits neun defekte Geräte herum, da kommt es auf eins mehr oder weniger auch nicht mehr an.
Heute möchte ich dir, liebe Simone Berger, meine herzlichsten Glückwünsche zu deinem Geburtstag zukommen lassen. Ich wünsche dir für dein neues Lebensjahr viel Gesundheit, Wohlergehen und Schaffenskraft für die Bewältigung der anstehenden Aufgaben. Und ich bin ganz sicher, dass dir die Schüler der Klasse 5/2 nur Freude und keinen Stress bereiten.
Posted by carola um 23:25 | Kommentare (1)
23.04.06
Das Sonntagskonzert
Heute war es wieder schwül warm. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit habe ich den ganzen Tag geschwitzt, auch ohne viel Bewegung.
Ursprünglich wollten Mr. Hu und Bryan mit mir heute einen Ausflug zum Dujiangyan Irrigation System machen, einer mächtigen Bewässerungssystemanlage im Westen von Chengdu, die hier in der Umgebung eine große Attraktion ist. Da aber wieder zu viel Arbeit anlag, sagte Bryan gestern ab und verschob diese Aktion auf unbestimmte Zeit. Da auch Camille sonntags durch ihre Kirchenaktivitäten den ganzen Tag unterwegs ist, begab ich mich allein in meinen geliebten Park. Es war wieder wunderschön neben den Bonsaibäumen. Es standen genügend schattige Plätze zur Verfügung, so dass ich mich dort niederließ und mein Buch weiter las bzw. Sudokus löste. Es saßen noch andere Leute unter dem Dach, unter anderem eine Schülerin, die Mathematik lernte. Zunächst herrschte eine herrliche Stille, doch kaum, dass sich ein älterer Herr auf der Bank zum Mittagsschläfchen lang gelegt hatte, fing er auch schon lautstark an zu schnarchen. Bis 14.00 Uhr wurde die Mittagsruhe eingehalten, danach erschien plötzlich eine Frau, verschaffte sich Platz, packte ihr Keyboard mit Notenständer und sonstigem Zubehör (u.a. einen Verstärker) aus und fing an zu spielen. Aus war es mit der Mittagsruhe. Einige Zeit später tauchten zwei Herren auf, packten auch ihre Musikinstrumente, eine Erhu und eine Flöte, einschließlich Verstärker aus, drängelten uns freundlich aber bestimmt zur Seite, damit sie genug Platz für ihr Inventar hatten und legten nach dem Stimmen der Instrumente los. Es handelte sich um traditionelle chinesische Musik, die mir an sich sehr gut gefällt. Doch die Lautstärke verdarb den Musikgenuss. Keine Chance, noch weiter Mathematik zu lernen oder zu lesen, erst recht nicht zu schlafen. So bekamen wir ein kostenfreies Sonntagskonzert präsentiert. Als dann nach einer Weile auch noch eine Sängerin antrat, die ihr Mikrofon am Verstärker anschloss und losbrüllte, war es dann doch etwas zu viel des Guten. Ich schnappte meine Sachen und wanderte weiter in der Hoffnung, ein ruhiges Plätzchen zu finden. Ich musste aber feststellen, dass an mehreren Stellen exakt dasselbe Konzert, dieselben Stücke mit denselben Instrumenten präsentiert wurde. Das war schon recht merkwürdig. Ich fand in dem großen Park schließlich einen Platz, wo ich der Musik von weitem lauschen konnte, ohne mich von der Lautstärke belästigt zu fühlen. Am späten Nachmittag machte ich mich dann durch die Stadt auf den Heimweg. Zu Hause angekommen, erwartete mich bereits Wesley, der mich fragte, ob ich etwas dagegen hätte, wenn er bereits morgen seine gesamten Stunden wieder übernimmt. Natürlich hatte ich nichts dagegen, hätte mir aber die Telefonate mit den zuständigen Lehrerinnen und die umfangreichen Vorbereitungen sparen können, die ich in den letzten Tagen dafür geleistet hatte. Nachdem Wes die Sache mit Nick mitbekommen hatte, bekam er es jetzt mit der Angst zu tun. Er befürchtet auch gefeuert werden zu können mit der Begründung, dass er den Anforderungen nicht gewachsen ist, wenn er noch lange fehlt. Außerdem braucht er das Geld und hätte ein schlechtes Gewissen, wenn ich arbeite, und er steckt dafür den Lohn ein. So freue ich mich über einen freien Abend und muss mir keine Gedanken mehr machen über den morgigen Vormittag, kann mich ganz auf meinen Deutschunterricht konzentrieren. Das nutzte ich, um noch einmal loszulaufen und zu schauen, ob wieder Straßengymnastik angesagt war, und sie war. Ich machte mit, trotzdem die Hitze noch nicht nachgelassen hatte, und wanderte nach Einbruch der Dunkelheit sorgenfrei nach Hause.
Posted by carola um 22:37 | Kommentare (1)
22.04.06
„Bergfest“
Mit dem heutigen Tag habe ich bereits die Hälfte meines Aufenthaltes in China hinter mir. Es ist unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. So richtig zum Feiern ist mir dabei gar nicht zu Mute, da ich die Umgebung und das Leben hier schon ganz lieb gewonnen habe.
Nun wurde mir erst bewusst, dass ich nicht mehr ewig hier bin, aber noch so viel wie möglich sehen will.
Heute war ich fast den ganzen Tag mit Camille unterwegs. Nachdem Bryan den geplanten Ausflug für morgen abgesagt hatte, konnten wir uns auf die Socken machen. Es war sehr schwül warm. Wir wanderten durch viele Straßen Richtung Park, ließen dort die Welt an uns vorbeiziehen und kehrten schließlich zum Mittag in einem netten Restaurant ein. Danach mussten wir zunächst wieder nach Hause gehen, weil Camille ihre Schülerin erwartete. Außerdem hatte sich ein Monteur für heute Nachmittag angemeldet, der die Fernsehgeräte wieder in Gange bringen wollte. Er kam allerdings nicht, womit du, liebe Conny, mit deiner gestrigen Feststellung ein weiteres Mal Recht hast.
Nachdem die größte Hitze vorbei war, gingen wir am frühen Abend noch einmal los, um Shuangliu bei Nacht zu erleben. Auf den Plätzen rund um den Park wurden eifrig gymnastische Übungen gemacht, allerdings kein Tai Chi. Soweit war ich bisher um diese Uhrzeit noch nicht vorgedrungen, so dass ich das dort tatsächlich zum ersten Mal sah. Der Kassettenrekorder mit Lautsprechern stand auf dem Rasen, und unglaublich viele Leute wussten genau, wie man sich zu der Musik zu bewegen hat. Wir gesellten uns spontan dazu. Das sah zwar sehr lustig aus, weil wir immer erst abwarten mussten, was die Menschenmenge macht, bis wir nachziehen konnten, aber das falsche Gehopse stört hier niemanden. Hauptsache, es macht Spaß. Man ist unter Leuten an der „frischen“ Luft und bewegt sich.
Schließlich fanden wir uns zur Erholung in Camilles Lieblingscafé wieder, wo wir bei herrlich dezenter Musik in super gemütlichen Sesseln unseren Tee schlürften. Dorthin verirren sich nicht allzu viele Leute, so dass es wirklich sehr erholsam war. Auf dem Rückweg riefen uns die Damen aus dem netten Teeshop schon von weitem mit Namen zu und luden uns auf wieder leckeren Tee ein. Da kann man einfach nicht nein sagen. Sie freuten sich so, uns wieder zu sehen. Und allein die Zeremonie und das gemütliche Beisammensitzen und plaudern, soweit es möglich ist, macht die ganze Angelegenheit unwiderstehlich. Selbst um 22.00 Uhr war es hier auf der Straße noch ungewöhnlich warm.
Heute gehen meine speziellen Geburtstagsgrüße an dich, liebe Marianne Rieger. Ich gratuliere dir ganz herzlich und wünsche dir alles erdenklich Gute. Meine spezielle Tasse Tee trank ich heute bereits auf dein Wohl.
Posted by carola um 23:27 | Kommentare (1)
21.04.06
Schon wieder kurz vor dem Wochenende
Heute war es wieder sehr warm. Zum Mittag kämpfte sich die Sonne durch und hielt sich recht lange. Die Wärme ist aber auch ohne Sonne konstant.
In der Schule musste ich heute im Office Rede und Antwort stehen zum Schüleraustausch. Zum einen werden einige Schüler im Juli wieder bei uns in Magdeburg erwartet, und zum anderen rechnen einige Schüler meines Deutschkurses allen Ernstes damit, im kommenden Schuljahr ein High School Jahr an unserer Schule mit Abschluss zu absolvieren, um dann in Deutschland studieren zu können. Ich denke, die Verantwortlichen hier stellen sich das einfacher vor als es ist. Noch haben wir kein grünes Licht vom Ministerium bekommen, um dieses Projekt in die Tat umsetzen zu können.
Da einige Schüler zu einem Meeting mussten, war die Gruppe heute sehr reduziert. Trotzdem gingen wir das Thema Possessivpronomen an. Aber auch das scheint kein großes Problem zu sein. Da ist die Bildung des Plural schon gemeiner.
Im Fitnesscenter waren die neun defekten Laufbänder natürlich nicht repariert, sie waren nur zusammen geschoben. Stattdessen präsentierten die Verantwortlichen mit großem Stolz sechs nagelneue Fitnessgeräte: drei moderne Laufbänder mit Steigungsprogramm, zwei verschiedene Fahrradmodelle und ein Steppgerät. Das waren die Renner nach unserer Aerobicstunde, wenn die Geräte bis auf die Laufbänder auch noch gar nicht eingestellt und zur Benutzung fertig waren. Es musste aber alles einmal ausprobiert werden. Allerdings war die Aerobicstunde heute schon eine große Herausforderung. Es war viel zu heiß in dem Raum mit so vielen Leuten. Da nutzten die offenen Fenster und Türen auch nichts. Einige Teilnehmerinnen mussten vorher aussteigen, weil sie nah an einem Kollaps waren.
Auf dem Rückweg gingen wir dieses Mal den Nachtmarkt entlang. Es ist immer wieder interessant zu sehen, was hier so alles zum Kauf angeboten wird. Nachdem ich mir gestern herrliche Mangos genehmigt hatte, kam ich heute nicht an der zuckersüßen Wassermelone vorbei. Hier gibt es eine Reihe undefinierbarer Obstsorten, die ich mir bei Gelegenheit einmal genauer betrachten und erklären lassen muss. Das gibt es alles zu erschwinglichen Preisen, und was ich bisher gekostet habe, schmeckt wirklich ausgezeichnet.
Heute ist nicht nur Queen Elizabeth’s 80. Geburtstag, sondern auch dein Ehrentag, lieber Günter Mösenthin, der du inzwischen sicher auch zu den treuen Lesern meiner Tagesberichte gehörst. Ich gratuliere dir ganz herzlich und wünsche dir alles erdenklich Gute, vor allem beste Gesundheit und Wohlergehen. Mein Glas (inzwischen ist es ein Keramikbecher, aus dem der Tee definitiv besser schmeckt) grünen Tee trinke ich heute Abend auf dich.
