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10.03.06
Zwei Tage in Beijing
Seit gestern bin ich nun in China, genauer gesagt, in Beijing. So einen angenehmen und ruhigen Langzeitflug hatte ich noch nie. Allerdings startete die Maschine wegen der schlechten Witterungsverhältnisse in Frankfurt eine Stunde verspätet. So kam ich erst mit einer halben Stunde Verspätung hier an. Die Passkontrolle erfolgte problemlos, nur meine Koffer ließen auf sich warten. So wurde auch Nini auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Sie hatte schließlich 90 Minuten warten müssen. Um 13.00 Uhr (in Deutschland war es 6.00 Uhr) hatten wir uns endlich gefunden. Sie kümmerte sich bis heute Abend rührend um mich und organisierte alles. Ich wusste schon, warum ich so unbefangen und ohne Aufregung losfahren konnte.
Schnell ein Taxi besorgt und das Gepäck im Hotel abgestellt, machten wir uns gleich auf den Weg zur "Verbotenen Stadt". Das ist ein tolles Gefühl, alles mit eigenen Augen sehen zu dürfen. Auf diesem riesigen Gelände wurde Nini von einer jungen Frau angesprochen, ob sie nicht Interesse hätte, am nächsten Tag einen Tagesausflug zur Chinesischen Mauer zu machen. Da wir das eh für den nächsten Tag geplant hatten, ließen wir uns nach ewigen Verhandlungen tatsächlich darauf ein. Heute morgen wurden wir auch pünktlich um 6.30 Uhr vom Hotel abgeholt. Dann ging es mit einer Gruppe in einem Bus los. Das Frühstück in einer Frühstücksbude war der erste Hit - very strange- und dann folgte die Fahrt. Hier scheint es keine Verkehrsregeln zu geben. Jeder verschafft sich mit lautem Hupen die Vorfahrt. Es wird gehupt, was das Zeug hält. Rote Ampeln werden ignoriert. Auch die vielen Radfahrer radeln auf den überfüllten Straßen mittendrin, ohne jeden Augenkontakt zu den anderen Verkehrsteilnehmern oder Fußgängern. Jeder ist Individualist und drängelt sich durch und vor.
9.45 Uhr hatten wir unser Ziel erreicht: die Chinesische oder auch Große Mauer. 1,5 Stunden blieben uns Zeit, sie zu bewundern und zu erklimmen. Das verlangte uns bei dem kalten Wind und den steilen Stufen schon eine ganze Menge ab, aber das Gefühl, dort oben zu stehen und alles bewundern zu können, ist unbeschreiblich. Leider war die Zeit etwas kurz, um alles in Ruhe genießen zu können. Unten angekommen, ging es mit dem Bus zurück. Was uns auf der Rückfahrt noch geboten wurde, war ein Hit nach dem anderen. Mir war im Vorfeld nicht bekannt, was ich da alles noch erleben durfte. Zuerst das Jademuseum, wo man auch Schmuck aus Jade erwerben konnte, dann das Mittagessen - ein typisch chinesischer Mittagstisch mit allen (Un)Sitten und Gebräuchen, die die Chinesen so an den Tag legen, dann die Toiletten... Als nächstes wurden wir in ein großes Verkaufslager von Süßigkeiten geführt, die eigentlich allesamt gar nicht süß waren. Wir mussten/durften mindestens 50 verschiedene Sorten von Köstlichkeiten probieren, von denen wir dann das Schmackhafteste erwerben sollten. Dann ging es weiter zur Zhaoling - einer der schönsten von 13 Kaisergruften in China. Um 14.45 Uhr war dann ein Besuch in der China Academy of Traditional Chinese Medicine angesagt. Mit viel Beifall wurde ein Arzt im Wartezimmer begrüßt, der dann einen 10-minütigen Vortrag über traditionelle chinesische Medizin hielt. Ich habe natürlich alles verstanden!! Nini erzählte mir nur das Wichtigste, nämlich, dass George Bush senior einst dort war, sich behandeln ließ und die Erkenntnisse mit in sein Land nahm, um sie dort publik zu machen. Dann ging die Tür auf, und im Gleichschritt kamen 5 weitere Ärzte einmarschiert, setzten sich und wollten uns aus der Hand lesen, welche Krankheit jeder hat. Es war einfach herrlich. Mit diesem Besuch in der Academy war die Erlebnisreise noch nicht zu Ende. Den letzten Stopp gab es in einer alten Filmkulissenstadt. Dort wurden und werden Filme über China gedreht. Das Freudenhaus und die Show eines Künstlers, der einen 1m langen breiten Säbel verschluckte, sich zwei 10cm lange Nägel durch die Nase ins Gehirn bohrte und schließlich eine schwere Metallkugel regelrecht verschluckte und sie nach 10 Minuten wieder ausspuckte, waren dort die Höhepunkte. Unglaublich, was ich da zu sehen bekam, aber wahr. Dabei sollten wir noch Tee schlürfen, das ging bei der Show gar nicht. Um 18.30 Uhr waren wir schließlich wieder zurück im Hotel. Nach dem Abendessen hat sich Nini verabschiedet. Da ich morgen wieder sehr früh raus muss, weil die Reise dann weiter geht nach Chengdu, bleibt sie diesesmal nicht über Nacht. Schließlich ist Wochenende, und sie kann morgen ausschlafen. So nutze ich heute Abend die Gelegenheit, diese Eintragung zu tätigen. Natürlich habe ich auch alle Kommentare gelesen und bedanke mich bei allen Interessierten ganz herzlich. Liebe Vanessa, natürlich habe ich gestern besonders an dich gedacht, habe aber erst heute die Möglichkeit, dir ganz herzlich nachträglich zu deinem Geburtstag zu gratulieren. Ich wünsche dir alles Gute, vor allem bleib schön gesund.
Morgen geht es an mein eigentliches Ziel, nach Chengdu. Von dort werde ich mich bei der erst besten Gelegenheit wieder melden.
Posted by carola um 10.03.06 13:38
Kommentare
Wir freuen uns dass alles so prima geklappt hat. Du hast ja schon soviel gesehen. Deine Eltern sind auch informiert.
Posted by: Sigrid um 10.03.06 19:11
