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01.04.06
Ein erholsamer Samstag
Heute war wieder ein sehr warmer Tag, aber die Sonne prallte nicht so herunter, genau das richtige Wetter, um weitere Stunden im herrlichen Park zu verbringen. Um zunächst die Frage nach meinem täglichen Frühstück zu beantworten: Ich gehe hier nicht auswärts frühstücken. Ich esse in meiner Wohnung mein Müsli, etwas kleiner gemahlen als bei uns, dazu ein Steambread, schmeckt fast wie Hefeklöße, nur ohne Zucker, im Dampfbad erhitzt (drei Stück kosten 1 Yuan), dazu eine Tasse Kaffee, den mir mein Schüler Jens Böhrs – an dieser Stelle herzliche Grüße an dich, lieber Jens! - mit auf die Reise gegeben hat, und ein Apfel oder eine Apfelsine. Obst ist hier sehr billig. Als ich neulich mit einer halben Ananas nach Hause kam, schlugen meine Hausbewohner die Hände über dem Kopf zusammen, wie ich das nur essen könnte. Die wurde mit einem „giftigen Messer“ aufgeschnitten. Da wir hier aber nicht bei „Schneewittchen“ sind, habe ich sie trotzdem verspeist, und ich lebe noch, habe keinerlei Schaden davon getragen. Ich habe allerdings bis heute keine neue gekauft. Natürlich muss man hier alles gründlichst mit dem Trinkwasser abwaschen. Mir wurde gestern ein neuer 18,9 l Trinkwasserbehälter geliefert. Für 100 Yuan habe ich 11 Gutscheine für weitere Behälter bekommen. Da bleibt neben meinem vielen Teewasser genug übrig zum gründlichen Schrubben der Früchte.
Nach meinem alltäglichen Stadtrundgang traf ich mich wie verabredet gleich nach Schulschluss um 15.30 Uhr mit zwei meiner Schülerinnen. Dieses Mal führte uns unser Weg wieder durch den wunderschönen erholsamen Park geradewegs zum Turm. Wir schafften es auch tatsächlich, die 144 Stufen zu erklimmen und den Ausblick von oben zu genießen, bevor er schloss. Dann kamen wir vorbei an den zahlreichen Vogelbauern, die überall in den Bäumen hingen und zwitscherten, und an den tanzfreudigen Leuten. Alle Menschen hier sind so relaxt, keiner macht Stress, nirgendwo herrscht Hektik. Ich genieße es in vollen Zügen. Noch einen herrlichen Chrysanthementee unter Bambusbäumen geschlürft, musste ich leider auch schon wieder nach Hause, weil Sirley mich um 17.30 Uhr anrufen wollte, wann und wo wir uns treffen wollten. Der Vice Principal der Senior School, Mr. Hu, hatte zum Dinner eingeladen. Um 18.15 Uhr teilte Sirley mir mit, dass Mr. Hu heute leider noch zu sehr beschäftigt sei und das Treffen ausfallen müsse. Ehe ich mir überlegen konnte, was ich mit dem angebrochenen Abend mache, rief Camille an, ob ich heute Abend schon etwas vorhätte. Sie würde gern mit mir Abendessen gehen, wie gestern an demselben Ort. Das hatte ihr so gut gefallen, sie war so glücklich eingeschlafen. Ich erzählte ihr, dass ich gerade versetzt worden war und sie mich heute damit glücklich macht, wenn wir den Abend gemeinsam verbringen. So verbrachten wir einen netten Abend bei viel Unterhaltung und etwas abgewandelten Speisen im selben Restaurant wie gestern. Gerade zurückgekehrt, machten sich gerade Jonathan und sein amerikanischer Freund Jason, der noch bis Mai hier in China weilt, auf den Weg zum Dinner. Prompt wurde sich für das nächste Dinner gemeinsam verabredet.
Posted by carola um 01.04.06 23:40