Posted by carola um 23:23 | Kommentare (1)
20.04.06
Shuangliu bei Nacht
Heute war wieder ein schöner warmer Tag. Der Aufenthalt draußen war sehr angenehm, da man sich nicht vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen musste. Den ganzen Vormittag verbrachte ich in dem herrlichen Park. Es waren erstaunlich wenige Leute dort, so dass eine himmlische Ruhe herrschte, einfach wunderschön.
Am Nachmittag ging es wieder zur Junior School. Auf dem Weg dorthin liefen mir kleine Kinder mit Schulmappen hinterher und suchten schließlich das Gespräch. Es stellte sich heraus, dass es Schüler der Primary School waren, mit denen ich schon im Unterricht gearbeitet hatte. So ergab sich eine ganz nette Unterhaltung. Für die Kinder bedeutete es eine Abwechslung auf ihrem Heimweg, und ich hatte Gesellschaft auf meinem Weg zur Schule. Auf dem Schulgelände entdeckte ich heute zwei neue große Tafeln mit vielen Bildern unserer Lehrer- und Schülerdelegation vom September 2003. Das war schon sehr interessant zu sehen, wie viel ihnen doch hier diese Besuche bedeuten. Und keiner der 3000 Schüler der Schule würde auf die Idee kommen, die Bilder zu bemalen oder zu zerstören.
Trotz der späten Stunde haben auch heute wieder viele Schüler den Deutschkurs besucht, nur die Lehrer sind weniger geworden. Es wird wahrscheinlich zu viel und immer schwieriger. Die Neugierde wurde zumindest mit den ersten Stunden gestillt.
Nach der Stunde fanden sich Claire, Maria und ich in einem Dumplingrestaurant zum Abendessen ein. Es wurden 8 verschiedene Sorten von Dumplings (den gefüllten Teigtaschen) serviert, die wir alle durchprobierten. Es ist immer wieder erstaunlich, mit was für einer Vielfalt eine einzige Mahlzeit bestückt wird. Da heute Abend meine beiden Begleiterinnen keine weiteren Verpflichtungen hatten, luden sie mich noch zu einem Stadtrundgang bei Nacht ein. Das laue Frühlingswetter war phantastisch dafür geeignet. Wir bummelten über Märkte und kehrten in Geschäften ein, die ich bislang noch nicht entdeckt hatte. Es gab nicht eine Mücke, Fliege oder sonst etwas in der Art, was mich schon sehr verwundert hat. Die bunte Lichtreklame war mir auch noch nicht so vor Augen geführt worden, da ich nach Einbruch der Dunkelheit bislang nicht großartig unterwegs war.
Bei unseren Gesprächen erfuhr ich, dass Maria montags bis mittwochs auf dem Campus der Senior School Tai Chi praktiziert. So werde ich ab sofort jeden Dienstag um 19.00 Uhr mit von der Partie sein. Vielleicht schaffe ich es ja die anderen Tage nach dem Fitnesscenter auch noch, wenn ich mich beeile.
Nick wurde übrigens entlassen und muss innerhalb eines Monats das Land verlassen haben, obwohl sein Visum ursprünglich länger gültig war. Da wird hier nicht lange gefackelt und kurzer Prozess gemacht, was für mich schon etwas erschreckend ist.
Posted by carola um 23:32 | Kommentare (0)
19.04.06
Ein abwechslungsreicher Mittwoch
Heute war es wieder recht warm, obwohl sich den ganzen Tag über die Sonne nicht sehen ließ. Eine Jacke braucht man zur Zeit absolut nicht. Am Morgen bekam ich Besuch von Jane und einer mir unbekannten Kollegin, die an einer anderen Schule für ausländische Gastlehrer verantwortlich ist. Nachdem mich Claire gestern angerufen und gefragt hatte, ob sie kommen könnten, standen sie nun heute vor der Tür. Die andere Kollegin hat einen britischen Gastlehrer „an der Angel“, der aber genau wissen will, wie er hier in China untergebracht ist, bevor er seinen Schuldienst antritt. Nun konnte Claire bei ihrem unverhofften Besuch letzten Freitag bei mir einfach nicht fassen, wie so eine Wohnung aussehen kann. Sie war schon bei Jonathan und Nick gewesen, aber so etwas hatte sie noch nicht gesehen, so sauber und aufgeräumt. Dass ich dafür mehrere Tage gebraucht habe und immer wieder Rückschläge einstecken musste, blieb natürlich mein Geheimnis. Das hatte sie in der Schule erzählt und daraufhin sofort mein Appartement als Anschauungsobjekt auserkoren. Ob der neue Lehrer dann auch hier einziehen wird, weiß ich nicht. Nick zieht aber demnächst aus. Er hat wohl eine bessere Schule in Chengdu gefunden.
Zum Mittagessen hatte ich mich mit Camille in unserem „Stammlokal“ verabredet, um danach eine ausgiebige Shoppingtour zu starten. Ich sollte wieder ihr Berater sein. Unsere ewigen Diskussionen vor einem Kauf eines Produktes hat ihr schon viele Rabatte eingebracht. So sollte es auch heute wieder sein. Sie suchte einen ganz einfachen Fotoapparat und war sich nicht sicher, welche praktische Umhängetasche sie kaufen sollte. Ich kannte durch meine zahlreichen Rundgänge eine ganze Reihe von guten Geschäften, die wir dann auch alle abklapperten. Und sie hat auch tatsächlich das gefunden, was sie wollte, bei der Tasche auch mit Rabatt. Schließlich endete unser Einkaufstrip in dem Teeladen, wo die Zubereitung zelebriert wurde. Die erkannten uns dort sofort wieder und waren hoch erfreut, dass wir unser Versprechen gehalten und vorbeigekommen sind. Wir bekamen sehr guten teuren Tee serviert und durften uns in dem Laden nach Herzenslust umschauen. Es gibt ja so tolle Sachen. Also, meine lieben Verwandten und Freunde daheim, meine ausgefallene Geburtstagsfeier wird eine chinesische Teeparty. Darauf könnt ihr euch schon mal einstellen. Und wenn ich hier noch eine Tasche kaufen muss, um alle Utensilien mit nach Hause zu bekommen; das ist aber zu schön und einmalig, als dass ich achtlos daran vorbeigehen könnte.
Um 16.10 Uhr rief wieder die Pflicht. Heute fragten mich die Schüler im Anschluss an unsere Stunde, ob ich schon irgendwelche Pläne für die freie Maiwoche hätte. Von Sonntag bis Dienstag werden wir, Camille und ich, nach Mount Emei Leshan City reisen, aber danach habe ich noch nichts geplant. So wollen sich die Schüler noch etwas für den einen oder anderen Tag einfallen lassen, was wir gemeinsam unternehmen könnten. Ist doch super nett, nicht wahr?
Im Fitnesscenter war ich enttäuscht, dass immer noch neun von zehn Laufbändern defekt sind. Ich bezahlte aber trotzdem für einen weiteren Monat meine Mitgliedsgebühren. Morgen sollen alle Geräte wieder in Ordnung gebracht werden. Ich bin gespannt, wie es am Freitag dort aussieht. So blieb mir nur die Aerobicstunde, bei der ich feststellen musste, dass ich im Schulterbereich bei bestimmten Bewegungen einen unglaublichen Muskelkater verspürte. Da haben die Damen bei der gestrigen Massage also ganze Arbeit geleistet.
Auf dem Weg in meine Wohnung machte ich noch kurz halt bei Wes, um zu fragen, wie es um seinen Fernseher steht. Da erzählte mir seine Frau Bernadette, dass jemand in unmittelbarer Nähe seit über einem Monat seine Fernsehgebühren nicht bezahlt hat. Deshalb wurde kurzerhand unsere Leitung von offizieller Seite gekappt. Für uns „foreign teachers“ bezahlt die Schule, und trotzdem sind wir auch davon betroffen. Das ist schon kurios. Aber wenn ich dann fernsehen wollte, bräuchte ich nur aus dem Fenster zu schauen. Die Familie mir direkt gegenüber hat einen intakten Fernseher, der täglich bis spät in die Nacht läuft. Den Ton dazu brauche ich nicht, ich verstehe eh nichts.
Posted by carola um 22:39 | Kommentare (0)
18.04.06
Eine fachmännische Massage
Heute gab es Temperaturen, die an den Sommer erinnerten. Es strahlte den ganzen Tag die Sonne. Man findet hier aber genügend schattige Plätze und Gehwege. Ich genoss die Wärme, da ich mir doch tatsächlich als verwöhnter Deutscher gestern eine leichte Erkältung und Kopfschmerzen weggeholt habe.
Den heutigen Vormittag nutzte ich für eine ausgiebige Massage. Nachdem ich gestern Nachmittag bei meinem Einkauf im TrustMart in eine Spaabteilung, fernab von Menschenmengen, „entführt“ worden war, ich aber keine Zeit hatte, mich verwöhnen zu lassen, weil die Pflicht rief, sah ich mir diesen Salon zumindest einmal an. Und was soll ich sagen, dort duftete es, alles war sauber, hell, und die Entspannungsmusik tat ihr Übriges. So entschloss ich mich doch tatsächlich, diesen Salon heute noch einmal aufzusuchen. Ich habe es nicht bereut. Die beiden Damen gaben sich alle Mühe und machten aus mir in zweieinhalb Stunden einen wunderbar erholten und schmerzfreien Menschen. Keine Kopf- und Rückenschmerzen, keinen verspannten Nacken und keine harten Waden mehr. Die hatten genau die Punkte getroffen. Da haben die Chinesen bewiesen, dass sie von ihrer speziellen Kunst etwas verstehen. Und natürlich wurde mein Gesicht, wurden meine Arme, Hände, jeder einzelne Finger nicht ausgespart. So etwas Tolles hatte ich bisher noch nicht erlebt. Und das alles für 80 Yuan (etwa 8 Euro), unglaublich. Am Nachmittag erzählte ich Sirley davon, und sie erklärte mir, dass dieser Salon gestern erst eröffnet hat. Das hatte ich nicht mitbekommen, nichts Erkennbares deutete darauf hin. Nur, dass ich gestern dorthin „geführt“ wurde, war schon etwas seltsam. Ich wunderte mich nur, ob ich wirklich so bedürftig aussah, zumal mir ähnliches bereits am Samstag passiert war. Das erklärte also die Sauberkeit und insgesamt die angenehme Atmosphäre in diesem Salon.
Nach meiner Unterrichtsstunde machte ich mich wieder auf die Socken, um die Wärme zu genießen. In meiner Wohnung war es viel zu kalt. Ich lief wieder neue Straßen ab, das nimmt hier gar kein Ende, ist aber immer wieder interessant. Es gibt so viel zu entdecken, teilweise sehr merkwürdige Dinge.
Inzwischen hat mein „neuer“ Fernseher seinen Geist aufgegeben. Nur ein blauer Bildschirm ist noch zu erkennen. Keine Ahnung, wer mir hier den Genuss des chinesischen Fernsehens nicht gönnt. Heute Abend vermisse ich regelrecht die Auswahl von 42 verschiedenen chinesischen Spielfilmen mit chinesischen Untertiteln für die Zuschauer, die die verschiedenen Akzente nicht verstehen.
