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26.03.06
Unter blühenden Pfirsichbäumen
Nachdem es die ganze Nacht geregnet hatte, wollte das Thermometer heute nicht so recht steigen. Pünktlich um 9.00 Uhr standen Claire und Maria vor der Tür, um mich zum Sonntagsausflug abzuholen. Nach kurzer Zeit kam auch schon das Schulauto der Junior School vorgefahren. Es war bereits mit einer Menge Leute besetzt, die auf dem Weg zu einem weiteren Erholungsgebiet zur Baumblüte unterwegs abgesetzt wurden. Es stellte sich heraus, dass es sich bei den Leuten um Verwandte des Fahrers handelte, die andere Pläne hatten. So waren wir schließlich nur noch zu viert. Nach einer Stunde Fahrzeit hatten wir das Ziel erreicht. Es waren wieder unglaublich viele Leute unterwegs, die es sich nicht nehmen ließen, trotz des ungemütlichen Wetters die Hänge mit den herrlich blühenden Pfirsichbäumen zu erklimmen. Es hätte wirklich so sehr schön sein können, wenn nicht überall der Müll herumliegen würde. Das trübt doch mächtig das Bild. Nach einem ausgiebigen Spaziergang die glitschigen Hänge entlang, nahmen wir unter einem Pfirsichbaum Platz, packten die Picknicktasche und die Karten aus und spielten "Beat the landlord", das einzige Kartenspiel, was die Chinesen mit den 54 Karten spielen können. Wir waren die einzigen, die es doch tatsächlich geschafft haben, ihren fabrizierten Müll in einer Plastetüte zu verstauen und wieder mitzunehmen, was hier völlig unbekannt ist. Diesesmal war es nicht einmal meine, sondern Marias Idee. Maria war im letzten Jahr Gast in Deutschland und hat dort gesehen, dass es auch anders geht und viel angenehmer ist, wenn kein Müll herumliegt. Bloß einer von xMilliarden Menschen bewirkt da leider nichts. Das Problem wird man hier nicht lösen können. Aus dem Auto, aus dem Bus, sogar aus der Wohnung, überall wird der Müll einfach aus dem Fenster auf die Straße geworfen. Auch bei unserer Baumpflanzaktion gestern und unserer Wanderung am letzten Sonntag warfen die Anwesenden ihre leeren Wasserflaschen einfach in die Landschaft. Wenn es nicht so viel Leute gäbe, die ständig nur den Müll wieder aufheben, den andere fallenlassen, würde die Bevölkerung hier daran schon erstickt sein.
Irgendwann wurde über den Lautsprecher eine weitere von vielen Gruppen zum Mittagessen gerufen. Das ging dort in Etappen, anders konnte man den Menschenmassen nicht Herr werden. Plötzlich saßen weitere Lehrer der Middle School mit uns am Tisch. Wie sie dorthingekommen waren, weiß ich nicht, auf alle Fälle war der Van wieder gut gefüllt, als wir 15.15 Uhr die Reise zu einem weiteren Ausflugsziel antraten. Unterwegs fing es aber an zu regnen, und da wurde entschieden, gleich nach Hause durch zu fahren und keinen weiteren Stopp einzulegen. Eine gute Entscheidung, denn es regnet jetzt noch. So konnte ich mich doch gleich an die Übersetzung des ausführlichen Rezepts für Bratwurst machen, für das ich Familie Jagusch ganz ganz herzlich danke. Mit so einer schnellen Reaktion auf meinen Aufruf hatte ich gar nicht gerechnet. Ich bin gespannt, was Wesley dazu sagt.
Posted by carola um 26.03.06 19:52
Kommentare
Liebe Carola, gestern habe ich von deinem Tagebuch aus China erfahren und habe mich ans Lesen gemacht, das ist sehr interssant. Ich wünsche dir weiterhin viel Spaß, bleib schön gesund und paß´gut auf dich auf
bis bald und viele Grüße aus der alten Heimat
deine Freundin Uta
Posted by: Uta Kempf um 27.03.06 15:09