Posted by carola um 22:05 | Kommentare (2)
17.04.06
Eine neue Herausforderung an der Primary School
Heute stellte ich mich erneut der Herausforderung an der Primary School. Da heute Morgen mal wieder der Strom ausfiel, ich aber gerade beim Haare waschen war, musste ich meinen Dienst mit feuchtem Kopf antreten. Es zog wieder an allen Ecken und Enden, was nicht gerade angenehm war. Draußen herrschten dagegen wieder ganz ordentliche Temperaturen.
Glücklicherweise konnten sich die Kinder daran erinnern, dass ich in der Woche zuvor versucht hatte, ihnen zu erklären, dass man sich auch in normaler Lautstärke unterhalten kann und nicht pausenlos brüllen muss, besonders bei der Gruppenarbeit. Das klappte heute insgesamt schon viel besser. Und dann war ich heute auch viel schlauer und machte es wie alle anderen Lehrer. Es hatte kaum geklingelt, da flüchtete ich aus dem Klassenraum, um den Pausenlärm nicht ertragen zu müssen, und suchte Unterschlupf in einem der zahlreichen Lehrerzimmer. Die Lehrer dort verbarrikadierten sich hinter einer Unmenge an Schülerheften und saßen die ganze Pause, um zu korrigieren. Dadurch war es dort leise, bis auf den Lärm, der durch die offenen Fenster drang. Plötzlich kam ein Junge herein, wurde in lautstarkem Ton von einer Lehrerin zusammengefaltet, trat wieder ab, und es wurde weiter korrigiert. Erst mit dem Klingelzeichen trat jeder Kollege wieder in den Klassenraum. Kurz vor Beginn der vierten Stunde suchte mich die Lehrerin der 6.Klasse auf, um mir mitzuteilen, dass die Stunde heute Nachmittag in dieser Klasse nicht stattfindet. Und Wesley hatte das schlechte Gewissen gepackt. Nachdem er erfahren hatte, dass der rechtzeitige Beginn meiner einzigen regulären Deutschstunde am Montag in Gefahr ist durch das zeitliche Überschneiden mit der letzten Stunde an der Primary School, kam er gestern Abend und bot sich an, heute die Stunde in der 3.Klasse zu übernehmen. Er fühlt sich wieder etwas besser, seitdem er nach seinem Zusammenbruch die Nächte nicht mehr in seiner Wohnung, sondern bei Jason und Jonathan in der zweiten Etage verbringt. So hatte ich wider Erwarten nur den Vormittag an der Primary School zu überstehen. Am Nachmittag konnte ich mich dann erholt meinen Deutschschülern zuwenden.
Und dann ging es wieder mit Sirley in das Fitnesscenter. Das war bereits der letzte Tag meiner einmonatigen Mitgliedschaft. Unglaublich, wie die Zeit vergangen ist. Da ich noch nicht da bin, wo ich gern sein würde (allerdings den Gedanken, dass aus mir noch eine Ballett- oder Bauchtänzerin werden könnte, habe ich schon lange verworfen), und in der Hoffnung, dass die inzwischen neun defekten Laufbänder demnächst repariert werden, werde ich wohl eine weitere Monatsmitgliedschaft abschließen. Außerdem sind die Unterhaltungen mit Sirley auf den Wegen immer sehr angenehm und abwechslungsreich. Heute zum Beispiel erfuhr ich auf mein Nachfragen, dass sie am 27.März Geburtstag hatte. Das verwunderte mich schon sehr, denn nichts hatte in der Schule darauf hingewiesen, und niemand hatte mir einen Tipp gegeben. An diesem Tag waren wir wie jeden Montag auch gemeinsam zum Fitnesscenter gelaufen. Auf Nachfrage erfuhr ich, dass es hier in China nicht üblich ist, jemandem zum Geburtstag zu gratulieren und erst recht nicht, etwas zu schenken. In der Schule weiß auch keiner, wann sie Geburtstag hat, es hat noch nie jemand gefragt. So weiß sie auch nicht, wann ihre Kollegen ihren Ehrentag haben. Und einen Geburtstag zu feiern kennt man in diesem Land offensichtlich auch nicht, zumindest nicht hier in Chengdu. Armes China!
Das soll mich aber nicht davon abhalten, dir, liebe Pia aus der Klasse 5/2, meine herzlichsten Glückwünsche zu deinem heutigen Geburtstag zu übermitteln. Ich wünsche dir für dein neues Lebensjahr alles erdenklich Gute, beste Gesundheit und viel Erfolg in der Schule.
Posted by carola um 22:48 | Kommentare (0)
16.04.06
Ein herrlicher Sonntag
Der Sonntag machte heute seinem Namen alle Ehre. Den ganzen Tag schien die Sonne, und es war herrlich warm. Die Temperaturunterschiede von einem auf den anderen Tag können hier ganz schön heftig sein. So krass kenne ich das von Deutschland nicht.
Ich hielt mich heute den ganzen Tag in dem wunderschönen Park auf. Ich könnte jeden Tag von neuem davon schwärmen. Der ist wirklich so anziehend und erholsam. Das kann man nicht mit Worten beschreiben. Und es war wieder so viel los. Trotz der Menschenmengen, die man dort nicht als solche empfindet, fand ich Entspannung von der feinsten Sorte. Eigentlich hatte ich mein Buch mitgenommen, um es weiter zu lesen, aber es war viel zu interessant dort, als dass ich viele Seiten geschafft hätte.
Auf meinem Heimweg hörte ich meinen Namen rufen, und da sprang Sirley auch schon aus dem Pedicab und lief voll bepackt mit mir weiter zu Fuß. Sie kam gerade vom Einkauf. Da ihre Tochter wieder unendlich viele Hausaufgaben zu erledigen hatte, kam sie das ganze Wochenende gar nicht raus, bekochte stattdessen Vivien, damit sie in Ruhe und mit Kraft arbeiten konnte. Heute Abend sollte es wieder etwas Besonderes zu essen geben. Mir zeigte Sirley unterdessen ein Restaurant in der Nähe der Schule, wo es Dumplings gab, zum dort essen oder zum Mitnehmen. Ich sollte eine Kostprobe zum Abendbrot mitnehmen, was ich auch tat. So gab es heute bei mir Dumplings, bei uns zu vergleichen mit Pelmeni oder Tortellini. Da hatte ich hier in China aber schon bessere gegessen.
Und nun bereite ich mich seelisch moralisch auf den morgigen Tag vor, der wieder viele Kinder und Lärm mit sich bringen wird. Die Unterrichtsstunden an sich habe ich bereits vorbereitet, aber damit allein ist es ja hier noch nicht getan.
Posted by carola um 20:03 | Kommentare (1)
15.04.06
Wieder viel los auf der Straße
Heute war wieder alles unterwegs, was Beine hat, wenn auch nicht gerade angenehme Temperaturen herrschten. Es war ziemlich kalt, trotz meines Rollkragenpullovers und meiner dicken Jacke fror ich. Man merkt auf der Straße schon den Unterschied zwischen Arbeitstag und Wochenende. Jedes Geschäft wollte das andere mit seiner lautstarken Musik übertönen, an vielen Stellen wurde die Werbetrommel gerührt auf provisorischen Bühnen, die auf dem Bürgersteig postiert waren. So blieb ich vor einem Kosmetikladen stehen und wollte den Sänger fotografieren. Ich konnte gar nicht so schnell gucken, wie ich in das Geschäft gezerrt wurde und mich schon auf der Liege mit einer Gesichtsmaske versehen liegen sah. Ich konnte es in allerletzter Sekunde abwenden. So einladend sah die schmuddelige Couch nun wirklich nicht aus. Außerdem hatte ich gerade mein gereinigtes Gesicht mit meiner Creme versehen, die so schön duftete. Das wollte ich nicht aufs Spiel setzen. Ich fing an zu reden, wehrte mich energisch gegen ihr Vorhaben und gab zu verstehen, dass mir jetzt nicht nach einer Kosmetik ist. Nach langer Diskussion –ich verstand eh nichts- mussten sie einsehen, dass sie mit mir die falsche Person als Opfer auserwählt hatten. Sie schenkten mir noch eine Unmenge an Proben, gaben sich ganz viel Mühe, mir jede einzelne zu erklären und ließen mich dann wieder laufen. Natürlich weiß ich nicht mehr, welche die Augen-, welche die Tages- und welche die Nachtcreme ist, steht ja alles nur auf Chinesisch drauf.
Pünktlich um 12 Uhr wartete Camille vor unserem Haus auf mich. Sie wollte mir ihre Lieblingskaffeestube präsentieren. Das war wahrlich ein ansprechendes und gemütliches Café mit westlichem Standard. Nur die Toiletten waren auch dort Löcher wie überall, was Camille doch sehr enttäuschte. Sie hatte sie bis dato noch nicht gecheckt. So musste ich mir genau überlegen, wie viel ich trinken kann. Es gibt hier in China nichts Schlimmeres, als ein öffentliches Örtchen aufsuchen zu müssen. Das versuche ich mit aller Macht zu vermeiden. Deshalb trinke ich auch tagsüber nichts, wenn ich weiß, dass ich längere Zeit unterwegs bin. Von den zahlreichen Tee- und Kaffeesorten probierten wir zwei verschiedene Teekreationen, die sehr ansprechend in Kannen auf Stövchen serviert wurden. Das hatte ich bisher hier noch nie gesehen. Nach zweieinhalb Stunden, die bei angeregtem Plaudern wie im Flug vergingen, und einer abschließenden Tasse leckerstem Cappuccino mussten wir uns auf den Heimweg begeben, da Camille wie jeden Samstag um 15.30 Uhr ihre Privatschülerin erwartete. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Teeladen vorbei, indem an einem traditionellen Tisch die Teezubereitung professionell zelebriert wurde. Da Camille noch Tee kaufen wollte, kehrten wir dort ein, wurden gleich an den Tisch zu den anderen Gästen gebeten und eingeladen, dieser Zeremonie beizuwohnen. Leider hatten wir keine Zeit. Das sah aber sehr interessant aus. Nach einer Kostprobe versprachen wir, demnächst wieder vorbei zu schauen.
Den Abend verbrachte ich damit, meine dürftigen Chinesischkenntnisse etwas zu aktivieren und die Aussprache mit Hilfe einer CD zu üben, die ich bei meinem Chinesischkurs in Deutschland bekommen hatte.
Posted by carola um 23:32 | Kommentare (0)
14.04.06
Karfreitag, der hier keiner ist
Da ich meinen Bericht gestern erst nach Mitternacht fertig gestellt habe, ist er unter dem heutigen Datum abgelegt. Ich kann es leider nicht ändern. So gibt es zwei Berichte mit demselben Datum, obwohl ich von zwei unterschiedlichen Tagen erzähle. Ich bitte um Verständnis.
Heute Morgen klingelte es am Tor unten. Claire bat mich, dieses zu öffnen, da sie in die 6. Etage zu Nick wollte. Er war heute den dritten Tag nicht zur Arbeit erschienen, ohne sich abgemeldet zu haben. Da er auch das Telefon nicht abnahm, musste sie ihn persönlich aufsuchen. Aber er öffnete auch seine Tür nicht. So kam Claire kurz bei mir vorbei und berichtete von dem Kummer, den die Schule mit diesem jungen Mann hat. Er erscheint nur unregelmäßig, zu oft gar nicht zu seinen Stunden. Heute hatte er, wie jeden Freitag, Unterricht an der Primary School. Es hätte nur noch gefehlt, dass Claire mich gefragt hätte, ob ich nicht für ihn einspringen kann. Das hätte ich dieses Mal mit Sicherheit abgelehnt. Als ich darauf aufmerksam machte, dass heute in Amerika und anderen Teilen der Welt Feiertag ist und keiner zur Arbeit geht, bekam ich prompt die Antwort, „Wir sind hier aber nicht in Amerika.“ Da haben die Chinesen auch ihren Stolz. Als Claire Nick von meinem Telefon aus anklingelte, nahm er sogar ab, da er die angezeigte Nummer auf seinem Display offensichtlich nicht kannte. Ich weiß nicht, was bei dem Gespräch oben herausgekommen ist, aber hier hat man grundsätzlich kein Verständnis für irgendwelche Entschuldigungen, egal, was der Grund dafür ist. Für Wesleys Situation hat auch niemand Verständnis. Eine Schwäche zeigt man hier einfach nicht, egal wie schlecht es einem geht.
Meine Stunde lief wie immer ab, geprägt vom Interesse und fundierten Fragen der Schüler. Danach ging ich allerdings dieses Mal nicht mit Sirley ins Fitnesscenter, sondern folgte der Einladung von Tina in ein Restaurant, wo es besonders gute Nudeln gibt. Das angenehme Wetter lud heute wieder zu einem Spaziergang ein, und so bevorzugten wir diese Variante anstelle des Pedicabs. Ich war glücklich, meine Gabel mitgebracht zu haben, denn Nudeln mit Stäbchen zu schlürfen ist weiterhin eine Kunst, die ich nicht beherrsche. Es schmeckte anders als bei uns, aber durchaus gut genießbar. Direkt auf unserem Tisch wurden fertig gekochte Entenhälse noch einmal von ihren Federn befreit. Das sah wirklich sehr ungewöhnlich aus, die Hälse mit Kopf und Schnabel in dem Korb zu sehen. Die Hälse, die nicht gleich von Passanten im Vorbeigehen gekauft und mitgenommen wurden, kamen dann am anderen Tisch unter das Hackmesser. Das erinnerte mich an den chinesischen Film „Life“, den wir zum diesjährigen chinesischen Frühlingsfest in unserer Schule gesehen hatten. Genau das durfte ich heute live erleben. Wirklich einmalig.
Die Chinesen bevorzugen ihr chinesisches Essen. In Deutschland wird einfach zu süß gegessen. Das mag man hier nicht. Es gibt auch grundsätzlich keine süße Speise, auch nicht als Nachtisch. Um die Frage nach Osterschokolade zu beantworten, da man hier kein Ostern kennt, gibt es auch nichts an den Verkaufsständen, das darauf hinweisen könnte. Es gibt generell kaum Schokolade. Hier in Shungliu gibt es einen einzigen Supermarkt, der dieser Tage seinen ersten Geburtstag feierte. Dort gibt es in einem Regal ein paar Sorten Schokolade, aber sonst sieht man hier so etwas nicht, weil es keiner isst. Hier werden Nüsse in allen Varianten geknabbert und getrocknete, sehr gut gewürzte Fleischstücken aus der Snacktüte, aber nichts Süßes. Es wird auch kein Alkohol getrunken, zumindest in der Öffentlichkeit nicht. Es gibt Wein und Bier zu kaufen, ich habe aber noch niemanden mit einer Flasche in der Plastiktüte, die man bei jedem Einkauf bekommt, gesehen. Und ich laufe seit nunmehr fünf Wochen mit offenen Augen tagtäglich mehrere Stunden hier in China durch die Gegend. In den Restaurants wird Tee oder manchmal auch Sojamilch getrunken, aber kein Alkohol. Zwei Ausnahmen habe ich bisher erlebt: auf den beiden großen Empfangsdinnern der beiden Schulen im Hotel wurde mit Rotwein angestoßen. Deshalb sieht man hier auch kaum dicke Leute.
Und auch die Frage nach dem hiesigen Sonnenauf- und –untergang möchte ich nicht unbeantwortet lassen. Hier wird es gegen 6.30 Uhr hell und gegen 19.30 Uhr dunkel.
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Ein Donnerstag wie jeder andere
Der heutige Donnerstag war nicht sonderlich ereignisreich, aber wieder bitter kalt. Es war ein ganz normaler Tag, wie jeder andere. An der Senior School geben sich zur Zeit Delegationen aus den verschiedensten Ländern die Klinke in die Hand, so dass die drei Hauptverantwortlichen im Foreign Affairs Office, Sirley, Bryan und Glen, ständig zu tun und kein freies Wochenende haben. Auch in der freien Maiwoche sind sie u.a. damit beschäftigt, eine Delegation aus den Vereinigten Arabischen Emiraten zu betreuen, die Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Shuangliu Middle School haben. So bleibt keine Zeit, uns auf einer Tour zu begleiten.
In meiner Stunde an der Junior School griff ich heute noch einmal den Osterhasen von meinem Alphabetposter auf und erzählte etwas ausführlicher über Ostern in Deutschland. Hier gibt es kein Ostern. Auch die Kenntnis darüber, wann, warum und wie das Fest gefeiert wird, war den Schülern gänzlich unbekannt.
Zum Dinner waren wir heute zu dritt, und beide Kolleginnen waren ganz scharf darauf, auch im Restaurant weiter Deutsch zu sprechen und das zu festigen, was sie in der Stunde gelernt hatten. Heute saßen wir im selben Restaurant, probierten aber völlig andere Speisen aus, die auch sehr schmackhaft waren. Claire machte mich darauf aufmerksam, dass seit meinen Besuchen die Gästezahl in diesem Restaurant sprunghaft gestiegen sei. Wenn ein Ausländer in einem Restaurant essend gesichtet wird, dann heißt das, dass es ein gutes Restaurant ist, und die Anzahl der Besucher steigt. Und als ich mich so umsah, musste ich ihr tatsächlich Recht geben. Die ersten Male waren dort bei Weitem nicht so viele Gäste anzutreffen. Ich machte ihr den Vorschlag, doch einmal nach Rabatt für uns zu fragen. Denn schließlich hatte sie mich dorthin mitgenommen. Diesen Vorschlag fand sie ganz nett, war sich aber sicher, dass das nicht funktionieren würde. Und so war es dann auch. So etwas gibt es hier nicht.
Bleibt mir nur noch für heute, allen Lesern ein fröhliches Osterfest zu wünschen bei hoffentlich noch steigenden Temperaturen. Erholt euch gut und tankt Kraft für den nächsten Abschnitt bis Pfingsten.
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12.04.06
Ein Lob an die hiesigen Dienstleistenden
Heute musste ich doch tatsächlich wieder meine wärmsten Sachen hervor holen, die ich hier habe. Es war richtig kalt. Nach meinem Rundgang war ich regelrecht durchgefroren und freute mich auf meinen heißen Tee. Ich hoffe nicht, dass ich von Sirleys Angebot Gebrauch machen und mir warme Sachen von Vivien ausleihen muss. Aber in Deutschland scheint es auch nicht recht Frühling werden zu wollen. Warum soll es mir dann hier besser gehen.
Eins muss ich den Chinesen unbedingt lassen und lobend hervorheben. Auf die Leute hier ist zu jeder Zeit Verlass, egal um was für ein Anliegen es sich handelt. Ein Anruf, und alles wird umgehend erledigt. So ging es mir zum Beispiel mit dem Telefon, dem Fernsehgerät, mit der Lieferung des Trinkwassers, und so funktionierte das auch heute mit dem Auswechseln der Glühlampen. Kaum hatte ich im Büro angerufen, kam Glen auch schon mit zwei Herren und einer riesigen Leiter im Schlepptau an. Bei der großen Auswahl an Glühlampen waren auch drei passende für diese Leuchte dabei. Ich wurde verständnislos angeschaut, als ich die Verkleidungen abwaschen wollte bevor sie wieder dran sollten. Die waren so was von verdreckt…Nun hängen sie wieder, die schwarzen Hände des Monteurs haben aber ihre Abdrücke unverkennbar auf den geputzten Teilen hinterlassen. Es wird hier einfach nicht sauberer. Aber ich kann wieder ordentlich in meinem Arbeitszimmer arbeiten, wenn es draußen bereits dunkel ist. Während der Aktion stand die Wohnungstür weit offen, und prompt trat auch die Reinigungskraft, die wöchentlich die Flure und Treppen fegt, bis hinten durch, um zu sehen, was hier abgeht. Dann verschwand sie wieder im Flur und fegte den ganzen Staub von draußen in meine Wohnung. Das ist unglaublich, aber der Dreck wird nur von einer Ecke in die andere gefegt. Nachdem alle wieder weg waren und ihren Dreck unter den Schuhsohlen unverkennbar überall hinterlassen hatten, lohnte sich die heutige Wischaktion noch einmal so richtig. Ich gehöre ganz bestimmt nicht zu denjenigen, die einen Putzfimmel haben und ein Staubkorn nicht abkönnen, aber hier ist es unumgänglich, wirklich jeden Tag die Tische und die Fußböden zu wischen, und immer wieder liegt eine schwarze Schicht drauf.
Nach meiner Unterrichtsstunde wurde ich von einer Schülerin, Tina, zum Nudelessen am Freitag eingeladen, wie immer auch ein chinesisches Nudelmahl aussieht. Das erscheint mir recht ungewöhnlich, aber ich nahm die Einladung an.
Die warme Dusche nach meiner Aerobicstunde war heute wieder eine wahre Wohltat nach dem Frösteln zuerst, dem Dreck vom Mittag und der sportlichen Betätigung. Die verschimmelten Wände und Vorhänge im Duschraum stören mich inzwischen schon fast gar nicht mehr. Woran man sich doch im Laufe der Zeit gewöhnen kann…
Danach schaute ich mir auf dem Platz hinter der Schule noch eine sportliche Veranstaltung von Senioren an. Ein Kassettenrekorder in der Mitte platziert, tanzten mindestens 50 ältere Herrschaften im Kreis nach traditioneller chinesischer Musik, und alle machten exakt dieselben Bewegungen. Das sah sehr interessant aus. Leider war es schon zu dunkel, um diese Aktion im Bild festhalten zu können. Ich wartete vergeblich auf die Säbeltänze, die nach Bryans Aussage auch dort stattfinden sollten. Vielleicht bin ich auch zu früh gegangen, aber es war viel zu kalt, um noch länger dort auszuharren, und zu allem Überfluss fing es auch noch an zu regnen.
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11.04.06
Ein stürmischer Nachmittag
Heute war es zunächst wieder sehr schwül warm. Die Sonne schien nicht einmal, doch ohne viel Bewegung lief mir bereits der Schweiß den Rücken hinunter. Am Vormittag führte mich mein täglicher Rundgang zur Junior School. Da ich mich für heute Abend mit Camille zum Dinner verabredet hatte, wir wollten Fisch essen, wollte ich mir von Claire oder Jane die genaue Bezeichnung der Menüs aufschreiben lassen, die wir im Restaurant nahe der Schule schon gemeinsam verspeist hatten. Der gedämpfte Fisch und die Pilze waren echt ein Genuss, diese wollte ich auch Camille einmal vorstellen. Da ich keine Gefahr laufen wollte, versehentlich etwas anderes zu bestellen, ging ich auf Nummer Sicher und ließ mir die Bezeichnung genau auf Chinesisch aufschreiben. Beide freuten sich sehr, mich "außer der Reihe" zu sehen und dass mein Interesse für diese Speisen so groß war. Bei der Gelegenheit fragten sie mich nach meinen Plänen für die freie erste Maiwoche. Da alle Lehrer, sowohl an der Senior als auch an der Junior School, an mindestens zwei oder drei Tagen zur Aufsicht in die Schule müssen, der Plan aber noch nicht steht, kann mich keiner von denen begleiten. Sie machten mir aber viele Vorschläge für Ausflüge. Ich weiß noch nicht, inwieweit ich hier allein China erkunde. Vielleicht finde ich ja noch jemanden, der mitkommt. Es waren viele interessante Sachen dabei, die man unbedingt gesehen haben sollte, u.a. wieder Tibet. Das habe ich aber für mich inzwischen gestrichen. Es gibt genug andere sehenswerte Ziele.
Während meiner heutigen Unterrichtsstunde kam plötzlich ein unglaublicher Sturm auf, der erst einmal alles im Raum umherflattern ließ, weil ja immer alle Fenster und Türen weit offen stehen müssen. Draußen knallte es an allen Ecken und Enden, weil sich Balkone und Dinge darauf selbstständig machten. Dann wurde es draußen sehr dunkel, und zu allem Überfluss ging nach einer gewissen Zeit auch noch der Strom weg, so dass wir völlig im Dunkeln saßen. Wir redeten tapfer weiter, ließen uns davon nicht beeindrucken, und irgendwann kam dann der Strom auch wieder.
Trotz des Sturmes, es regnete aber nicht, machten sich Camille und ich auf den Weg zum Dinner. Es war inzwischen etwas kühler geworden. Alles klappte wie am Schnürchen, wir fanden auf Anhieb das Restaurant und bekamen genau das, was wir wollten. Wir wurden sogar an dem Tisch platziert, an dem ich bereits zweimal gesessen hatte. Das Personal hatte mich wiedererkannt.
Zu Hause angekommen musste ich feststellen, dass einige Glühlampen in den Zimmern ihren Geist aufgegeben haben. Ob das durch den Stromausfall verursacht wurde? Das Licht war allerdings nicht eingeschaltet während des Ausfalls. So sitze ich jetzt im Dunkeln, nur mit meiner Taschenlampe von zu Hause in der Hand, in meinem Arbeitszimmer, um diesen Bericht zu verfassen. Aber nur hier gibt es den Internetanschluss. Die Lampen hängen so hoch, da komme ich ohne Leiter gar nicht an, um die Glühlampen zu wechseln. Mal schauen, ob sich auch dafür morgen in der Schule jemand findet, der mir behilflich ist.
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10.04.06
Unterricht in der Primary School
Heute wurde ich das erste Mal so richtig gefordert. Als ich um 8.25 Uhr das Schulgelände der Primary School betrat, platzte ich direkt in den Morgenappell. Von weitem hatte ich schon die lauten Klänge aus dem Lautsprecher vernommen. Mir war aber nicht bekannt, wann sich hier zum Fahnehissen versammelt wird. Um 8.40 Uhr begann dann der Unterricht. Bis auf die beiden fünften und die sechste Klasse umfasste die Klassenstärke „nur“ 40 Schüler. Aber auch das war genug. Wesley, für den ich diesen Stress auf mich genommen habe, unterrichtet lediglich eine von fünf Wochenstunden in den einzelnen Klassen. Die anderen vier Stunden werden die Kinder von ihren einheimischen Englischlehrern betreut. So saß in jeder Stunde der entsprechende Fachlehrer hinten drin und beobachtete das Geschehen, damit er weiß, wo er die nächsten Stunden ansetzen muss. Es war insgesamt einfach zu laut. Die Kinder brüllten sich nur an, es war hoffnungslos, in der Pause mit jemandem ein Wort zu wechseln. Zum Stundenbeginn setzte sich jeder auf seinen Platz und dann ging es los. Die vier Stunden bis zur Mittagspause waren noch ganz gut zu verkraften. Die Schüler machten gut mit. In den Pausen wurde immer wieder durch alle Lautsprecher in unangemessener Lautstärke Musik zur Erholung gespielt. Dabei sollten sich die Kinder mit dem Kopf auf die Bank legen und Augengymnastik machen. Aber bei dem Lärm kann man sich einfach nicht erholen. Die Kinder waren sehr lebhaft, und es machte ihnen sichtlich Spaß, ihr Können unter Beweis zu stellen. Um 14.30 Uhr ging es dann mit der 6.Klasse weiter. Das waren über 50 Schüler, und da merkte man schon einen gewaltigen Unterschied zwischen leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern. Viele wollen den Eintritt in die Shuangliu Middle School schaffen, das ist ihr großes Ziel, aber die Plätze reichen nicht für alle. So ist die Aufnahme nur den Besten vorbehalten. Im Raum war es auch zunächst ruhig, und die Kinder versuchten dem Geschehen aufmerksam zu folgen, aber draußen war ein Krach… Da die Fenster und Türen immer offen stehen, kommt es von allen Seiten. Das kann man sich nicht vorstellen. Ich bin einiges von unseren Schülern gewohnt und kann bestimmt auch eine ganze Menge Lärm vertragen, aber das war dann doch zu viel des Guten. Ich war aber weit und breit die einzige, die das offensichtlich gestört hat. Dann wurde eben im Klassenraum auch immer lauter geantwortet, bis man sich nur noch anbrüllte. Keiner hat Anstoß an dem höllischen Krach genommen. Nein, also das ist für mich keine Arbeitsatmosphäre. Und dann kam noch das „Sahnehäubchen“, die 3.Klasse. Als ich den Raum betrat, tummelte sich ein Knäuel Kinder auf dem verdreckten Fußboden. Es wurde durch den Raum getobt, hinaus gerannt, durch den zweiten Eingang wieder rein, es wurde sich angebrüllt, und keiner da, der mich aus meiner Hilflosigkeit befreite. Die Kinder verstanden mich nicht, aber ich wollte anfangen, um pünktlich zu meiner Deutschstunde zu erscheinen. Sie hatten zwar so nebenbei Notiz von mir genommen, mich auch winkend begrüßt, aber alles tobte weiter. Es war mit dem Chef der Englischlehrer ausgemacht, dass wir zehn Minuten eher anfangen, davon wussten allerdings die Kinder und die zuständige Lehrerin nichts. Irgendwann kam dann die Lehrerin, ich machte ihr meine Situation verständlich, und es ging dann tatsächlich einige Minuten eher los. Ich bezweifle ganz stark, dass das notwendig war, aber die Lehrerin war die ganze Stunde nur damit beschäftigt, die Kinder, die Ermüdungserscheinungen hatten, bzw. nicht das machten, was sie sollten, mit ihrem Lineal zu züchtigen, und das nicht zaghaft. Diese Methode erschreckte mich schon ganz schön. Klar war das ein Wahnsinn, so viele 8- und 9jährige um diese Uhrzeit bei der Stange zu halten, aber das hätten wir auch anders hinbekommen. Leider hatte ich keine Zeit, mich nach der Stunde noch kurz mit der Lehrerin zu unterhalten. Meine Stimme war nach den sechs Stunden mächtig in Mitleidenschaft geraten. Was für eine Wohltat waren doch meine Deutschschüler! Bloß gut, dass meine siebte Stunde so harmonisch ablief. Wäre nicht Sirley gewesen, die mich überredete, nach diesen Strapazen noch mit ins Fitnesscenter zu kommen, ich wäre heute zu Hause geblieben, hätte meine Beine hochgelegt und mich erholt, ohne jegliche selbst erzeugte Geräuschkulisse. So tat ich mir auch noch diesen Stress an. Da ich nicht die besten Erfahrungen mit dem indischen Bauchtanz gemacht hatte, entschied ich mich heute für den zeitgleichen Aerobickurs. Das war ein Fehler, denn da ging so richtig die Post ab. Ich weiß gar nicht, wie ich nach Hause gekommen bin. Mit meinen Füßen jedenfalls kann ich heute nichts mehr anfangen.
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09.04.06
Ein kräftiges Gewitter
Heute war die Luft sehr drückend und schwül. Da es keine Sonneneinstrahlung gab, war es angenehm, draußen umherzuwandern ohne Gefahr zu laufen, sich einen Sonnenbrand zu holen. Es ist immer wieder interessant zu beobachten, wie sich zwei Leute mit einer Trillerpfeife ausgerüstet an der Ampelkreuzung zum Regierungsgebäude, und einzig und allein dort, tagtäglich bemühen, eine Linie in das Verkehrsgeschehen zu bekommen. Sie pfeifen jedes Auto, jedes Moped, jede Rikscha, jeden Fußgänger zurück, der bei rot die Kreuzung überquert. Es ist ein einziges Pfeifkonzert. Camille und ich sind die einzigen, die immer brav auf grün warten. Doch selbst bei grün muss man sehr auf der Hut sein, um nicht angefahren zu werden. Aber hier in China gibt es ein Gesetz, das besagt, dass grundsätzlich das Fahrzeug Schuld an einem Unfall mit einem Fußgänger ist, egal wie der Zusammenstoß zustande gekommen ist. Das erklärt auch den sagenhaften Mut der Fußgänger, in teils halsbrecherischer Manier die Straße zwischen all den Fahrzeugen zu überqueren.
Pünktlich zum Deutschunterricht fand ich mich um 14.30 Uhr in der Schule ein, eine neue Erfahrung, am Sonntag zur Schule zu gehen. Bei der Gelegenheit konnte ich die Bekanntschaft mit dem chinesischen Deutschlehrer machen. Er konnte noch kurz etwas über sich und seine drei Jahre, die er in Deutschland und Österreich verbracht hat, berichten, bevor es in den Klassenraum ging. Heute habe ich zum ersten Mal einen Raum kennen lernen dürfen, in dem die Schüler einer Klasse ihre gesamten Unterlagen, die sie für den Unterricht die Woche über brauchen, deponiert haben, da sie den Großteil ihrer Stunden in diesem Raum verbringen. Die kleinen Tische bogen sich förmlich unter der Last der zahlreichen Arbeitsmaterialien. Es bleibt nur ganz wenig Platz für Mitschriften. Die Schüler sitzen in Zehnerreihen, und davon gab es in diesem Raum acht. Alle Tische waren belegt. Interessant war die Erkenntnis, unter den vielen Lehrbücher auch Comics entdeckt zu haben. So lesen die Schüler wahrscheinlich im Unterricht nicht nur in ihren Lehrbüchern. Es ist einfach nicht möglich, bei der Vielzahl von Schülern festzustellen, womit sich jeder einzelne beschäftigt. Aber jeder hat ja bis tief in die Nacht Zeit, sich mit allem, was er vielleicht versäumt hat, noch einmal im Selbststudium zu befassen. Dafür brauchen sie nichts an Arbeitsmaterialien umherzuschleppen, wie es bei uns der Fall ist.
Gegen 16.00 Uhr, ich war gerade wieder zu Hause, wurde es plötzlich stockdunkel, und ein ordentliches Gewitter ließ seiner Kraft freien Lauf. Es donnerte, blitzte und goss in Strömen, das erste Gewitter, das ich hier in China erlebt habe. Danach kam die Sonne heraus, und es wurde gleich wieder sehr warm, als sei nichts gewesen.
Den Rest des Tages habe ich mit der seelisch moralischen Vorbereitung auf den morgigen Mammuttag verbracht. Nebenbei lief der Fernseher. Wenn ich nun schon einen habe, muss der mich auch unterhalten. Unter anderem gab es einen ausführlichen Bericht über das Rolling Stones Konzert in Shanghai.
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08.04.06
Hotpot mit Fisch
Heute war wieder ein wunderschöner Frühlingstag. Ich musste zunächst auf das neue Fernsehgerät warten, bevor wir gemeinsam unsere Runde drehen konnten. Also so einen verschmutzten Fernseher habe ich noch nie gesehen. Ich weiß wirklich nicht, von welcher Halde dieses Gerät geholt wurde. Nachdem es wieder eine Stunde gedauert hatte, bis es funktionstüchtig war, habe ich versucht es zu reinigen. Es ist unglaublich, aber auch nach zigmal wischen ist er noch speckig. Abgesehen davon, dass hier sowieso alles streng riecht, kommt jetzt auch noch eine andere unangenehme Duftnote aus dieser Ecke. Soviel Duftspray kann ich gar nicht kaufen und versprühen, damit es hier einigermaßen angenehm wird. Duftkerzen oder –öle gibt es hier leider nicht. So war es bereits um die Mittagsstunde, als sich Camille und ich zu einem Spaziergang trafen. Es waren wieder unglaublich viele Menschen unterwegs. Und im Park war es wieder so herrlich. Unter den Bambusbäumen spazieren zu gehen und die Leute zu beobachten ist einfach super erholsam und nie langweilig. Hier bietet jemand seinen Dienst als Ohrenputzer an, der auch gut angenommen wird, dort sitzen die Leute mit Hausschuhen. Nach kurzer Zeit kehrt der Schuhputzer zurück, und die Schlappen werden wieder gegen sauber geputzte Straßenschuhe getauscht. Heute gab es gratis eine professionelle Vorstellung von Tanzpaaren, die tolle Standardtänze zum Besten gaben.
Zu 17.30 Uhr hatte Sirley uns gemeinsam mit ihrer Familie zum Dinner eingeladen. Wer nicht erschien, war Sirley. Sie musste arbeiten. Deshalb hatte sie nur ihren Mann und ihre Tochter schicken können. Vivian hatte noch ihre Freundin Betty mitgebracht, die eifrigste Schülerin in meinem Deutschkurs, die in Tibet wohnt. Da die Familie uneingeschränkt alles macht, was Sirley sagt, egal ob sie vorher nach ihrem Einverständnis gefragt wurde oder nicht, wurden wir freundlichst ins Auto verladen und fuhren in ein nahe gelegenes Restaurant zum Fischessen. Es gab aber nicht einfach Fisch vom Teller, sondern aus dem Hotpot. Und es fand sich der gesamte Fisch, vom Kopf bis zur Flosse in dem Topf wieder. Die Teile mit Stäbchen aus dem Topf zu fischen, das war wieder eine Kunst, die ich nach einem Monat Übung immer noch nicht beherrsche. Trotzdem reichte es aus, um wieder Feuer „spucken“ zu können. Wir hatten nie das Gefühl, dass es der Familie unangenehm war, mit uns allein zum Dinner zu fahren, obwohl es Sirleys Idee war. Es gab viel zu erzählen, und die beiden Mädchen waren sehr wissbegierig. So gut es ging, wurde natürlich auch Sirleys Mann mit einbezogen, obwohl er kein Englisch spricht. Nach dem Dinner wurde uns noch ein Teil des nagelneuen Campus der University of Sichuan präsentiert, ein riesiges Gelände, sehr modern mit viel Grün und einem künstlich angelegten See. 25.000 Studenten studieren hier und wohnen auch zum großen Teil dort. Nach einem herrlichen Sonnenuntergang wurden wir wieder wohlbehalten vor unserer Haustür abgesetzt und verabschiedet, wie immer.
Meinen heutigen Bericht möchte ich nicht beenden, ohne Nadine aus meiner Klasse 5/2 gegrüßt zu haben. Liebe Nadine, ich gratuliere dir ganz herzlich zu deinem heutigen Geburtstag und wünsche dir für dein neues Lebensjahr alles Gute, beste Gesundheit und viel Erfolg in der Schule.
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07.04.06
Ein neuer Fernseher und ein neuer Jadearmreifen
Heute war wieder ein herrlich warmer Tag. Am Morgen stand Sirley vor der Tür und brachte mir die lang versprochene Fernbedienung für den Fernseher, damit ich auch CCTV 9 sehen kann, den amerikanischen Nachrichtensender für China. Bei der Gelegenheit wollte sie mir gleich alle Programme richtig einstellen. Das Ende der Aktion war, dass kein einziger Sender zu empfangen war. Sie rief in der Schule an und bestellte die Expertin für den Multimediaraum hierher, die auch postwendend erschien. Nach einer halben Stunde war der Sender CCTV 9 drin, ich darf den Fernseher aber nicht mehr umstellen oder ausschalten, sonst habe ich nicht mal mehr den einen Sender zur Verfügung. Erst konnte ich 40 Programme empfangen, einzige Ausnahme CCTV 9. Jetzt ist es genau andersherum. So lief und läuft heute den ganzen Tag die Flimmerkiste, obwohl keiner sieht. Ist schon verrückt. Nachher werde ich mich noch über das aktuelle Geschehen informieren. Morgen bekomme ich ein neues Gerät. Wo sie das so schnell herholen, weiß ich auch nicht.
Und dann ist heute doch tatsächlich das Unglaubliche wahr geworden. Um 10.30 Uhr rief mich Sirley aus ihrem Büro an, dass sie gerade die Nachricht über die Ankunft des Päckchens aus Beijing erhalten hat. So setzten wir uns ins nächste Pedicab und fuhren zur Post. Dort erhielt ich doch tatsächlich ein Päckchen mit einem neuen Jadearmreifen, genau so einer wie mir zerbrochen war. Ich kann es noch nicht fassen, aber ich halte ihn wahrlich in der Hand, ohne noch einmal viel Geld dafür ausgegeben zu haben. So etwas wäre mir in Deutschland mit Sicherheit nicht passiert. So setzte ich mich nach meiner Rückkehr gleich zu Hause hin und verfasste ein handgeschriebenes Dankeschön, auf deutsch natürlich. Ob die in Beijing es je übersetzen können, weiß ich nicht. Ich musste aber einfach meinen Dank über die Einmaligkeit dieser Aktion zum Ausdruck bringen.
Im Büro bekam ich wie immer vor meiner Stunde kochend heißen Tee gereicht. Es kann noch so heiß draußen sein, es gilt in China als unhöflich, einem Gast ein kaltes Getränk anzubieten. So gibt es grundsätzlich heißes Wasser oder heißen Tee im Pappbecher serviert.
Nach meiner Stunde ging es wieder mit Sirley ins Fitnesscenter. Jeden Freitag ist jetzt dieselbe Trainerin vor Ort mit phantastischer Musik und abwechslungsreichen Übungen. Es macht richtig Spaß. Heute wurde Letkiss getanzt. Da musste ich an euch, meine lieben Eltern, denken, die ihr diese Schritte früher mit großer Begeisterung getanzt habt, so weit ich mich erinnern kann.
Vor einiger Zeit machte ich auf dem Parkett die Bekanntschaft einer ganz netten Schülerin einer anderen Middle School hier in Shuangliu, die mich ansprach, ob ich das hier schon öfter gemacht hätte, sie sei das erste Mal hier. Ich war wohl das zweite Mal dort, was garantiert nicht zu übersehen war. Sie sprach wunderbar englisch und fand offensichtlich Gefallen an unserer Unterhaltung. Heute machte sie mich mit einem jungen Mann bekannt, der als Gastschüler in ihrer Klasse ein Schuljahr verbringt und gerade vergeblich mit seinem italienischen Freund auf ein freies Laufband wartete. Inzwischen stehen nur noch drei zur Verfügung. Er sprach deutsch, der erste Mensch hier in Chengdu, mit dem ich mich mal wieder in meiner Muttersprache unterhalten konnte. Er kommt aus Augsburg und absolviert gemeinsam mit zwei Italienern und einer Französin ein Schuljahr an der Middle School. Das ist schon interessant zu hören, aus welchen Ländern sich Leute hierher „verirren“.
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06.04.06
Erste Kontaktaufnahme mit der Primary School
Heute war es wieder richtig schön warm. Kaum scheint die Sonne, sieht man die Damen auf den Straßen mit Schirmen oder anderer Art von Schutz, um die Strahlen von ihren Gesichtern fern zu halten.
Pünktlich um 9.00 Uhr begleitete mich Sirley zur Primary School, um mich dort vorzustellen. Ich wurde sehr offen und nett von den Lehrern begrüßt. Der Chef der Englischlehrer fühlte sich gleich verantwortlich für mich, gab mir meinen Stundenplan für Montag und zeigte mir in den Gebäuden jeden der 6 Klassenräume, wo ich mich einzufinden habe. Wenn ich die alle wieder finde, dann bin ich wirklich gut. Die letzte Stunde musste um 10 Minuten vorgezogen werden, damit ich pünktlich mit meiner Deutschstunde an der Senior School beginnen kann. Ein Blick in die vollbesetzten Klassenräume ließen mich doch nachdenklich werden. Insgesamt lernen an der Primary School „nur“ etwas über 2000 Schüler. Es gibt 6 Klassenstufen, die jeweils sechszügig laufen. Jede Klasse hat um die 60 Schüler. In der Pause scharrten sich die Kinder um die „Neue Außerirdische“ und wollten sich mit mir unterhalten. Wenn die auch im Unterricht so viel Interesse zeigen, kann ich ja zufrieden sein. Ich werde zwei Klassen im 4. Jahrgang, zwei Klassen im 5., eine Klasse im 3. und eine Klasse im 6. Jahrgang unterrichten. Das ist die einzige Englischstunde, die die Kinder in der Woche haben. Die Frage nach Arbeitsmaterialien, nach denen die Schüler unterrichtet werden, wurde mit Erstaunen entgegengenommen. Es stellte sich aber heraus, dass die Schüler tatsächlich ein Lehrbuch besitzen. Schnell wurden die dazugehörigen Lehrerhandbücher herangeschafft. Zu Hause angekommen, wollte ich von Wes wissen, was er zuletzt mit den einzelnen Klassen durchgenommen hat, damit ich weiß, wo ich anknüpfen kann. Er sah diese Lehrerhandbücher zum ersten Mal und hatte absolut keinen Plan, was er mit den Kindern eigentlich die ganze Zeit gemacht hat, zumindest nichts Kontinuierliches. Nun wundert es mich natürlich nicht mehr, wie man nahe an einem Nervenzusammenbruch stehen kann und durch so einen vollen Tag Schaden nimmt. Ich kann mich nicht ohne jeglichen Plan vor 60 Kinder in der Unterstufe stellen und erwarten, dass die Stunde störungsfrei vorüber geht, ohne etwas Handfestes geboten und konkrete Forderungen an die Kinder gestellt zu haben. Na, da habe ich mich auf etwas eingelassen. Ich bin gespannt, wie die Kinder mich annehmen. Wenn die Schüler willig sind, und das sind sie hier im Durchschnitt alle, kann man mit etwas Engagement schon etwas erreichen, da bin ich ganz sicher. Anders als in Deutschland, wo kaum ein Wille von den Schülern zu spüren ist, in der Schule etwas zu lernen. Unseren Schülern geht es einfach zu gut, trotz der hohen Arbeitslosigkeit. Da kann man sich als Lehrer noch so bemühen.
Meine Stunde an der Junior School war wieder ein sehr schönes Erlebnis. Es macht richtig Spaß, mit den Jugendlichen zu arbeiten. Zunächst zierten sich alle, einzeln etwas zu wiederholen oder einen Satz zu formulieren. In der Gruppe fällt es ja nicht auf, wenn Fehler gemacht werden. Nachdem ich ihnen aber Mut zugesprochen und ihnen versucht hatte zu erklären, dass man eine Sprache nur lernt, indem man spricht, egal wie viele Fehler am Anfang gemacht werden, schöpften sie Mut, und schließlich wollte jeder Lehrer sein und die Fragen, die wir geübt hatten, an ihre Mitschüler weiterreichen.
Zum Dinner lud mich Claire dieses Mal in ein anderes Restaurant ein. Heute gab es Porridge (Haferbrei), den wohl besten in Shuangliu, und Lotusgemüse, zwei gewöhnungsbedürftige Speisen. Während Claire danach zur Kosmetik ging, kehrte ich in unserem „Stammlokal“ ein, wo Camille mit Jonathan und Jason zu Abend gegessen und nun noch in gemütlicher Runde beisammen gesessen hatte. Camille hatte mich heute Morgen über dieses Treffen informiert und mich dazu eingeladen. Jason wird für eine Woche nach Beijing reisen und wollte ein paar Tipps von mir haben. Da er nur als Freund seit 3 Monaten bei Jonathan wohnt und keine beruflichen Verpflichtungen hat, kann er sich das leisten, während Jonathan arbeiten muss. Im Mai muss Jason dann mal wieder zurück nach Florida, um sich einen Job zu suchen. Das Geld wird durch Urlaub auch nicht mehr. Aber hier in China braucht man tatsächlich nicht viel Geld zum Überleben, wenn man nicht noch andere Verpflichtungen hat. So hatten wir eine nette Talkrunde. Während ich hier von einer Verabredung zur anderen husche, und es mir wirklich gut geht, müsst ihr Lieben zu Hause Sandsäcke schippen. Ich verfolge mit großer Sorge täglich die aktuellen Wasserstandsmeldungen und hoffe, dass keiner unter euch Betroffenen zu Schaden kommt. Die Bilder sind ja alles andere als optimistisch zu betrachten. Ich hoffe, dass bald alles überstanden ist.
Posted by carola um 22:38 | Kommentare (0)
05.04.06
Ein ganz gewöhnlicher Mittwoch
Heute war es wieder etwas frischer auf der Straße, die Sonne ließ sich nur ab und zu sehen. Am Morgen bekam ich ein neues Telefon, aber damit komme ich auch nicht weiter als bis zu Camille bzw. ins Büro. Ich kann zwar aus allen Orten der Welt Anrufe empfangen, aber keine hinaus tragen. Bei der Gelegenheit habe ich meinen allmorgendlichen Weckruf storniert, da ich dafür bezahlen muss, obwohl ich ihn gar nicht brauche. Ich hatte ihn auch nie angefordert.
Bei meinem alltäglichen Rundgang bekam ich es heute regelrecht mit der Angst zu tun, als vor einer Bank zwei schwerstbewaffnete Männer, vermummt bis über beide Ohren, aus einem Van sprangen. Einer postierte sich links, der andere rechts vom Auto. Dann stieg ein Herr mit einem Blechkoffer aus dem Wagen. Als er wieder aus der Bank trat, stiegen alle drei wieder in ihren Lieferwagen und fuhren davon. So, dachte ich, läuft also eine Geldübernahme hier in China ab. Als ob das friedliche, auf der Straße herumlungernde und Majiang spielende Volk dort eingreifen wollte.
Am Tor zur Schule grüßte ich wie jeden Tag das Dienst habende Wachpersonal ganz freundlich. Die ersten Tage wurde mein Gruß nur verwundert entgegengenommen, inzwischen warten die Herren regelrecht darauf und grüßen lächelnd zurück. Hier ist es nicht üblich sich zu begrüßen oder zu verabschieden. Da habe ich wohl etwas Neues eingeführt.
Im Büro fragte ich dann mal leise an, was der Staff so von einer Reise nach Tibet hält. Bryan war sofort bereit, mit mir ins Reisebüro zu gehen und sich nach günstigen Angeboten zu erkundigen. So eilig hatte ich es ja nun auch wieder nicht. Es ist nicht ganz einfach dort einzureisen. Es sind sehr viele Formalitäten zu erledigen. Aber eine Reise dorthin lohnt sich immer, meinte Bryan. Als ich dann von der Schülerin erzählte, die mich gefragt hatte, winkte er nur ab. Das sollte ich mal lieber sein lassen. Besser ist eine offizielle Reise übers Reisebüro. Er würde mich auch begleiten, denn allein sollte ich lieber nicht fahren. Selbst übers Wochenende lohnt sich die Fahrt dorthin. Na, ich weiß ja nicht. Und so hatte ich meine Frage auch nicht verstanden haben wollen. Betty fragte heute nicht noch einmal, und ich habe mich auch nicht geäußert.
Dann erfuhr ich heute, dass die „Spezitruppe“, also die neun Schüler, mit denen ich dreimal die Woche arbeite, auch sonntags nachmittags Deutsch hat, und zwar bei einem Chinesen, der in Deutschland studiert hat. Er lehrt ausschließlich Grammatik. Auf meine Frage, warum Lydia bei unserem Sonntagsausflug nach Chengdu nichts davon erzählt hat, meinte sie, da geht eh keiner hin, weil keiner etwas versteht, obwohl er es auf Chinesisch erklärt. Da sind meine Stunden viel effektiver, und sie lernen etwas dabei. Aber wir sind auch noch nicht sehr intensiv auf die Grammatik eingegangen. Wir sprechen eher und lernen, uns im alltäglichen Leben auszudrücken und verständlich zu machen.
Da Wes jeden Yuan braucht, besonders wegen des Babys, hat er mich lediglich gebeten, seine sechs Montagsstunden in der Primary School zu übernehmen, die ihn besonders schlauchen, damit er drei Tage hintereinander zur Erholung hat. Die anderen Tage hat er immer nur eine bzw. zwei Stunden an dieser Schule. Jede Stunde, die er nicht hält, wird ihm knallhart vom Lohn abgezogen, egal aus welchem Grund er fehlt. Wenn ich helfen kann, bin ich natürlich gern bereit, und ich werde mich nicht an dem Geld bereichern, was ihm zusteht.
Im Fitnesscenter hat inzwischen das 5. Laufband seinen Geist aufgegeben. Es wird einfach ein Zettel dran geklebt, außer Betrieb, und dann rosten die Geräte da vor sich hin. Bald bleibt einzig und allein der Aerobickurs, da die restlichen fünf Laufbänder hoffnungslos überlastet sind. Auf meinem Nachhauseweg bekam ich auf der Straße eine ordentliche Dusche ab, und ich hatte gerade so schön warm geduscht. Die beiden Sprühwagen, die die trockenen Straßen unter Wasser setzten, kündigten sich zwar schon von weitem mit lauten Geräuschen an, ich konnte auch noch zur Seite springen, aber einzig die Flucht in ein Geschäft hätte mich vor dieser schmutzigen weitreichenden Dusche bewahrt.
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04.04.06
Vertretung in der Primary School
Da es den ganzen Morgen zur Abwechslung mal wieder geregnet hatte, nutzte ich die Gelegenheit für ein ausgiebiges Studium aller wissenswerten Fakten zu Tibet. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an dich, lieber Kurt-Ulrich dafür, dass du mir so prompt wunderbar informatives Material zugeschickt hast. Nun bin ich doch ein ganzes Stück schlauer, bin mir aber nicht sicher, ob ich das Angebot annehmen soll, falls eins kommt. Für das Hochland bin ich dann wohl doch nicht entsprechend ausgerüstet. Und Abenteuer habe ich hier in Shuangliu und Umgebung genug.
Zur Mittagsstunde schaffte ich dann bei angenehmen Temperaturen und frischer Luft meinen täglichen Rundgang, bis ich dann wieder in der Schule sein musste. Dort empfing mich Bryan mit der Nachricht, dass Wesley heute eine Art Zusammenbruch erlitten hat. Der fehlende Schlaf, den seine Lady tagtäglich zu verantworten hat, (und wohl auch sein zu großer Zigarettenkonsum) führten zu einem Kollaps. Er wird vorübergehend zu einem Lehrer ziehen, um dort seinen fehlenden Schlaf nachzuholen. So wurde ich gefragt, ob ich bereit wäre, seine 13 Unterrichtsstunden in der Primary School zu übernehmen. Die anderen 12 Stunden an der Senior School werden die hiesigen Englischlehrer übernehmen. Natürlich bin ich bereit zu helfen. So werde ich demnächst auch noch die Primary School kennen lernen. Dann habe ich wirklich alles durch. Aber dafür bin ich ja hierher gekommen, um so viel wie möglich zu erleben, warum dann nicht auch Englischunterricht bei 6-10jährigen.
Ich konnte es mir nicht verkneifen, die Schüler des Dienstagkurses zu fragen, ob und wieviel sie für den Deutschkurs bezahlen mussten. Jeder hat 100 Yuan (etwa 10 Euro) Teilnahmegebühr bezahlt.
Nach dem offiziellen Teil blieben alle sitzen und wollten ganz viel über Magdeburg, meine Schule und das alltägliche Leben in Deutschland wissen. Es stellte sich heraus, dass ein Junge zu den Schülern gehörte, die im letzten Jahr unsere Schule besuchten. Ihm gefiel insgesamt alles ganz toll, aber eine Sache fand er völlig abartig. Er erzählte, dass er von seiner Gastgeberin und deren Freunden eines Nachmittags mit an einen See (ich nehme an der Barleber See) gelotst wurde. Dort gab es eine für ihn sehr eigenartige Fete, wo nur geraucht, Bier in Unmengen getrunken und irre laute merkwürdige Musik gehört wurde. So etwas hatte er vorher in seinem Leben noch nie erlebt und gesehen, dass sich 15- und 16jährige, ob Jungen oder Mädchen, so benommen haben. Es muss wohl sagenhaft verwüstet danach ausgesehen haben. Wie er so seinen Mitschülern davon erzählte, musste ich mich doch richtig schämen für meine Schüler. Es war echt unangenehm. Als hätten wir nichts Besseres zu bieten.
Dieser Junge und ein Mädchen fragten mich, ob sie mir mehr von ihrer Heimat zeigen dürften. Hier gäbe es so viel zu sehen. Da versuchte ich ihnen klar zu machen, dass ich für alles Interesse und Zeit habe, die Schüler aber Tag und Nacht in der Schule verbringen müssen, auch am Wochenende. So luden sie mich ein, gemeinsam in der freien Woche vom 1. -7. Mai etwas zu unternehmen. Das Angebot war sehr verlockend, so dass ich gern darauf zurückkommen würde, wenn es dann so weit ist.
Nach der Stunde ging ich wie immer ins Office, um Vollzug zu melden und mich zu verabschieden, da wurde fleißig am Computer Majiang gespielt, weil Glen und Bryan nur zu zweit waren. Es kann nur mit vier Personen gespielt werden. Mit einer Hingabe versuchten sie, mir das Spiel mit den 108 bzw. 144 Steinen zu erklären. Es scheint ja wirklich süchtig zu machen, wie man hier auf den Straßen auch tagtäglich live erleben kann, wenn man es dann kann. Ich finde es sehr kompliziert, aber vielleicht schaffe ich es ja noch, dahinter zu kommen. Auf alle Fälle hatten die Herren Feierabend, aber keine Muße, nach Hause zu gehen. Sie spielten eifrig Majiang. Nach einer Stunde bin ich gegangen, ich weiß nicht, wie lange sie noch gespielt haben.
Da inzwischen auch alle Kurse gelaufen waren, blieb für mich heute nur das Laufband im Fitnesscenter.
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03.04.06
Ein heißer Montag
Heute gab es Sonne satt. Das kann ja heiter werden, wenn das so weiter geht. Die Schüler waren wie gelähmt, müde und erschlagen von der Hitze, als ich am Nachmittag auch noch etwas von ihnen wollte. Sie haben aber tapfer durchgehalten, eine andere Wahl hatten sie auch nicht. In Deutschland hätten bei den Temperaturen schon alle Schüler hitzefrei gefordert. Hier geht der Betrieb selbstverständlich störungsfrei weiter. Eine Schülerin fragte mich heute, ob mich Tibet interessieren würde. Ich wusste nicht recht, wie ich auf diese Frage antworten sollte. Ich weiß, dass sie in Tibet wohnt, ich habe aber keine Ahnung, wie man dorthin kommt, wie lange so eine Reise dauert und was mich dort erwartet. Ich antwortete ehrlich, dass ich viel zu wenig über Tibet wüsste, als dass ich ihr eine prompte Antwort hätte geben können. Ich weiß nicht, was sie vorhat. Generell interessiert mich hier alles. Ich werde so viel an Erfahrungen und Unternehmungen mitnehmen, wie ich angeboten bekomme und verkraften kann. Aber wissen muss ich schon vorher in etwa, was mich erwartet. Leider habe ich massive Probleme mit dem Internet, so dass es mir schwer fällt, mich mal rasch über Tibet zu informieren und schlau zu machen. Ich bin gespannt, was das wird, denn ich habe nicht gleich meine absolute Abneigung signalisiert.
Verabschiedet wurden wir heute mit Kenny G.’s wunderschönen erholsamen Saxophonklängen, die nach der 8. Session lautstark durch die Lautsprecher auf dem Schulhof ertönten. Das war toll. So einen Schulfunk sollten wir auch an unserer Schule haben, der es schafft, die gestressten Schüler und Lehrer durch wohltuende Klänge wieder zur Ruhe zu bewegen.
Im Fitnesscenter gab es eine neue Auflage des indischen Bauchtanzes.
Posted by carola um 22:55 | Kommentare (1)
02.04.06
Ein Sonntag in Chengdu
Ein weiterer herrlicher Frühlingstag liegt hinter uns. Pünktlich um 9.30 Uhr standen meine beiden Schülerinnen vor meiner Tür, um mit mir einen Ausflug nach Chengdu zu machen. Auf die beiden ist wirklich immer Verlass. Ein Taxi brachte uns zum Busbahnhof, von wo alle 10 Minuten ein Bus nach Chengdu abfährt. Für 3,50 Yuan (etwa 35 Cent) brachte uns der Bus in 50 Minuten mit mehreren Stopps zwischendurch in das 14 Kilometer entfernte Zentrum der Stadt. Wir stiegen an dem Park aus, der mir schon beim ersten Besuch ins Auge fiel. Es war wunderschön erholsam. Viele Leute praktizierten Thai Chi bei herrlichstem Wetter und Vogelgezwitscher. Auch der Wuhou Tempel blieb nicht unentdeckt. Gleich neben dem Park verlief eine Passage, in der man wirklich alles in China Traditionelle kaufen und besichtigen konnte. Danach schlossen sich unendliche „Fressbuden“ an, in denen man alles Essbare kaufen konnte, was hier in China als traditionell gilt. Unglaublich, was wir da zum größten Teil aufgespießt für wenig Geld zu kosten bekamen. Ob süß oder sauer, scharf oder mild, flüssig oder zäh, für Europäer genießbar oder ungenießbar; es war von allem etwas dabei. Nachdem wir uns ordentlich gestärkt hatten, ging es für einen Yuan mit dem Bus ein paar Stationen weiter in die Innenstadt, auf die Haupteinkaufsstraße Qingnian Lu. Dort war wirklich alles hoffnungslos überfüllt. So viele Menschen auf einem Haufen, die sich durch die Straße und die Geschäfte drängelten; unvorstellbar. Aus jedem Laden ertönten irre laute Musikklänge. Die viele Werbung erschlägt einen förmlich. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass heute Sonntag war, weshalb alles so überfüllt war, normal kann das jedenfalls nicht gewesen sein. Bei diesen Menschenmassen ist es uns tatsächlich gelungen, Lydias Schwester ausfindig zu machen, die auf uns gewartet hatte. Sie ist ein Jahr jünger als Lydia, also 15, und hatte sich auf englisch die Sätze zurechtgelegt, die mir mitteilen sollten, dass sie es wahrscheinlich im nächsten Semester auch auf die Shuangliu Middle School schafft, und sich jetzt schon darauf freut, mich dort wieder zu sehen. Leider musste ich ihr sagen, dass ich bloß bis Juni hier sein werde. Wir versuchten uns aber in der kurzen Zeit, die uns blieb, so viel wie möglich zu unterhalten. Sie möchte so gern ihr Englisch verbessern, hat aber im Alltag keine Gelegenheit, mit jemandem zu kommunizieren. Bereits um 16.30 Uhr mussten wir uns wieder voneinander verabschieden, denn der Bus startete kurze Zeit später Richtung Shuangliu. 50 Minuten später hatten wir unser Ziel erreicht. Meine Begleiterinnen schafften es gerade noch einmal kurz nach Hause zu gehen (sie haben dasselbe Zuhause) und kurz zu verschnaufen. Um 18.00 Uhr mussten sie wieder in der Schule sein, um an ihrem Sonntagsunterricht teilzunehmen. Heute Abend liegen drei Unterrichtsstunden an: Mathematik, Geschichte und Politik. Ich bummelte gemütlich durch die Stadt nach Hause und konnte nur unendliches Mitleid mit den Mädchen empfinden. Der Tag war zwar sehr schön, das Großstadtpflaster hatte aber ganz schön geschlaucht. Ich war froh, nach Hause gehen und meine Beine hochlegen zu können.
Posted by carola um 22:56 | Kommentare (0)
01.04.06
Ein erholsamer Samstag
Heute war wieder ein sehr warmer Tag, aber die Sonne prallte nicht so herunter, genau das richtige Wetter, um weitere Stunden im herrlichen Park zu verbringen. Um zunächst die Frage nach meinem täglichen Frühstück zu beantworten: Ich gehe hier nicht auswärts frühstücken. Ich esse in meiner Wohnung mein Müsli, etwas kleiner gemahlen als bei uns, dazu ein Steambread, schmeckt fast wie Hefeklöße, nur ohne Zucker, im Dampfbad erhitzt (drei Stück kosten 1 Yuan), dazu eine Tasse Kaffee, den mir mein Schüler Jens Böhrs – an dieser Stelle herzliche Grüße an dich, lieber Jens! - mit auf die Reise gegeben hat, und ein Apfel oder eine Apfelsine. Obst ist hier sehr billig. Als ich neulich mit einer halben Ananas nach Hause kam, schlugen meine Hausbewohner die Hände über dem Kopf zusammen, wie ich das nur essen könnte. Die wurde mit einem „giftigen Messer“ aufgeschnitten. Da wir hier aber nicht bei „Schneewittchen“ sind, habe ich sie trotzdem verspeist, und ich lebe noch, habe keinerlei Schaden davon getragen. Ich habe allerdings bis heute keine neue gekauft. Natürlich muss man hier alles gründlichst mit dem Trinkwasser abwaschen. Mir wurde gestern ein neuer 18,9 l Trinkwasserbehälter geliefert. Für 100 Yuan habe ich 11 Gutscheine für weitere Behälter bekommen. Da bleibt neben meinem vielen Teewasser genug übrig zum gründlichen Schrubben der Früchte.
Nach meinem alltäglichen Stadtrundgang traf ich mich wie verabredet gleich nach Schulschluss um 15.30 Uhr mit zwei meiner Schülerinnen. Dieses Mal führte uns unser Weg wieder durch den wunderschönen erholsamen Park geradewegs zum Turm. Wir schafften es auch tatsächlich, die 144 Stufen zu erklimmen und den Ausblick von oben zu genießen, bevor er schloss. Dann kamen wir vorbei an den zahlreichen Vogelbauern, die überall in den Bäumen hingen und zwitscherten, und an den tanzfreudigen Leuten. Alle Menschen hier sind so relaxt, keiner macht Stress, nirgendwo herrscht Hektik. Ich genieße es in vollen Zügen. Noch einen herrlichen Chrysanthementee unter Bambusbäumen geschlürft, musste ich leider auch schon wieder nach Hause, weil Sirley mich um 17.30 Uhr anrufen wollte, wann und wo wir uns treffen wollten. Der Vice Principal der Senior School, Mr. Hu, hatte zum Dinner eingeladen. Um 18.15 Uhr teilte Sirley mir mit, dass Mr. Hu heute leider noch zu sehr beschäftigt sei und das Treffen ausfallen müsse. Ehe ich mir überlegen konnte, was ich mit dem angebrochenen Abend mache, rief Camille an, ob ich heute Abend schon etwas vorhätte. Sie würde gern mit mir Abendessen gehen, wie gestern an demselben Ort. Das hatte ihr so gut gefallen, sie war so glücklich eingeschlafen. Ich erzählte ihr, dass ich gerade versetzt worden war und sie mich heute damit glücklich macht, wenn wir den Abend gemeinsam verbringen. So verbrachten wir einen netten Abend bei viel Unterhaltung und etwas abgewandelten Speisen im selben Restaurant wie gestern. Gerade zurückgekehrt, machten sich gerade Jonathan und sein amerikanischer Freund Jason, der noch bis Mai hier in China weilt, auf den Weg zum Dinner. Prompt wurde sich für das nächste Dinner gemeinsam verabredet.
Posted by carola um 23:40 | Kommentare (0)
